BATHORY: Nordland I

BATHORY: Nordland I

Nordland I macht die Behauptung zum Fakt: wenn ein Sound den Ausdruck Viking Metal verdient hat, dann ist es der von BATHORY! Daran gibt es nichts zu Rütteln, eine derartige Atmosphäre erschafft nur Quorthon in all ihrer Intensität.

Und auch das nur 4 Zeilen lange Presseinfo drückt das aus, was ich angesichts dieses weiteren nordischen BATHORY-Werkes empfinde – es wäre Schwachsinn, dieses Album in all seine Einzelteile zu verpflücken, kritisch an das Werk heran zu gehen oder gar Objektivität in das Review einfließen zu lassen. Denn Quorthon liefert all den Fans der Alben Hammerheart, Twilight of the Gods und Blood on Ice, was diese hören wollen und das ist alles, was zählt. Es gäbe genügend Dinge, an denen man sich reiben könnte, die Produktion, der teilweise immer noch schräge Gesang von Quorthon, usw. Aber wozu denn? Wer die Atmosphäre der bisherigen Nordic-Werke geliebt hat, der wird sich auch in Nordland ohne wenn und aber verlieren, denn genau auf dieses Album hat jeder BATHORY-Fan seit Blood on Ice gewartet.

Und Quorthon gibt uns wieder einmal die Vollbedienung! Bei keiner anderen Band kann man die Kraft der Natur derart spüren, wie in den Erzählungen des schwedischen Eigenbrödlers (der 9½-minütige Titelsong lässt da keinen Zweifel) und auch auf Nordland I entführt er uns in vergangene Zeiten, die einem beim Hören dieses Albums so nah vorkommen. Wie sehr dieses Gefühl einer möglichen Realität entspricht, ist dabei Nebensache, die Empfindung ist das einzige, was von Bedeutung ist.

Einzigartig sind auch wieder einmal die mächtigen Chorarrangements und lauscht man in der Ballade Ring of Gold wie sich wie aus dem Nichts langsam ein tosender Sturm aus Stimmen entwickelt, der dann wieder in einem Nichts verschwindet und den Hörer völlig erschlagen zurück lässt, so wird einmal mehr deutlich, dass Quorthon besser als jeder andere verstanden hat, dass es bei der Verwendung klassischer Elemente nicht auf die Menge an Noten ankommt, sondern auf die Kraft der Musik, die dadurch kreiert wird. Unglaublich!

Egal ob Quorthon mit BATHORY im Gallopptempo durch die Weiten Nordlands zieht (Nordland), ob er mystisch kauzig heidnische Rituale besingt (Vinterblod), sich in Dragon´s Breath wieder von seiner schrägen stimmlichen Seite her zeigt, in Foreverdark Woods im typisch schleppenden BATHORY-Midtempo agiert, bei Broken Sword und Great Hall awaits a Fallen Brother so richtig Tempo gibt oder mit Mother Earth, Father Thunder das Album mit einem mächtigen BATHORY-Epos ausklingen lässt, der Mann weiß immer genau, wie diese Musik zu klingen hat und erschafft so ein weiteres zeitloses Werk voll grandioser Songs.

Nordland ist genau das richtige Album für den anstehenden Winter – mit dieser Musik kann man einfach nicht frieren…gebt mir mehr eisigen Wind! Gebt mir Schnee! Gebt mir Sturm! Lasst mich die Natur in all ihrer Macht spüren!

Fierce

Veröffentlichungstermin: 18. November 2002

Spielzeit: 59:23 Min.

Line-Up:
Quorthon

Produziert von Quorthon & Boss
Label: Black Mark

Tracklist:
1. Prelude

2. Nordland

3. Vinterblot

4. Dragons Breath

5. Ring of Gold

6. Foreverdark Woods

7. Broken Sword

8. Grat Hall awaits a fallen Brother

9. Mother Earth, Father Thunder

10. Heimfard

Fierce
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