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BARTHOLOMEUS NIGHT: Theosophia Pneumatica

Wenn Satan sich auf einer seiner heissen Wanderungen in Israel befindet, greift er bevorzugt zu lokalen Schwarzmetall-Acts als Soundkulisse…

Bereits die Bibel informiert darüber, dass Herr Satan es warm mag. Wird er der Hölle überdrüssig, unternimmt er manchmal Wüstentrekkings, wo er dann mit Vorliebe Leute belästigt, die seit 40 Tagen nicht nach dem Weg gefragt haben. In seinem Walkman hört er sich dann gerne lokale Acts an, etwa die abgefahrenen MELECHESHB , israelischen Schwarzmetall von ARALLU oder das folkloristisch angehauchte Sahara von ORPHANED LAND. Seit 1998 dürften ihm zudem BARTHOLOMEUS NIGHT aus Jerusalem ein Begriff sein, welche nach ihrem Demo End of Time auf Theosophia Pneumatica erneut den schwarzmetallischen Klängen huldigen.

Zwei Dinge fallen beim neuen Werk von BARTHOLOMEUS NIGHT sogleich auf: ihre Freude für Effekte und die leider sehr unausgewogen ausgefallene Produktion. Die Soundwand fällt durch eine absolut willkürlich gewählte Dynamik auf, mal drängen sich die Gitarren ungestüm in den Vordergrund, dann bemerkt man wieder den drucklosen, penetranten, getriggerten Bassdrumsound. Schafft man es, die tontechnischen Feinheiten zu verdrängen und sich auf den dargebotenen Schwarzmetall zu konzentrieren, bemerkt man gleich die herrschende Vorliebe für Effekte. Hier wäre weniger mehr gewesen, nur weil ein Gitarrensound 1000 verschiedene Gesichter haben kann, braucht man nicht einen Maskenball zu veranstalten. BARTHOLOMEUS NIGHT versuchen immer wieder, interessant, abgefahren und kompliziert zu klingen, scheitern dabei jedoch an den eigenen Schwächen im Bereich der Präzision. Durch das Übertünchen mit unbeholfenen Soundspielereien entsteht so ein ziemlich unbekömmliches Wirrwarr und Songideen versanden kläglich.

Rifftechnisch schielen die Israelis fleißig nach Skandinavien, so spielt man in Curse of Life ein bisschen The Somberlain von DISSECTION nach und eifert später holprig EMPEROR und MAYHEM nach. Erscheint eine flotte Bassmelodie (Curse of Life) an der Oberfläche, wird sie bald von einem sterilen Gitarrensound verdrängt. Trotz amateurhaften DIMMU BORGIR-Avancen (in Kingdom of the hollowed Souls) bleibt das Keyboard lediglich Effekt und wird nicht als übermächtiger Teppich benutzt. Als Anspieltipps seien lediglich das zeitweise treibende So Silent… (Survival of the Fittest II) und der hebräisch betitelte vierte Song empfohlen. Letzterer zeigt erfrischend, dass sich das kehlige Hebräisch durchaus als Keifsprache eignet und angenehm fies klingt.

Schließlich bleibt Theosophia Pneumatica ein nicht überzeugender Ausflug in den Nahen Osten. Mehr eigene Ideen statt bloßes Nacheifern und der Gedanke, Effekte als Gewürz und nicht als unkontrollierte Menge zu benutzen, würden BARTHOLOMEUS NIGHT gut zu Gesicht stehen.

Veröffentlichungstermin: 28.06.2004

Spielzeit: 49:59 Min.

Line-Up:
Refahim – Vocals

T.K.O.R. – Gitarren

D. Wrath – Gitarren

Ratimus – Bass

Belagror – Drums

Produziert von Szymon Czech und BARTHOLOMEUS NIGHT
Label: Black Earth Promotion

Homepage: http://www.bn-horde.com

Email: tkor@bn-horde.com

Tracklist:
1. Theosofia Pneumatica-Vengeance of the I

2. Curse of Life

3. So Silent… (Survival of the Fittest II)

4. Hebräischer Titel

5. Kingdom of the hollowed souls

6. The Shining

7. True Nature

8. Failure Denied

9. H.A.T.E.