ATOMIC FLOWER: Destiny´s Call

ATOMIC FLOWER: Destiny´s Call

Also den Opener ihres zweiten Albums haben ATOMIC FLOWER für meinen Geschmack etwas ungeschickt ausgewählt. Zunächst hatte ich echt den Eindruck, dass „Battalion Of Saints“ mittendrin anfangen würde, die zähe Strophe brachte auch Verwunderung, der melodische Refrain holte mich dann aber wieder in die Realität zurück. Ganz gewiss kein schlechter Song, für den Einstieg aber denkbar ungeeignet.
Okay, war eine arg plötzliche Einleitung, wollte aber nur den Einstieg in „Destiny´s Call“ etwas verdeutlichen.
Die Schweizer Band veröffentlichte ihr Debüt vor mittlerweile zehn Jahren, nach einer EP und einem Promo-Dreitracker steht nun der Nachfolger in den Regalen. Das Bandinfo hat übrigens, was selten der Fall ist, mit der Stilbeschreibung mal ganz und gar nicht unrecht: „Energie, Emotion, Metal mit Tiefgang, verdichtet mit Prog- und Doomelementen“, das bringt die Sache tatsächlich auf den Punkt. ATOMIC FLOWER spielen fast ausschließlich schleppend und haben etliche doomige Riffs im Gepäck, dennoch würde ich zu keinem Zeitpunkt von Doom Metal reden, dafür sind die Songs einfach zu sehr im melodischen und auch leicht progressiven, düsteren Metal verwurzelt. Eine Art Progversion von KRUX, ein bisschen WICKED MARAYA in langsam? Keine Ahnung, sucht es euch aus.

Vor allem das groovige „Save Next World“ ließ mich etwas an letztere Band denken. Das abgestoppte Riffing in Verbindung mit den starken Strophen und dem getragenen, melodischen Refain – das hat was! Überhaupt wird mit Melodien nicht gegeizt. Auch wenn die Grundstimmung noch so melancholisch und düster wirkt, spätestens bei den Refrains zeigt sich, dass leicht depressiv nicht gleich unmelodisch ist. Die durchweg kurz und knapp gehaltenen Songs gehen allesamt ruckzuck ins Ohr und auch wenn aufgrund der angezogenen Handbremse eine gewisse Eintönigkeit zum Tragen kommt, stimmt das Paket einfach. Mit dem Titeltrack gibt es ebenfalls einen Höhepunkt mit starker Hookline zu vermelden und vor allem gegen Ende wird mit dem bombastischen „Sacrifice“ und der schönen Halbballade „One Life“ nochmal aus den Vollen geschöpft.

ATOMIC FLOWER lassen aufhorchen und haben absolut ihren eigene Nische gefunden. Die ist zwar damit mal wieder irgendwo zwischen allen Stühlen angesiedelt und wird vielleicht nur ein begrenztes Publikum ansprechen, das hat eigenständige Musik aber meist so an sich.

Veröffentlichungstermin: 08.06.2012

Spielzeit: 47:14 Min.

Line-Up:
Marco Predicatori – vocals, guitar
Michael Duss – lead guitar
Dave Stauffer – bass, vocals
Adrian Baumgartner – drums, percussion

Produziert von Michael Duss & Dave Snow
Label: 7Hard

Homepage: http://www.atomicflower.com

Mehr im Netz: http://www.myspace.com/atomicflower

Tracklist:
01. Battalion Of Saints
02. Mercenary
03. Last Emperor
04. Save Next World
05. Remember That Kingdom
06. Down In A System
07. Destiny´s Call
08. Berlin In Flames
09. King Or Slave
10. Sacrifice
11. One Life

Ulle