AEROSMITH: Just Push Play

Aerosmith haben auch im vierten Jahrzehnt ihres Bestehens ihre Daseinsberechtigung. Definitiv!!

Achtundzwanzig Jahre im Rock’n’Roll-Geschäft sind eine verdammt lange Zeit. Okay, nicht gerade, wenn man die Stones als Vergleich heranzieht, aber AEROSMITH sind tatsächlich schon so lange dabei. Und nicht viele Bands können auf solche eine Latte an Klassikern zurückblicken. In den 70ern waren das Stücke wie Mama Kin, Same old song and Dance, Toys in the Attic, Sweet Emotion oder Back in the Saddle, in den 80ern erschuf man Klassiker wie Dude, Love in an Elevator oder Janie’s got a Gun, während einem aus den 90ern Stücke wie Eat the Rich, Livin on the Edge, Shut up and Dance, Amazing oder Falling in Love im Ohr hängen geblieben sein dürften. Kein Wunder, dass die Band (die vor kurzem mit einem Platz in der US-Ruhmeshalle des Rock’n Roll geehrt wurde) bisher sechzig Millionen Scheiben allein in den USA verkaufen konnte. Ich gehe sogar soweit, dass Bands wie RATT, GUNS ´N´ ROSES, POISON, FASTER PUSSYCAT, L.A. GUNS oder auch die frühen BON JOVI ohne den Einflus AEROSMITH´s nicht möglich gewesen wären. Doch nun zum neuen Album. Just push play ist das mittlerweile dreizehnte Werk der Bostoner (das zwölfte in der legendären Besetzung Tyler-Perry-Whitford-Hamilton-Kramer – lediglich Rock in a hard Place musste ohne die Herren Perry & Whitford auskommen, dafür spielten Jimmy Crespo und Rick Dufay die Gitarren ein). Und – soviel vorweg – nicht das beste. Gegen Überalben wie Eat the Rich, Rocks oder Pump kann JPP einfach nicht anstinken. Versteht mich nicht falsch, JPP ist keine schlechte oder schwache Scheibe – im Gegenteil. Die Band um den mittlerweile 53-jährigen Stephen Victor Tallarico (aka Steven Tyler) gibt sich gar deutlich rockiger als zuletzt. Bei Under my Skin (gibt’s noch mal als einminütiges Reprise am Ende der Scheibe), Beyond Beautiful, Outter your Head, Light Inside, Drop Dead Gorgeous, Sunshine und Just push play zeigen die Herren wieder ihre Rock’n Roll-Zähne und beweisen, dass immer noch mit ihnen zu rechnen ist. Und sie legen, bei aller Rock’n Roll-Engstirnigkeit Experimentierfreudigkeit und bauen hier und da dezente Grooves ein. Mit Ausnahme der Ballade Fly away from here befinden sich ausschließlich Eigenkompositionen auf der Scheibe. Beim Schreiben und Produzieren dieser Songs wurden Steven Tyler und Joe Perry von den Herren Mark Hudson (der u.a. für Amanda Marshall arbeitete) und Marti Frederiksen (der für den Song The Flame Still Burns immerhin eine Golden Globe-Nominierung erhielt) unterstützt. Natürlich gibt’s wieder Balladen zu hören. Neben der o.g. Fly away from here sind das hier Luv Lies und Avant Garden (wer auf Steven Younger bands are into jerking off and we´re into fucking Tyler’s Tochter Liv abfährt, kann sie hier flüstern hören!!). Leider fehlt auf der Euro-Fassung des Albums mit I Don´t Want To Miss A Thing vom Armageddon-Soundtrack der erste US-Nummer Eins-Hit, den man meiner Meinung nach ruhig noch auf die CD hätte packen können, doch schmälert das den positiven Gesamteindruck nicht im geringsten. Aerosmith haben auch im vierten Jahrzehnt ihres Bestehens ihre Daseinsberechtigung. Definitiv!!

Spielzeit: 53:46 Min.

Line-Up:
Stephen Victor Tallarico (Vocals)

Anthony Joseph Perry (Guitar)

Brad Earnest Whitford (Guitar)

Thomas William Hamilton (Bass)

Joseph Michael Kramer (Drums)

Produziert von The Boneyard Boys
Label: Sony Music

Homepage: http://www.aerosmith.com

Tracklist:
1.Beyond Beautiful

2.Just Push Play

3.Jaded

4.Fly Away From Here

5.Trip Hoppin

6.Sunshine

7.Under My Skin

8.Luv Lies

9.Outta Your Head

10.Drop Dead Gorgeous

11.Light Inside

12.Avant Garden

13.Face (Bonustrack)