PROFESSOR T: Staffel 1 [2DVD][Krimi-Serie]

Ganz unschuldig bin ich an die englische Krimiserie PROFESSOR T ran gegangen. Aber anscheinend gab es bereits 2017 diese Serie als deutsche Reihe, die in Köln spielt. Keine Ahnung, ob diese das widerspiegelt, was uns dieser schräge Engländer hier bietet, der seinen schlauen, aber verdrehten Kopf durch das wunderschöne ostenglische Cambridge trägt. Das originale Konzept zur Serie stammt aus Belgien, das international mehrfach umgesetzt wurde. Eine Weile hat´s gedauert, bis ich den Held der Geschichte zuordnen konnte. Aber ja, Ben Miller kennt man u.a. von der Serie Death In Paradise, als Dr. Who und als schlauen Kopf hinter dem größten Agenten des Königreichs. Ja genau, Johnny English! Und auch hier in der ersten Staffel als PROFESSOR T wird er sich als schlauer Kopf erweisen, aber auch hier wieder „etwas“ anders.

Ben Miller erweist sich als PROFESSOR T als schlauer Kopf

Jasper Tempest ist Kriminologie-Professor an der Universität Cambridge, ein brillanter Kopf mit messerscharfem Verstand, einem enzyklopädischen Wissen über Kriminalpsychologie und mit ausgeprägten Marotten. Er lebt seine Zwangsneurosen, alles muss sauber und an seinem Platz sein, Handschuhe schützen sein Leben vor Keimen, auf seinem Schreibtisch liegt alles millimetergenau auf seinem Platz oder wird sofort zurecht gerückt. Seine Auszeit findet er dank seines Plattenspielers. Sein wohl einziger Freund ist ein Fisch, mit dem er hin und wieder philosophisch wertvolle Gespräche führt. Oder ihn im Lehrsaal stundenlang seinen Studenten und Studentinnen vorsetzt, damit sie Beobachten lernen für zukünftige Kriminalfälle. Nur seine schrullige Sekretärin schafft es, Professor T halbwegs auf Spur zu halten, ohne sie läuft nichts.

Professor T ist geprägt von Zwangsneurosen

Seinen sicheren Schreibtisch muss er dann doch verlassen, seine ehemaligen Studentinnen Detective Sergeant Lisa Donckers überredet ihn, ihr bei den Ermittlungen gegen einen Serienvergewaltiger zu helfen. Was genau war da damals mit der Chefin der Abteilung? Da knistert doch was? Und was hat es auf sich mit seiner mehr als schrägen Mutter, die sich immer mehr wieder in Jaspers Leben drückt? Es gibt ganz klar quälende und prägende Familiengeheimnisse, was es nicht besser macht, als T in das Haus seiner Kindheit zurückkehrt. Wo sich zu Jaspers Verzweiflung auch seine exzentrische Mutter mit ihrem Atelier und ihrem Hund rein drückt. Herrlich Frances de la Tour, sie kennen wir u.a. von Harry Potter und Alice im Wunderland.

Der Kriminologie-Professor muss mit seinem analytischen Verstand die Polizei unterstützen

Bei der Polizeiarbeit hingegen sorgt T mit seinem scharfen analytischen Verstand bald dafür, dass die Beteiligten an ihm Verzweifeln, er aber genau die richtigen Wege findet, den Fall zu lösen. Und somit weiter als fester Berater für weitere Fälle gefragt ist. Die vielen Kontakte und Begegnungen sorgen aber auch dafür, dass er sich einigen Ängsten und seiner Vergangenheit stellen muss. So bleibt es immer ein wechselhaftes Spiel zwischen der kriminalistischen Arbeit und den psychischen Problemen der Titelfigur. Die Fälle sind nicht wirklich komplex oder besonders spannend, sie leben von den teils schrägen Lösungswegen des Professors. Und immer dann, wenn etwas Leerlauf aufkommen könnte gibt es eine schräge Sequenz, die eine fette Portion englischen Humors reinbringt. Die reißen kurz raus aus der Story, machen mit ihrem Unsinn aber so viel Spaß, dass man laut lachen muss. Wer ernsthafte dunkle Krimis bevorzugt, der liegt hier falsch, der sollte besser Richtung Skandinavien schauen.

Britischer Humor trifft auf tiefe psychische Probleme der Figuren

Allerdings steht trotz dieser spaßigen Ausflüge nicht der britische Humor im Vordergrund. Im Verlauf der Folgen treten immer mehr die eigenen Geschichten des Professors und nicht nur von ihm in den Fokus. Jeder hat seine Leichen im Keller, je näher man ihnen kommt, um so mehr beginnt man diese Figuren lieb zu haben. Was anfangs sicher gewollt etwas überzeichnet lustig wirkt, das entwickelt sich zu einer Gefühlsrutsche. Die Reise durch die Psyche vor allem von Professor T macht neugierig auf mehr – um einen dann kurz mit einer schrägen Szene wieder ins Geschehen zurück zu bringen. Ben Miller verkörpert PROFESSOR T wunderbar, schräg aber nicht albern, ernsthaft aber immer interessant. Auch für die weiteren Rollen wurden die passenden Darsteller gewählt. Mein persönlicher Star bleibt ja T´s Sekretärin (Sarah Woodward). Ähnlich wie bei MCDONALD & DODDS ist diese Staffel viel zu schnell vorbei und man freut sich auf die Fortsetzung. Aber im Herbst wurde bereits die Fortsetzung der Serie angekündigt.

Die erste Staffel der britischen Fassung umfasst sechs Folgen je ca. 45 Minuten sowie über eine Stunde Bonusmaterial. Bild und Ton sind super, man kann zwischen englischem Originalton und deutscher Synchronisation wählen.

Veröffentlicht am 12.11.2021

Spielzeit: 277 Min. + 66 Min. Bonus

Darsteller: Ben Miller, Emma Noami, Barney White, Sarah Woodward, Juliet Aubrey, Andy Gathergood, Frances de la Tour, Douglas Reith u.a.

Label: EDEL Motion

Sprache: Deutsch, Englisch
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Bild: Widescreen
FSK: 12