WHIPLASH: Unborn Again

WHIPLASH: Unborn Again

Im Zuge des Thrash-Revivals lassen sich auch WHIPLASH nicht lumpen und feiern ihr zweites Comeback. Dabei orientieren sie sich nicht wie mit Cult Of One Mitte der Neunziger an damals angesagten Neo-Thrash Klängen, sondern setzen mehr oder weniger da an, wo sie sich dann einige Jährchen später verabschiedet hatten. So roh und ungehobelt wie auf den frühen Klassikern Power And Pain und Ticket To Mayhem klingen sie erwartungsgemäß nicht mehr, so prägnant und ausgefeilt wie auf dem von mir favorisierten Insult To Injury aber auch nicht wirklich.
Man hört jedenfalls sofort, dass die Band ihr Handwerk noch richtig gelernt hat, den ganzen jungspundigen Rumpelkapellen zeigen sie meines Erachtens nämlich schon alleine deshalb die Nase.
An der Stimme von Tony Portaro haben sich schon immer die Geister geschieden, ich steh drauf. Zwar sitzt nicht jeder Ton immer zu 100% korrekt, dafür bringt er aber ein gesundes Maß Melodie ins Spiel, was vielen Thrashern ja leider abgeht. Die Produktion wurde sehr roh belassen, hat aber genügend Wumms, um nicht gewollt nach 80er zu klingen.
Leider zündet nicht jeder Track wie der Opener Swallow The Slaughter oder Pitbulls In The Playground und so gibt es leider fast etwas mehr Schatten als Licht.
Am besten gefallen mir WHIPLASH halt doch, wenn sie tüchtig auf die Tube drücken, während Tracks wie die schleppenden Firewater und Fight Or Flight einfach zu unspektakulär wirken. Da fehlen die zündenden Ideen und Riffs, um auch bei gedrosseltem Tempo zu überzeugen, und beim Gesang passiert dann leider auch zu wenig. Besser aber noch als eben diesen ganz wegzulassen, was das einfallslose und schlicht uninspirierte Instrumental Parade Of Two Legs beweist.
Qualitativ liegt Unborn Again somit irgendwo im unteren Mittelfeld der doch mittlerweile recht umfangreichen Diskografie. Es fehlt einfach an Wut, an Dampf, an Energie! WHIPLASH klingen routiniert und souverän, aber wirken übermüdet und lassen den Hunger vermissen, den eine ordentliche Thrashband benötigt. Den Rotz und die jugendliche Frische der ganzen Rotznasenkapellen mit der Spieltechnik der alten Helden aus New Jersey gepaart – das würde mir gefallen!

Veröffentlichungstermin: 25.09.09

Spielzeit: 43:08 Min.

Line-Up:
Tony Portaro – vocals, guitar
Rich Day – bass, vocals
Joe Changelosi – drums, vocals

Produziert von Harris Johns
Label: Pulverised Records
MySpace: http://www.myspace.com/whiplashusa

Tracklist:
01. Swallow The Slaughter
02. Snuff
03. Firewater
04. Float Face Down
05. Fight Or Flight
06. Pitbulls In The Playground
07. Parade Of Two Legs
08. Hook In Mouth
09. I´ve Got The Fire
10. Feeding Frenzy

Ulle