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WALTARI: Rare Species

WALTARI: Rare Species

WALTARI sind keine Metal-Band, keine Pop-Band, keine Rap-Band, keine Industrial-Band, kein Rock-Band und keine Wave-Band ; sie sind eine Mischung aus allem. Das „Comeback“ Album „Rare Species“ hat einen gemeinsamen Nenner: Den quäkigen, unverkennbaren Gesang von Kärtsy. Das ist aber auch schon der einzige rote Faden auf diesem Album, denn ansonsten wildern WALTARI überall.

„Rare Species“ lässt sich nicht in eine Schublade stecken, die Vielfalt ist überwältigend – und manchmal erschlagen die Finnen den Hörer einfach mit abrupten Stilwechseln.

„One Day“ gefiel bereits auf der Vorabsingle, „Life Without Love“ enttäuschte an gleicher Stelle. „Megacity Rain“ fährt die bewährte Crossover-Schiene weiter und verbindet Pop Musik mit harschen Metal-Gitarren und orientalischen Keyboards. „Dreamworld“ ist ein verhältnismäßig straightes und eingängiges Stück moderner, leicht melancholischer Rockmusik mit tollen Melodien. „What I Really Know“, der heimliche Hit des Albums, mischt ganz dezente Wave Elemente mit stumpfen Gitarrenriffs und einer schönen Hookline; „My Pain“ nervt mit nölendem Gesang, Rap-Einschüben, Scratches und einem widerlich süßlichen Refrain. „Quick As A Day“ dröhnt im BEASTIE BOYS-Groove mit 80er Jahre-Keyboard Melodie und auch bei diesem Song muss man erst mal die Sprechgesänge verdauen, bis man sich zu einem lockeren Refrain durchgekämpft hat.

„Dream“ hat eine unendlich kitschige Melodie und ist quasi die Quotenballade des Albums, „Alone“ wummert industrialkalt und gleichzeitg poppig aus den Boxen und hat stellenweise etwas von FAITHLESS; „Live This!“ besteht aus stumpfen Dancefloor Beat und Eurotrash-Pop Synties, bis Gitarren Riffs den Song zersägen. „Wasting My Mind“ rockt endlich wieder und ist einfach ein netter, kleiner eingängiger und moderner Rocksong mit Hitcharakter und Gesang, der stellenweise vom Gesang her an SENTENCED erinnert. Mit der Drei-In-Einer-Coverversion „No Limit / Your Funky Rhythm / Symphony Of Destruction“ zeigen WALTARI dann nochmal, dass schon aus Prinzip sie keinen Halt von Genre-Grenzen machen. Als ob das nicht offensichtlich wäre.

WALTARI machen es dem Hörer alles andere als einfach. In dem wirren Stilmix finden sich genug Dinge, die jeder Mensch mit halbwegs ausgebildetem Geschmackssinn einfach verabscheuen muss – aber in seiner Gesamtheit ist die Unbekümmertheit, mit der WALTARI zur Sache gehen, mitreißend, beieindruckend und einzigartig. Es ist nicht einfach, diese Band zu mögen und es scheint, als ob sie alles dafür tut, nicht gemocht zu werden. Doch genau das ist der Punkt – wo andere von Avantgarde schwafeln und kopflastige Konstrukte entwerfen, verbinden WALTARI anscheinend Unvereinbares zu einer Mischung, die zwar unendlich anstrengend ist, die aber auch gleichzeitig unglaublich unbekümmert und eingenständig ist. So verquer die Songs auch sein mögen, sie haben eine Seele. Und das ist mehr, als manche genrekonformen Bands jemals erreichen werden.

„Rare Species“ erscheint auch in einer limitierten Erstauflage, auf der die 2001 er EP „Back To Persepolis“ enthalten ist.

VÖ. 1. März 2004

Line-Up:
Sami Yli-Sirniö – Gitarre, Gesang

Mika Järveläinen – Schlagzeug

Kärtsy Hatakka – Gesang, Bass, Keyboards

Jariot Lehtinen – Gitarre, Gesang

Hompage: http://www.waltari.de

Tracklist:
One Day

Life Without Love

Megacity Rain

Dreamworld

What I Really Know

My Pain

Quick As A Day

Dream

Alone

Live This!

Wasting My Mind

No Limit / Your Funky Rhythm / Symphony Of Destruction

Limited Edition Bonustracks

von “ Back To Persepolis”:

Guardian Angel

Living Then Living Now

New Church

There´s No Tomorrow

andrea
Kümmere mich seit 1999 um Reviews, Interviews und den größten Teil der *Verwaltung*, Telefon-Dienst, Beschwerdestelle, Versandabteilung, Ansprechpartner für alles, Redaktionskonferenz-Köchin...