UNEVEN STRUCTURE: Paragon

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Ein Titel wie „Paragon“ ist ein klares Statement. Breite Brust und eine LKW-Ladung an Selbstbewusstsein gehören schon dazu, um das eigene Schaffen als Quasi-Referenz zu deklarieren. So ganz unbegründet scheint das im Falle von UNEVEN STRUCTURE zunächst auch gar nicht zu sein, schließlich ist deren Drittwerk ein regelrechtes Ideenfeuerwerk.

Progressive Metal ist ein weit gefasster Begriff, den „Paragon“ am liebsten allumfassend definieren möchte. Grundsätzlich interpretieren UNEVEN STRUCTURE das Genre modern und ohne Scheuklappen: Mal toben sich die Gitarren im Djent („Jester“, „Outlaw“) aus, an anderer Stelle rastet der sonst gezügelte Sänger Matthieu Romarin mit einem Wutfanfall aus, wie wir es sonst nur von den unerbittlichsten Post Metal-Kapellen kennen.

Natürlich gehört das Spiel mit Kontrasten zum Repertoire von UNEVEN STRUCTURE

„Innocent“ beginnt naiv mit unbescholtenem Gesang und verhaltenem Alternative Rock, bevor zur Hälfte drückende Gitarren und grollende Guttural-Vocals den Wolf im Schafspelz durchblicken lassen. Das Spiel mit Kontrasten gehört für UNEVEN STRUCTURE ebenso zum Repertoire wie die experimentellen Instrumentaleinschübe, die von Industrial („Caregiver“) bis Ambient („Explorer“) verschiedenste Stimmungen heraufbeschwören.

Notgedrungen verliert sich aufgrund dieser stilistischen Flexibilität manchmal der Faden von „Paragon“, bis ein origineller Einfall oder ein mitreißendes Riff die Platte wieder auf Kurs bringt. Es kann durchaus passieren, dass UNEVEN STRUCTURE wie in „Ruler“ ein paar Minuten in Gedanken schwelgen, bis die zündende Idee vom Himmel fällt.

Dank seiner Kreativität wird uns „Paragon“ noch eine Weile begleiten

Beruhigend ist hingegen, dass die Franzosen stets auf den rechten Weg zurückfinden – sei es mittels leicht krummer Rhythmik in „Lover“ und „Jester“ oder den Djent- und Metalcore-Einflüssen im nicht minder progressiven „Everyman“. Aufgrund dieser Schwankungen ringen wir zwar damit, „Paragon“ letztlich als solches zu bezeichnen – dank Kreativität und Selbstbewusstsein werden uns die zunächst sperrigen UNEVEN STRUCTURE dafür sicherlich noch eine Weile begleiten.

Veröffentlichungstermin: 18.10.2019

Spielzeit: 51:20

Line-Up:

Matthieu Romarin – Vocals
Igor Omodei – Guitars
Benoît Friedrich – Bass
Arnaud Verrier – Drums

Produziert von Aurélien Pereira

Label: Long Branch / SPV

Homepage: https://www.unevenstructure.net/
Facebook: https://www.facebook.com/unevenstructure

UNEVEN STRUCTURE „Paragon“ Tracklist

01. Magician
02. Hero
03. Innocent (Video bei YouTube)
04. Caregiver
05. Outlaw (Video bei YouTube)
06. Explorer
07. Creator (Video bei YouTube)
08. Ruler
09. Jester
10. Sage
11. Lover
12. Everyman (Video bei YouTube)

Florian Schaffer
Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.