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THE PIRATE SHIP QUINTET: Rope For No-Hopers

Ein Maximum an englischer Traurigkeit.

Dieser dezente Albumtitel, der geradezu auffordert, sich auf dem Diesseits in das wunderbar leichte oder schwere Schwarze oder Weiße zu befördern, ist geradezu Programm. THE PIRATE SHIP QUINTET die mit ihrem Debütalbum Rope For No-Hopers, fünf Jahre nach der selbstbetiteltem EP ansegeln, tun das im Fahrwasser von GODSPEED YOU! BLACK EMPEROR, CULT OF LUNA, LIGHT BEARER und ENVY. Einerseits ist eine sehr ausufernde Instrumentierung geboten, es gibt Cello, Trompeten, Synthesizer neben der klassischen Rockbesetzung zu hören. Andererseits werden THE PIRATE SHIP QUINTET nicht selten heavy und brachial, haben hysterisches Geschrei parat, bleiben immer emotional und schmerzlich. Rope For No-Hopers versammelt fünf epische Songs, die sich im klassischen Postrock-Sinn aufbauen, so dass ein intensiver Moment dem anderen folgt.

Dieses Quintett, das aus sieben Leuten besteht – es ist ein Graus mit diesen sich stets umbesetzenden Ensembles – lässt keine Gelegenheit aus, dem Hörer einen Schauer über den Rücken zu jagen. Die tieftraurige, düstere Stimmung von Rope For No-Hopers zieht sich durch das gesamte Album, die kompletten achtundvierzig Minuten sind von einer herzzerreißenden Sehnsucht geprägt, von einer Traurigkeit, die kaum auszuhalten ist. Das können sie eben am besten, die Menschen von der verregneten Insel. Wie ihre Nachbarn BLUENECK, die ruhiger und mit weniger Pathos vorgehen, sind THE PIRATE SHIP QUINTET Meister darin, die Intensität eines Songs von Sekunde zu Sekunde zu steigern und die Spannung mittels lauter, brachialer Teile zu entladen. Es ist nicht nur Cellist Sandy ein Bindeglied zwischen den beiden Formationen, es muss auch mit der geographischen Lage zu tun haben.

THE PIRATE SHIP QUINTET agieren als Kollektiv, somit muss keines der Instrumente, mit Ausnahme der Gitarren vielleicht, pausenlos eingesetzt werden. Wenn sich plötzlich in Horse Manifesto die Trompete erhebt, wenn als Gipfel eines Songs plötzlich los geschrien wird, wenn sich das Cello erhebt, dann möchte man erschaudern. Das, was schon auf der EP gefallen hat, begeistert nun, sofern man bei derart trauriger Musik überhaupt Begeisterung entwickeln kann. Rope For No-Hopers hat eigentlich keinen einzigen Moment der Schwäche zeigt, THE PIRATE SHIP QUINTET haben ihre langen Songs enorm gut im Griff, überraschen vielleicht nicht pausenlos, aber entwickeln ihre Ausgangsideen zu massiven, urbanen Epen – und hier und da, wie in That Girl I Used To Live In brechen sie doch mit animalischer Kraft aus. Und am Ende wird Rope For No-Hopers mit dem sanften Doldrums dann doch noch ein kleines bisschen versöhnlich.

Es passt nicht nur die Musik, sondern auch die weiteren Faktoren: Gespielt ist Rope For No-Hopers bisweilen sogar virtuos, der Sound ist rau und erdig, ausgestattet ist das Album mit einem wunderschönen Artwork. Spötter mögen sagen, Postrock sei immer die gleiche, lahme Leier, aber THE PIRATE SHIP QUINTET zeigen durch ihr ausuferndes und doch punktgenaues Songwriting, ihre Kompromisslosigkeit und Spielfreude die andere Seite des Genres. Rope For No-Hopers, dieses Maximum an englischer Traurigkeit ist wirklich ganz toll gemacht, überraschend stark und sollte von jedem gehört werden, der auch nur ansatzweise etwas mit diesem Genre anfangen kann.

Veröffentlichungstermin: 25. Mai 2012

Spielzeit: 48:13 Min.

Line-Up:
Zee
Jona
Alex
Alphie
Sandy
Moo
Terrence

Produziert von THE PIRATE SHIP QUINTET
Label: Denovali Records

Homepage: http://www.thepirateshipquintet.com/

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/thepirateshipquintet

Tracklist:
1. You´re Next
2. Horse Manifesto
3. Denis Many Times
4. That Girl I Used To Live In
5. Doldrums

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