SPAWN: Human Toxin

SPAWN: Human Toxin

Da hängt die Kinnlade aber mächtig weit unten. Einerseits ist dies die fetteste und intensivste Death Metal-Scheibe seit Monaten, andererseits hätte man von einigen Bands so eine Platte erwartet, nicht jedoch von SPAWN. Mehr als drei Jahre sind seit dem letzten Album vergangen und so einiges hat sich getan im Hause SPAWN, vor allem musikalisch. Reifer, schwerer und brutaler; darauf wurde im Hause SPAWN Wert gelegt.

Kurz gesagt, SPAWN haben auf ihrem zweiten Longplayer alles richtig gemacht. Die Songs sind nicht zu verfrickelt, einige Riffs bleiben sofort hängen, andere muss man ein paar Mal hören bis sie richtig zünden, dann jedoch gewaltig. Eine ausgewogene Mischung also. Unterlegt wird dies von versiertem Drumming, das sich gerne auf flotte Double-Bass-Attacken stützt und auch gerne mal nach Herzenslust blastet. Zusammen ergeben sich Songs, die zwar alles andere als simpel, aber dennoch eingängig sind und mit vielen überraschenden Wendungen aufwarten. So ist bereits der Opener Fear the Just Revenge ein ordentlicher Tritt ins Gesäß, der nicht nur vom Hocker haut sondern auch zum genauesten Zuhören animiert. Ebenso furios ist Hemoglobin, das sich durch seinen Refrain fest im Kopf verankert. Auch die mörderischen Grooves von Flesheater und Watch the Civil Fall bleiben fest im Kopf verankert, während schnelle Songs wie Blind Upheaval beweisen, dass brutaler Death Metal nicht austauschbar klingen muss.

Doch die Stimme von Sänger Matt kann nicht ganz mit der Musik mithalten. Zwar eigenständig und verdammt tief, aber zu wenig Aggression beinhaltet das Gebrüll, da wirken die Screams um einiges besser. Doch sonst gibt es absolut nichts an Human Toxin zu bemängeln, diese Scheibe hat einfach alles, was man sich von einem verdammt aggressivem Death Metal-Album erwartet: Hirn, Herz und Schaum vor dem Mund. Dass einige Stellen nach DYING FETUS klingen, tun dem eigenständigem Material allerdings keinen Abbruch: SPAWN klingen ausgereift und haben genügend eigene Ideen, um sich wohltuend vom Rest des Genres abzuheben.

Etwas kurz ist die zweite Langrille des Quintetts dennoch, aber das tut dem Vergnügen keinen Abbruch. Die Berliner treffen mit ihrem zweiten Album voll ins Mark und legen die Messlatte für künftige Taten mächtig hoch. Das wenn mal keine positive Überraschung ist…

Veröffentlichungstermin: 13. Dezember 2004

Spielzeit: 32:21 Min.

Line-Up:
Matt – Vocals

Oliver – Guitar

Hardy – Guitar

Janice – Bass

No. – Drums

Produziert von SPAWN
Label: Morbid Records

Homepage: http://www.spawn666.de

Email: info@spawn666.de

Tracklist:
1. Fear the Just Revenge

2. Ammunition of Malice

3. Hemoglobin

4. Flesheater

5. Blind Upheaval

6. Provoked Extinction

7. Fuck, I am Dead

8. Watch the Civil Fall

9. Vicious Blood Internal

Captain Chaos
Ehemann, Vater, Musikenthusiast, Plattensammler, Trauerbegleiter, Logistiker, Autor, Wandergeselle