SINOPOLI : The Eyes Never Lie

Klar, man braucht im Jahre 2002 (naja, fast schon 2003) melodischen Hardrock´n´Roll amerikanischer Prägung nicht mehr wirklich, aber schlecht ist "The Eyes never Lie", das erste Album zweier Angry Tears-Mitglieder deshalb noch lange nicht…

Keine Ahnung, aber bisher war der italienische Dirigent Giuseppe Sinopoli (der vor einiger Zeit in der Deutschen Oper in Berlin während einer Aufführung der Oper Aida von Giuseppe Verdi tot zusammenbrach) der einzige mir bekannte Künstler aus dem Musikbereich, der den Familiennamen „Sinopoli“ trug/trägt. Doch nun gibt es eine Band, die genau diesen Namen zu ihrem Bandnamen auserkoren hat. Doch bei den Mitgliedern von Sinopoli handelt es sich mitnichten um eine neue Band im eigentlichen Sinne. Kennt ihr eine Band namens Angry Tears? Ich nicht, auch wenn sie in den Achtzigern wohl recht beachtliche Erfolge in den Staaten feiern konnte, mit Cinderella, Skid Row, Bruce Springsteen, Ace Frehley, Kix, L.A. Guns, Britny Fox spielte und eine Koryphäe wie Jack Ponti (u.a. Doro, Alice Cooper – spielte für dieses Album einige Gitarrenparts ein…) zur Bandbesetzung gehörte. Doch wie viele andere auch wurden Angry Tears nicht nur von der Grungewelle weggespült, sondern gingen auch sang- und klanglos unter. Die beiden ehemaligen Angry Tears-Mitglieder Joey (Leadvocals, Guitar) und Nicky Sinopoli (Bass) haben – zusammen mit Bobby Doll O’Connell (Guitar) und Kevin Meyer (Drums) – nun (obwohl die Band bereits etliche Jahre besteht) zwölf Songs (43:46 Min.) eingespielt, die in erster Linie die Nostalgiker ansprechen dürfte, die auf eine Mixtur aus melodischem Hardrock und einfach-purem Rock ´n Roll stehen. Dieser kann amerikanischer nicht oder kaum klingen und wenn man dann noch weiss, daß Joey Sinopoli auch als Songschreiber bzw. Backing-Sänger für Baton Rouge, Doro, Alice Cooper tätig war, dann weiss man zumindest grob, wohin die musikalische Reise auf diesem Album geht. Sicher, unheimlich zeitgemäss und/oder originell mag diese Musik im Jahre 2002 nicht (mehr) sein, aber auch wenn viele, viele Bands diese Musik in den Achtzigern bereits (und auch besser) gespielt haben, ist „The Eyes never Lie“ bestimmt kein schlechtes Album geworden. „When I Get Home“, „Got Me Going“ oder „No More“ sind wirklich starke und rockige Songs, die durchaus als Anspieltipp genannt werden können, doch auch (mir etwas zu schmalzig-schnulzige) Balladen wie „Be My Lover“ oder „American Dream“ sind nicht von schlechten Eltern. Desweiteren gibt es noch gutes, aber unspektakuläres Remake von „Moonage Daydream“ (David Bowie) und mit „Love On The Terrace“ eine Nummer, die wirklich Spaß und gute Laune verbreitet. Am Songmaterial gibt es somit nicht viel zu meckern, allerdings finde ich den Sound der Scheibe etwas schwachbrüstig. Und das, obwohl echte Könner Eddie Kramer (Led Zeppelin, Kiss, Jumi Hendrix), John Regan (Peter Frampton, Billy Idol, Ace Frehley, David Lee Roth), Paul Orofino (Riot, Blue Oyster Cult, Warrior Soul, The Jelly Jam) oder Dennis Ferrante (bekam kürzlich einen „Grammy“) für den Sound/die Produktion verantwortlich waren…

Spielzeit: 43:46 Min.

Line-Up:
Joey Sinopoli (Leadvocals, Guitar)

Nicky Sinopoli (Bass)

Bobby Doll O’Connell (Guitar)

Kevin Meyer (Drums)

Produziert von diverse, u.a. Eddie Kramer, John Regan oder Dennis Ferrante
Label: Generation Records

Tracklist:
“When I Get Home”

“It´s Too Late”

“Be My Lover”

“Got Me Going”

“Tell It To Me Baby”

“Let´s Get The Party Started”

“Moonage Daydream”

“No More”

“American Dream”

“I Like It”

“Love On The Terrace”

„Sunrise“