MOTHERLODE: Tomorrow Never Comes

Etwas orientierungslos wirkender, leicht dreckiger Hard Rock.

Erstaunlich, dass eine Band 30 Jahre existieren kann, ohne dass man zumindest den Namen kennt. Bei MOTHERLODE sollte man allerdings betonen, dass das bisher einzige Album 1986 erschien und man danach veröffentlichungstechnisch nichts mehr hören durfte – 10 Jahre totale Funkstille waren wohl zusätzlich auch noch dazwischen. Wie dem auch sei, das zweite Album Tomorrow Never Comes ist erschienen und bei so einer langen Bandgeschichte und so wenigen Veröffentlichungen ist der Titel irgendwie ja auch treffend.

Ich hätte vom Cover definitiv auf melodischen Prog Metal à la übliche Schublade getippt, die Schweden kredenzen uns aber auf dem Opener Predators lupenreinen, dreckigen Hard Rock, der aufgrund der eher mäßigen Melodie aber noch nicht so richtig aus den Puschen kommt. Der Titeltrack klingt dann wesentlich härter und metallischer, das fast schon Nu-metallische Riffing im Chorus will aber auch nicht so richtig passen. Dafür gibt es danach mit Crying eine Ballade, die in sich einheitlicher wirkt und mit einem bombastischen, mehrstimmigen Refrain auftrumpft. Irgendwie hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt den Eindruck, abgesehen vom Sänger drei verschiedenen Bands zu lauschen. Dieser doch etwas unrunde Eindruck erhärtet sich in der ersten Hälfte und Tomorrow Never Comes wirkt etwas orientierungslos, danach lässt man sich stilistisch dann tatsächlich problemlos im sleazigen Hard Rock einordnen und man vermisst fast schon die Abwechslung, die anfangs zu viel des Guten war. Mir kann man es aber auch nicht recht machen, gell?
Sonny Larsson erinnert von der Stimmfärbung zeitweise an Claus Lessman von BONFIRE und macht eigentlich einen richtig ordentlichen Job, im Songwriting fehlt mir aber trotz tadelloser Umsetzung einfach der berühmte rote Faden und die eine oder andere zwingendere Melodie. Refrains wie z.B. in Wild Dog braucht eben wirklich kein Schwein mehr, und wo wir schon bei Schweinen sind: auch Eaten By The Pigs könnte etwas mitreißender sein. Nach insgesamt 13 Songs kann ich MOTHERLODE in jedem Fall bescheinigen, keinen absoluten Totalausfall dabei zu haben, allerdings auch keine richtig herausragende Nummer, das ist m.E. etwas zu wenig. Eine schlechte Scheibe ist definitiv was Anderes, ein Meisterwerk aber auch.

Veröffentlichungstermin: 2010

Spielzeit: 52:26 Min.

Line-Up:
Sonny Larsson – vocals
Tom Nilsson – guitar
Johan Evertsson – bass
Fredrik Beckmann – keys
Pär Hjulström – drums

Produziert von Andreas Karlsson & Fredrick Beckmann
Label: Bold Stroke Records / Yesterrock
Mehr im Netz: http://www.myspace.com/motherlodenu

Tracklist:
01. Predators
02. Tomorrow Never Comes
03. Crying
04. Bring Me Down
05. Promises
06. Ice Cream Man
07. Crawling Through The Desert
08. I Don´t Know
09. Won´t Find Me Beggin
10. Why We Bleed
11. Eaten By The Pigs
12. Wild Dog
13. You