Schon etwas länger neu ist das dritte Album von MEDICINE WHEEL das, anders als die beiden ersten Scheiben („Immoral Fabric“, 1997 und „First Things First“, 1994) leider nicht offiziell in Europa veröffentlicht wurde. Zwar musiziert Gitarrist Marc Ferrari (Ex-Keel, Ex-Cold Sweat) weiterhin zusammen mit Ray Luzier (Drums, u.a. DAVID LEE ROTH und DARREN HOUSHOLDER) und Danny Gill (Gitarre, spielte u.a. mit Ex-RATT-Sänger Stephen Pearcy bei VICIOUS DELITE und machte sich mittlerweile einen guten Namen mit Gitarren-Lernbüchern bzw. –videos) hat aber mit Ian Mayo (u.a. BURNING RAIN, BANGALORE CHOIR und BAD MOON RISING) einen neuen Basser und mit David Isaacs (arbeitete u.a. mit den POISON-Mitgliedern Blues Saraceno und Rikki Rokket zusammen) einen neuen Sänger in die Band geholt bzw. holen müssen. Das heißt, dass alle drei MEDICINE WHEEL-Alben von drei verschiedenen Leuten – nämlich zuvor Keith St.John (u.a. BURNING RAIN) und Michael Mulholland (mittlerweile in der Country-Szene sehr erfolgreich) – eingesungen wurden. Doch eines muss man Herrn Ferrari lassen: Er hat immer richtig gute Sänger in die Band geholt. Musikalisch gehen die bereits 1999 veröffentlichten elf Songs (45:41 Min.) jedoch in eine etwas andere Richtung, als man das vielleicht von Herrn Ferrari erwarten konnte, denn das Songmaterial hat einen sehr deutlichen ALICE IN CHAINS-Einschlag, was zwar nicht weiter schlimm ist (schließlich waren AIC eine geile Band), man aber so vielleicht nicht erwarten konnte. Von Produzent Pat Regan (der u.a. mit PAUL GILBERT, CRAIG CHAISSON, DORO UND BLACKMORE’S NIGHT arbeitete) mit einem erstklassigen Sound versehen gehen Stücke wie „Come Around“, „Already Gone“ oder der Opener „You’ll Never Know“ wirklich in die ALICE IN CHAINS-Ecke, klingen aber nicht so melancholisch – dafür groove-orientierter. Doch auch an eine andere, wirklich großartige Band der Grunge-Bewegung mußte ich bei Tracks wie „Fly“ oder „High Wire“ denken, klingen diese beiden Stücke doch stark nach SOUNDGARDEN. Gänzlich aus der Rolle fällt dagegen „Vicious Cycle“, das wie eine Mischung aus „LENNY KRAVITZ meets EXTREME“ klingt. Aber keine Angst: Den Fans, die gerne etwas im alten Ferrari-Stil gehört hätten sei gesagt, dass zum Ende der Scheibe mit dem flotten US-Rock-Song „Cold Hard Light Of Day“ ein echtes Highlight und mit “Touch And Go” ein Song mit richtiger Rotzrock-Attitüde wartet. Das Songmaterial ist also durchaus als abwechslungsreich und gut zu bezeichnen. Die Musiker verstehen allesamt ihr Handwerk (ein dickes Lob an Herrn Ferrari, der sich und seine Gitarrenkünste doch sehr in den Dienst der Mannschaft stellt) und auch der Sound lässt – wie erwähnt – kaum Wünsche offen. Ihr habt deshalb Interesse an diesem Album? Dann fragt nach bei unter info@mastersource.com, ob dieses Album zu ordern ist.
Spielzeit: 45:41 Min.
Line-Up:
David Issacs-Vocals
Marc Ferrari-Guitars
Ian Mayo-Bass
Ray Luzier-Drums
Danny Gill-Guitars
Produziert von Pat Regan
Label: Red Engine Music/Gill Tunes
Homepage: http://www.mastersource.com
Email: info@mastersource.com
Tracklist:
1. You´ll Never Know
2. Small Talk
3. Fly
4. Come Around
5. Mountain
6. Already Gone
7. Vicious Cycle
8. High Wire
9. Cold Hard Light Of Day
10. Touch And Go
11. Strange Pain