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MARCHE FUNÈBRE: To Drown

MARCHE FUNÈBRE: To Drown

Belgische Pralinen sind eine Spezialität. Wer lässt sich nicht gerne die leckere Schokolade, mit Nougat, Marzipan, Trüffel oder anderen Köstlichkeiten gefüllt, auf der Zunge zergehen? Aber wie ist das mit belgischem Metal? Da denkt der eingefleischte Metal-Fan natürlich sofort an Berühmtheiten wie ABORTED oder ENTHRONED. Doch es gibt auch weniger berühmte belgische Metal-Bands, die sich wünschen, dass sich hungrige Fans ihre Musik auf der Zunge zergehen lassen. Seit der Gründung im Jahr 2008 versuchen MARCHE FUNÈBRE (dt. Trauermarsch) mit ihrem ganz eignen Doom/Death-Metal, auch eine belgische (Metal-)Spezialität zu werden. To Drown ist das zweite Studioalbum der fünf Jungs, welches hoffentlich kein Trauermarsch wird.

Der erste Song namens Into Deadly Marshes beginnt mit einem leisen Tropfen, das in den folgenden Sekunden und Minuten von nach und nach lauter und härter werdenden Bass- und Gitarrenriffs und Drums begleitet wird. Dadurch baut dieses Intro eine gewaltige Spannung auf, die dafür sorgt, dass der Zuhörer die folgenden Songs kaum erwarten kann.

Into Deadly Marshes geht unverzüglich in das zweite Lied mit dem Namen Valley Of Tears über, das die gleiche Melodie wie Into Deadly Marshes hat, knapp 10 Minuten geht und sofort mit klarem Gesang beginnt. Der Gesang klingt anfangs flehend, schon fast klagend. Doch nach etwa einer Minute setzt zusätzlich ein tiefes und starkes Growlen ein. Gegen Ende des Liedes kommen außerdem noch Screams hinzu. Interessant ist vor allem, dass es in diesem Lied an einigen Stellen Synchrongesang gibt, der auch wirklich gelungen ist. Trotzdem ist die Mitte des Liedes ziemlich eintönig und plätschert teilweise monoton vor sich hin. Im letzten Drittel kommt jedoch noch einmal Action auf, da die Musik lauter, härter und schneller wird. Spätestens da wachen auch die Zuhörer, die in der Mitte abgeschweift oder sogar eingeschlafen sind, wieder auf.

Wenn man das Album weiter hört, wird einem schnell klar, dass MARCHE FUNÈBRE immer demselben Muster folgen. Das Tropfen, das im Intro die ungeheure Spannung aufgebaut hat, kehrt zum Beispiel am Anfang des dritten Tracks The Well That Drowns Me zurück. Darüber hinaus sind sich die Melodien, Gesangstechniken (abgesehen davon, dass in den letzten Liedern noch ein Flüstern eintritt), Bass- und Gitarrenriffs und Drums in den folgenden Liedern immer sehr ähnlich und wenig abwechslungsreich. Das fünfte Lied namens Of Dreams And Vanity sticht wenigstens etwas hervor, weil es insgesamt schneller, härter und lauter ist als seine Vorgänger, die nur teilweise härtere Stellen hatten, die nur wenige Sekunden andauerten. Trotzdem hofft man auch hier vergeblich auf den großen musikalischen Wendepunkt.

Die Texte von To Drown sind durchgehend melancholisch und düster. Positiv fällt hierbei vor allem die bildliche Sprache auf, die bei MARCHE FUNÈBRE sehr beliebt zu sein scheint. So heißt es zum Beispiel im sechsten Lied The Dark Corner: Do I always end up there?/With tears and a broken I?/A book full of words, hollow and empty/At the end, in the dark corner (dt.: Lande ich immer hier?/ Mit Tränen und einem gebrochenen Ich?/Ein Buch voller Wörter, ausgehöhlt und leer/Am Ende in der dunklen Ecke).

To Drown ist ein Album, hinter dem ganz deutlich eine Menge Arbeit und Planung steckt. Den Jungs von MARCHE FUNÈBRE gelingt es gut, einen roten Faden durch das gesamte Album zu ziehen. Es gelingt ihnen außerdem, vor allem durch die Vocals, den Schmerz, den die Songtexte ausdrücken, zu verarbeiten. Trotzdem ist das Album musikalisch zu eintönig und nicht vielfältig genug. Ich bin mir aber sicher, dass die fünf Belgier auf einem guten Weg sind, zu belgischen (Metal-) Spezialitäten zu werden.

Veröffentlichungstermin: 01.06.2011

Spielzeit: 63:03 Min.

Line-Up:
Arne Vandenhoeck – Vocals
Peter  Egberghs – Leadgitarre, Vocals
Kurt Blommé – Rhythmusgitarre  
Roel Van Doorsselaere – Bassgitarre, Grunts  
Dennis Lefebvre – Schlagzeug

Label: Shiver Records

Homepage: http://www.marchefunebre.be

Mehr im Netz: http://www.myspace.com/marchefunebretheband

Tracklist:
1. Into Deadly Marshes
2. Valley Of Tears
3. The Well That Drowns Me
4. Regiment Of The Hopeless
5. Of Dreams And Vanity
6. The Dark Corner
7. Lethe