MAN ON FIRE: Chrysalis

MAN ON FIRE: Chrysalis

Bei dem Bandnamen MAN ON FIRE musste ich schon immer an „The Fishers For Souls“, das Full Length-Debüt der leider verblichenen CIVIL DEFIANCE denken. „Man On Fire“ war einer von vielen Krachern auf eben diesem Album, die im Underground eine kleine Revolution entfachten. Rein stilistisch hat die gleichnamige Band nicht so wirklich viel mit eben diesem Album am Hut, aber ähnlich kompromisslos und eigen klingt „Chrysalis“, das vierte Album der Band aus Atlanta dennoch.

Im Prinzip drehen MAN ON FIRE so ziemlich alles durch den Fleischwolf, was es in den letzten 40 bis 50 Jahren im Musikbereich gab und garnieren das Ganze mit einem ureigenen Stil, der teilweise unglaublich eingängig und kommerziell klingt, dann aber vor allem auf der zweiten Hälfte des Albums wieder in eine komplett entgegengesetzte Richtung umschlagen kann. Somit gibt es richtige Hits wie „In A Sense“, „The Projectionist“ oder das mit einem unwiderstehlichen Piano-Lick und einer Killerstrophe versehene „A (Post-Apocalyptic) Bedtime Story“, aber auch ausufernde, im wahrsten Sinne des Wortes progressive Klanglandschaften mit etlichen Breaks und fast schon souligen und definitiv angejazzten Zutaten – zu hören im Titeltrack „Chrysalis“. Durchaus ungewöhnlich ist auch die Integration eines festen Trompeters, was schlicht fantastisch passt und vor allem im ersten Teil des erwähnten Titelstücks zum Tragen kommt. Der sporadische Einsatz der Violine und gewisse Melodien erinnern mich immer mal wieder an neuere KANSAS, ansonsten fällt es aber wirklich schwer, hier irgendwelche Vergleiche zu ziehen. Erwähnt werden sollte der unglaublich treibende Bass, der jeden Song mit einem Wahnsinnsgroove verseht und vor allem bei „Tear Gas“, einem funkig, cool-jazzigen Bastard, sogar einem Jaco Pastorius zur Ehre gereichen würde. Als weiterer Höhepunkt wäre dann doch das abschließende, 10-minütige „Gravity“ zu nennen, welches ingesamt sehr relaxed klingt und mit tollen Keyboard-Einlagen glänzt. Der Song ist so gut, dass er als Bonus noch einmal rein instrumental enthalten ist und auch da eine super Figur macht.

„Chrysalis“ wäre effektiv ein Treppchen-Kandidat für 2012, wäre es nicht schon im letzten Jahr erschienen. Die Worte „eigen“ und „unwiderstehlich“ wollte ich tatsächlich in jedem Satz unterbringen, das sollte genug über die Qualitäten dieses Albums aussagen!

Veröffentlichungstermin: 20.09.2011

Spielzeit: 59:52 Min.

Line-Up:
Jeff Hodges – vocals, keyboards
Eric Sands – guitar, bass
Cameron Harder Handel – trumpet
Jenny Hugh – violin
Quentin Ravenel – drums
Steve Carroll – imagery, lyrics

Produziert von Jeff Hodges
Label: 10t Records / Just for Kicks

Homepage: http://www.manonfireband.com

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/manonfireband

Tracklist:
01. Repeat It Repeat It Repeat It
02. In A Sense…
03. A (Post-Apocalyptic) Bedtime Story
04. Chrysalis Part 1: In Between the Lines
05. Chrysalis Part 2 – The Pundits
06. Chrysalis Part 3 – The Muse Returns
07. Chrysalis Part 4 – Free to Kill
08. The Projectionist
09. Tear Gas
10. Higher Than Mountain
11. Gravity
12. Gravity [Instrumental]

Ulle