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MALEVOLENT CREATION: The 13th Beast

Death Metal aus Florida der alten Schule, der über die Jahrzehnte leicht gereift ist.

MALEVOLENT CREATION habe ich in den letzten Jahrzehnten nicht die größte Beachtung geschenkt. So steht mit dem 1992er-Album “Retribution” nur eine einzige Schallplatte von den US-Amerikanern in meinem Schrank. Und auch die jüngeren Releases der Band wurden bloß registriert. Der Grund dafür mag darin liegen, dass ich mich in jungen Jahren früh pro schwedischen Death Metal aussprach und mir die Death Metal-Combos aus Florida à la MONSTROSITY und BRUTALITY zu gleichförmig erschienen. Es war überhaupt eine Zeit, in der man sich klar definieren wollte oder musste: Schwarz oder Weiß, Cola oder Pepsi, METALLICA oder MEGADETH. Viele Jahre später kann ich endlich Grauschattierungen wahrnehmen – und somit auch wieder Death Metal aus Florida unter einem objektiveren Aspekt anhören.

“The 13th Beast” mit neuem Sänger Lee Wollenschlaeger

Und das ist auch gut so, denn das neue Album von MALEVOLENT CREATION hat durchaus Qualität. Entsprechend dem Titel ist “The 13th Beast” das 13. Album der US-Amerikaner. Jedoch das erste mit Sänger Lee Wollenschlaeger, der den im Vorjahr an Krebs verstorbenen Brett Hoffmann ersetzt hat. Und der neue Sänger macht seine Sache recht gut, als dass die Growls schön tief und bissig sind. Durch die etwas tiefere Tonlage verleiht Wollenschlaeger sich selbst eine eigene Note und verhilft der Band zu einem frischen Wind.

MALEVOLENT CREATION haben nichts verlernt

Musikalisch gesehen haben MALEVOLENT CREATION weder etwas verlernt noch sind sie zahmer geworden. Der Death Metal des Quartetts ist nach wie vor von einer besonderen Kraft beseelt. Dabei stechen groovende und starke Nummern wie der Opener “End The Torture”, das im Refrain etwas langsamere, aber dafür umso einprägsamere “The Beast Awakened” sowie vor allem “Mandatory Butchery” hervor.

Am Ende weiß “The 13th Beast” doch zu gefallen

Mitunter fallen MALEVOLENT CREATION in alte 90er-Fahrwasser zurück, so dass ein Track wie “Agony For The Chosen” mich wieder daran erinnert, warum ich das alte “Retribution” Album schon lange nicht mehr auf dem Plattenteller hatte. Darüber hinaus versuchen sich die US-Amerikaner dann und wann im Mid-Temo (“Born Of Pain”, “Decimated”), was den Songs etwas den Reißzahn zieht. Dennoch weiß “The 13th Beast” über weite Strecken zu überzeugen. Es ist eben in seinen Grundzügen Death Metal der alten Schule, der über die Jahrzehnte leicht gereift ist – ganz so wie ich.

Veröffentlichungstermin: 18.01.2019

Spielzeit: 49:26 Min.

Line-Up:
P.M. Cancilla – Schlagzeug
Josh Gibbs – Bass
Phil Fasciana – Gitarre
Lee Wollenschlaeger – Gesang & Gitarre

Label: Century Media Records

Homepage: https://malevolent1.bandcamp.com

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/malevolentcreation/

MALEVOLENT CREATION “The 13th Beast” Tracklist

01. End The Torture
02. Mandatory Butchery (Lyrics-Video bei YouTube)
03. Agony For The Chosen
04. Canvas Of Flesh
05. Born Of Pain
06. The Beast Awakened
07. Decimated (Video bei YouTube)
08. Bleed Us Free
09. Knife At Hand
10. Trapped Inside
11. Release The Soul