LORD VOLTURE: Never Cry Wolf [Eigenproduktion]

LORD VOLTURE: Never Cry Wolf [Eigenproduktion]

Hin und wieder habe ich mir die Frage gestellt, ob es den richtig klassischen Heavy Metal eigentlich noch gibt. Natürlich existiert er noch, kam evtl. aufgrund der dutzenden von neuen Stilbeschreibungen aber wohl ein wenig ins Hintertreffen. LORD VOLTURE zumindest spielen ihn in seiner urwüchstigsten Form, mit fetten Gitarren, rauhen, kraftvollen und gerne auch mal glasklaren und hohen Vocals, einem pumpenden Bass und treibenden Drums. Klischeebeschreibungen, ich weiß, sie passen aber eben zu „Never Cry Wolf“, dem zweiten Album der Niederländer.

Wer es klassisch mag, ohne großen Firlefanz und mit simplen Melodien, die garantiert keinerlei moderne Einflüsse aufweisen, für den sind die elf Songs ein gefundenes Fressen. Trotz der bekannten Zutaten haben sich LORD VOLTURE ein gewisses Maß an Eigenständigkeit bewahrt, dennoch dürften sich am ehesten Fans von JUDAS PRIEST oder auch CAGE, um mal jüngere Vertreter zu nennen, angesprochen fühlen. Deren Sänger Sean Peck durfte übrigens auch ein paar Gastsirenen einscreamen, was mir lustigerweise erst nach dem von mir gezogenen Vergleich in der beigelegten Info aufgefallen ist.
Die Produktion ist wie in diesem Fall gewünscht, bollert schön ohne auch nur im Ansatz überproduziert zu klingen, an den Instrumenten lässt man nix anbrennen und Sänger David Marcelis meistert die komplette Bandbreite an schneidenden Metalvocals.

Ach ja, zurück zu den simplen Melodien: Mir sind sie teilweise zu simpel, eben ähnlich wie bei den erwähnten CAGE. Während der Titelsong noch gut reinläuft, passiert mir bei den darauf folgenden „Taiga“ und „Wendigo“ refraintechnisch etwas zu wenig – auch hier sollten sich also eher Puristen angesprochen fühlen, die auf einfach gehaltene Fistraise-Parts stehen. Mir persönlich sind die etwas aufwändigeren Stücke wie „Korgon´s Descent“ und „Into The Lair Of A Lion“ oder das speedige „Necro Nation“ da schon lieber, auch wenn ich ganz ehrlich gestehen muss, dass ich auch da nicht so richtig gefesselt werde. Das ist alles wohlgefällig, gut gemacht und geht sicherlich live gut nach vorne los, ist aber eben schlicht nicht das, was ich mir privat im stillen Kämmerlein anhören würde. Wem das anders geht und für wen nach wie vor nur der wahre und einfach gestrickte Stahl regiert, der wird darüber wohl anders denken.

Veröffentlichungstermin: 2011

Spielzeit: 67:46 Min.

Line-Up:
David Marcelis – vocals
Paul Marcelis – guitars
Leon Hermans – guitars
Simon Geurts – bass
Frank Wintermans – drums

Produziert von Bart Hennephof, Yuma Van Eckelen and LORD VOLTURE
Label: Eigenproduktion

Homepage: http://www.lordvolture.com

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/lordvolture

Tracklist:
01. Never Cry Wolf
02. Taiga
03. Wendigo
04. Celestial Bodies Fall
05. Korgon´s Descent
06. Minutes To Madness
07. Necro Nation
08. I Am King
09. Into The Lair Of A Lion
10. Brother
11. The Wolf At Your Door

Ulle