HYPNOS: In Blood We Trust

HYPNOS: In Blood We Trust

HYPNOS sind eine dieser Bands, die man gerne mit dem Adjektiv unterbewertet verbindet. Bereits seit rund einem Jahrzehnt inklusive kleiner Schaffenspause macht man die Bühnen Tschechiens und angrenzender Ländereien unsicher doch für den wirklich großen Durchbruch reichte es merkwürdigerweise noch nicht. Dies scheint umso unverständlicher, wenn man sich das 2000er Debüt In Blood We Trust anhört, denn im Prinzip hat das Album alles von BOLT THROWER bis ENTOMBED, was das Herz des Old School Death Metallers höher schlagen lässt.

Den Tschechen gelingt es ein erstaunlich reifes Album für eine damals neugegründete Band zu erschaffen. Die Death-Maschinerie präsentiert sich bereits gut geölt und die einzelnen Zahnräder greifen kraft schlüssig ineinander. Da wären zum einen das coole Zusammenspiel von Hauptgrunzer/Bassist mit den Backing Vocals in Infernational was zu der ein oder anderen Nackenfraktur live führen könnte und Glen Benton neidisch über den großen Teich schielen lässt. Oder auch die wuchtige Schippe an Grooves , die die Band in Breeding the Scums durch extrem tightes Zusammenspiel dem Hörer vor die Füße schaufelt, zeugen von großen musikalischen Können.

Wer sich einmal den Opener Burn the Angels down oder das Titelstück In Blood We Trust angehört hat, weiß das mit HYPNOS sicherlich nicht gut Kirschen essen ist. Die Lyrics strotzen nur so vor Religions- und Gesellschaftskritik, was sich angenehm vom ansonsten recht dumpfen Genre-Einheitsbrei abhebt. Doch sie können auch anders – mit Lovesong findet sich doch tatsächlich so etwas wie eine Hardrock-Ballade auf dem Album, die musikalisch als auch lyrisch für eine gehörige Überraschung sorgt. Glücklicherweise schafft man es den Song schlussendlich noch mit einem morbiden Augenzwinkern zu beenden, sodass man dieses Experiment durchaus als gelunge Auflockerung ansehen kann.

Die Wiederveröffentlichung beinhaltet fünf neue Bonussongs, wobei das leider nur die halbe Wahrheit ist, denn man betreibt fröhliches Track-Recycling. Für Fans der ersten Stunde sicherlich unter der Kategorie Interessant zu verbuchen, doch einen echten Anreiz bieten die vier Alternative-Versionen plus eine Coverversion von BULLDOZER nicht wirklich. Doch das müssen sie auch gar nicht, denn die Qualität des regulären Albums steht für sich – besonders die wunderbar räudige Produktion ist ein wahrer Ohrenschmaus und ist das komplette Gegenteil vom glatt polierten Sounds heutiger Tage. Die Bassdrum drückt, die Gitarren schreien und der Gesang röhrt angenehm aus den Lautsprecher – hier gibt es nichts zu beanstanden. Klare Devise: schenkt dieser Scheibe die Anerkennung, die sie verdient und holt euch diesen vergessenen Underground-Klassiker ins heimische CD-Regal.

Veröffentlichungstermin: 11.10.2011

Spielzeit: 50:58 Min.

Line-Up:
Bruno – Bass/Vocals
Hire – Guitar
Mores – Guitar
Pegas – Drums
Label: Mad Lion Records

Homepage: http://hypnos-cz.com/

Tracklist:
1.Incantation
2.Burn The Angels Down
3.Fatal Shine Of The Sky
4.Infernational
5.Lovesong
6.Open The Gates Of Hell
7.Sacrilegious
8.Across The Battlefields
9.Breeding The Scum
10.In Blood We Trust
11.After The Carnage
12.In Blood We Trust
13.Infernational
14.Breeding The Scums
15.The Cave
16.In Blood We Trust