HAVOK: Rebuilding Sodom

Hochwertiges und extrem abwechslungsreiches Death Metal-Debüt, das gerne noch ein wenig länger hätte sein dürfen.

Bands mit dem Namen HAVOK – wahlweise auch mit c am Ende – gibt es so einige. Aber das kann man irgendwie auch gut verstehen, schließlich ist die Betitelung nicht nur klangvoll, sondern hat mit Chaos auch noch eine korrekt-metallische Bedeutung. Die mir nun vorliegende Gruppe stammt aus Ulm und hat musikalisch mit Chaos glücklicherweise weniger am Hut. Vielmehr hat das Quintett mit “Rebuilding Sodom” ein richtig heißes Death Metal-Debüt am Start.

Mit ihren 35 Minuten Spielzeit ist die Platte dabei ein kurzes wie abwechslungsreiches Vergnügen, denn die Jungs loten gekonnt die Genregrenzen aus und vermengen so spielend Technisches mit Melodisch-Eingängigem. Die Bandbreite reicht von harten Death-Walzen wie dem Titeltrack, über das cool geriffte “Mask Of Sickness”, hin zu melodischerem Material à la “Provoke The Foul”, welches zwar in Richtung alte IN FLAMES schielt, aber nie zu einer bloßen Kopie verkommt. Dafür sind HAVOK trotz ihres noch jungen Alters einfach viel zu versierte Musiker; die Umsetzung dementsprechend professionell.

HAVOK blicken auch mal über den Tellerrand

Dass die Ulmer aber auch nicht davor zurückscheuen, beizeiten über den Tellerrand zu schauen, zeigt sich mit “Deaf To The Swan Song”, wo Thrashelemente mit knüppelharten Blastbeats gepaart werden. Zur tadellosen Instrumentalleistung gesellt sich schließlich Sänger Thomas, der zwar objektiv betrachtet nicht mit der markantesten Stimme aufwarten kann, aber dafür nahezu jede Art des Extremgesangs beherrscht. So schafft er es in “Daily Overdose” sogar, die normalerweise bei Deathcore-Kapellen beliebten Pig-Squeals ansprechend und wohldosiert in den Song einzubinden.

Abgerundet wird “Rebuilding Sodom” durch eine lebendige und nicht zu glatt geschliffene Produktion, weshalb es letzten Endes nur einen einzigen Kritikpunkt zu bemängeln gilt: Der Spaß ist leider viel zu schnell wieder vorbei!

Veröffentlichungstermin: 18.12.2008

Spielzeit: 35:38 Min.

Line-Up:
Thomas Kneer: Vocals
Sven Schoepplein: Guitar
Markus Stix: Guitar, Vocals
Eike Baur: Bass
Drums: Drums

Produziert von Martin Schmitt und HAVOK
Label: Heavy Horses Records

Homepage: http://www.havok-music.de

HAVOK “Rebuilding Sodom” Tracklist

01. Intro
02. Rebuilding Sodom
03. Born Dead
04. Mask Of Sickness
05. Deaf To The Swan Song
06. Disgusting Design
07. Once And Now
08. Strangle Your Spawn
09. Under My Heresy
10. Daily Overdose
11. Provoke The Foul