FISH: Field Of Crows

FISH: Field Of Crows

Ein kurzer Rückblick zu Beginn : Neben einigen Live- und Compilationscheiben veröffentlichte der 1958 im schottischen Edinburgh unter dem Namen Derek William Dick geborene FISH mit MARILLIONeinige erstklassige Alben („Script for a Jester´s Tear – 1983, “Fugazi” – 1984, „Misplaced Childhood“ – 1985) und nur ein wirklich durchschnittlich-schwaches Werk („Clutching At Straws” – 1987), bevor er im November 1988 seinen Ausstieg erklärte. MARILLION
machten fortan mit Steve Hogarth am Mikro weiter und der ehemalige Tankwart und Schalterbeamter bei der Arbeiterwohlfahrt bewies – auch wenn die grossen Singlehits fehlten – dass er auch solo erfolgreich sein konnte. Nach dem etwas zu sperrigen (und für mich schlechtesten Album seiner Solo-Karriere) „Fellini Days“ (2001) legt FISH jetzt mit dem in allen Belangen überzeugenden „Field Of Crows“ Studioalbum Nummer Sieben vor, des weiteren erschienen neben dem 93er-Coveralbum „Songs From The Mirror“ noch etliche, fast unzählige, Live- und Best of-Scheiben. Dieses komponierte er zusammen mit Zusammen mit den beiden Gitarristen Bruce Watson (Ex-BIG COUNTRY) beziehungsweise Frank Usher und spielte es mit diesen beiden Herren, Drummer Mark Brzezicki (u.a. BIG COUNTRY, HOWARD JONES, RICK ASTLEY oder PROCOL HARUM) und seinen relativ langjährigen Mitstreitern Steve Vantsis (Bass) und Tony Turnell (Keyboards) unter der erneuten produktionstechnischen Unterstützung von Elliot Ness, der bereits seit 1997 mit FISH zusammenarbeitet, ein.

Herausgekommen ist ein erstklassiges Album, das sich hinter meinen Meilensteinen seiner Solokarriere, nämlich „Vigil In A Wilderness Of Mirrors“ (1990) “Sunsets On Empire” (1997) und “Suits” (1994), nicht zu verstecken braucht. Wie immer wird das ziemlich düstere Album (Partymucke klingt definitiv anders) von Mr. Dick (ob er wohl weiß, dass er im deutschen „Herr Schwanz“ heissen würde?) bzw. seinem charismatischen, immer noch an PETER GABRIEL erinnernden, Gesang dominiert. Doch nun zu den Songs : „The Rookie“ ist zusammen mit „Numbers“ und „Old Crow“ der härteste Song des Albums, dafür ist FISH mit dem abschliessenden „Scattering Crows“ nicht nur der gefühlvollste Track, sondern auch ein echtes Highlight dieser Scheibe gelungen. Beim fast schon epischen „The Field“ (dem Opener und längsten Stück der Scheibe) hört man deutlich schottische Einflüsse heraus und Tracks wie „Moving Targets“ oder „Innocent Party“ erinnern nicht nur aufgrund der Stimme an frühe MARILLION. Sehr gelungen finde ich auch „Exit Wound“, eine toll-traurige Ballade mit Saxopohon-Einsatz. Überhaupt runden vereinzelte Saxophon- Klarinetten- und Bläserklänge das Album ab. Zwar haben sich mit „Zoo Class“ und „Shot The Craw“ auch zwei eher belanglose Stücke auf die Platte geschlichen (die Lumpen…), die aber immer noch Klassen besser sind, als das, was viele Genre-Kollegen ihren Fans als „Hit“ oder „Klassiker“ verkaufen wollen.

Fazit : Auch wenn FISH sehr viel bei sich selbst geklaut hat (was er ja wohl auch darf…) ist „Field Of Crows“ ein tolles und abwechslungsreiches Album mit sehr interessanten Lyrics (eine Tatsache, deren Feststelung bei einem FISH-Album nicht wirklich überraschend ist), einer eher dunklen Atmosphäre, der gelungenen Mischung aus besinnlichen Klängen, rockige(re)n Sounds, progressive(re)n Elementen und handwerklichem und soundtechnischem Können aller Beteiligten geworden. Abgerundet wird das Ganze durch ein tolles Covergemälde, zu dem der Künstler sich von Vincent Van Gogh’s „Weizenfeld mit Raben“ aus dem Jahre 1890 inspirieren liess. Kaufen! Kaufen! Kaufen! Die CD, nicht das Gemälde!

Veröffentlichungstermin: 29.04.2003

Spielzeit: 67:03 Min.

Line-Up:
Fish – Lead Vocals

Bruce Watson – Guitars And E-Bow.

Frank Usher – Guitars, Slide Guitar

Steve Vantsis – Bass

Mark Brzezicki – Drums And Percussion

Tony Turrell – Keyboards

Dave Haswell – Percussion

Danny Gillan – Backing Vocals On 1,2,3,4,6,11

Richard Sidwell – Trumpet And Flugel Horn On 1,4,6,8,10

Steve Hamilton – Saxophone On 1,4,6,8,10

Yatta, Lars K. Lande – Crowd Vocal On 1

Irvin Duguid – Clavinet On 6

Produziert von Elliot Ness
Label: Chocolate Frog Records

Homepage: http://www.the-company.com

Tracklist:
01. The Field (8.42)

02. Moving Targets (5.46)

03. The Rookie (5.35)

04. Zoo Class (5.23)

05. The Lost Plot (5.10)

06. Old Crow (5.20)

07. Numbers (5.36)

08. Exit Wound (5.55)

09. Innocent Party (7.37)

10. Shot The Craw (6.00)

11. Scattering Crows (Still Time) (5.05)