EFFLORESCE: Coma Ghosts

EFFLORESCE: Coma Ghosts

Allerorts konnten EFFLORESCE mit ihrem Albumeinstand „Coma Ghosts“ gute bis sehr gute Resonanzen einfahren – und das auch vollkommen zurecht! Die sechs größtenteils überlangen Stücke sind eindeutig dem progressiven Metal zuzuordnen, wurden aber nicht auf Teufel komm raus mit komplexen Parts vollgestopft, sondern beziehen ihre Wucht aus den schlüssigen Arrangements, den kraftvollen Riffs und den starken Melodien – egal ob vom Gesang oder der Leadgitarre. Sängerin Nicki erledigt ihren Job sehr gut, klingt dabei schön ungestelzt und passt zur tiefen, anspruchsvollen Musik – ihre immer wieder einsetzenden Querflötentöne und die Growls im Übrigen auch. EFFLORESCE haben daher mit den ganzen „female fronted Zirkusattraktionen“ nichts zu tun, die einem momentan mit viel Augenwischerei vorgaukeln, es mit interessanter Mucke zu tun zu haben. Soll heißen: Die im Info erwähnten Einflüsse von OPETH (mehr) oder PORCUPINE TREE (weniger) sind spürbar, aber nicht allgegenwärtig, die von EPICA dem Himmel sei Dank nicht vorhanden.

Etwas Zeit sollte man natürlich dennoch mitbringen, damit sich einem „Coma Ghosts“ in seiner Ganzheit erschließt, wobei es einem die eingängigen Refrains da durchaus nicht schwer machen. Die Produktion ist ebenfalls sehr gut gelungen und klingt natürlich und trotzdem ordentlich druckvoll. Für Mix & Mastering konnten EFFLORESCE Dan Swanö für sich gewinnen, was sich durchaus gelohnt hat. Um den positiven Eindruck abzurunden, gibt es ein stimmungsvolles Artwork, welches perfekt zur Musik passt sowie ein schönes Booklet, sodass man sich auch gerne mit den interessanten und nicht alltäglichen Texten auseinandersetzt.

Mit ihrem ersten Album haben die NürnbergerInnen definitiv alles richtig gemacht und wissen zu beeindrucken, sowohl was Technik als auch was Atmosphäre angeht. Was die ruhigeren Parts angeht, darf sich die Band für meinen Geschmack noch etwas von den großen Vorbildern OPETH entfernen, ich bin mir aber ziemlich sicher, dass das spätestens beim Nachfolger auch der Fall sein wird.
Bleibt zu sagen: Progger! Reinhören!

Veröffentlichungstermin: 10.02.2012

Spielzeit: 54:23 Min.

Line-Up:
Nicki Weber – vocals & flute
Tim Ivanic – guitar
Dave Mola – guitar, keys
Sebastian Ott – bass
Tobi Süß – drums, djembé

Produziert von Effloresce & Dan Swanö
Label: Generation Prog Records

Homepage: http://www.effloresceonline.com

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/effloresceonline

Tracklist:
01. Crib
02. Spectre Pt. I: Zorya´s Dawn
03. Pavement Canvas
04. Undercoat
05. Swimming Through Deserts
06. Shuteye Wanderer

Ulle