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DAWN OF A DARK AGE: Ver Sacrum

Mit „Ver Sacrum“ schließen DAWN OF A DARK AGE ihre Tetralogie über die Samniten ab: und man hätte dem Avantgarde Black / Folk Metal-Projekt einen dramatisch besser gelösten Abschluss gewünscht.

Da ist man mitten im Winter und DAWN OF A DARK AGE besingen bereits den (heiligen) Frühling. Wir wollen dies nicht gleich als Themenverfehlung markieren, aber das von Vittorio Sabelli angeführte Ensemble hat auch schon einmal besser performt. Zwar sind die stilistischen Unterschiede zum Vorgängeralbum „Transumanza“ (2023) nur marginal, als dass die Band weiterhin den Spagat zwischen Atmospheric Black Metal, Folk und Avantgarde zu vollziehen versucht, doch krankt das aktuelle Album an einer Highlight-Armut. Die 40 Minuten des abschließenden Teils einer Tetralogie über die Samniten plätschern oft gemächlich dahin, ohne dass die Dramatik recht zur Geltung kommt. Klar, da sind immer wieder die Einschübe der warmen Klarinetten-Klänge von Vittorio Sabelli, was die Trademark von DAWN OF A DARK AGE ist, aber unter die Haut wollen die Songs auf „Ver Sacrum“ diesmal nicht gehen. Das mag auch am Sound liegen, der – ebenso warm wie die Klarinette – kaum Spitzen und Kontraste aufzuweisen vermag.

DAWN OF A DARK AGE haben Kontrastpunkte verloren

A propos Kontraste: Ein weiterer markanter Unterschied zum Vorgängeralbum „Transumanza“ sind ebendiese Kontraste: so setzen DAWN OF A DARK AGE auf „Ver Sacrum“ nur mehr auf einen Sänger (Ignazio Cuga), der die Lyrics zwar auch mit Kehlkopf-Gesang intoniert (gut aufgelöst im gesanglich interessanten, aber kompositorisch blassen „Il Rito Della Consacrazione“). Auch kommen die echt flotte Passagen, die für stärkere Variationen im Tempo und somit für eine dramtischere Wirkung hätten sorgen können, zu selten und zu kurz (wie etwa am Ende von „Il Consiglio Degli Anziani (L’Oracolo)“) vor. Somit ist man versucht, lediglich den avantgardistischen Anstrengungen der Band Tribut zu zollen, ohne aber vom Album überzeugt zu sein.

Veröffentlichungstermin: 12.12.2025

Spielzeit: 40:21 Min.

Line-Up:
Vittorio Sabelli – Klarinette, Bassklarinette, Gitarre, Bass & Organetto
Ignazio Cuga – Gesang
Diego „Aeternus“ Tasciotti – Schlagzeug

Label: My Kingdom Music

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/dawnofadarkage
Mehr im Netz: https://dawnofadarkage.bandcamp.com

DAWN OF A DARK AGE „Ver Sacrum“ Tracklist

1. Il Voto Infranto (L’Ira Di Mamerte)
2. Il Consiglio Degli Anziani (L’Oracolo)
3. Il Rito Della Consacrazione (Video bei YouTube)
4. Venti Anni Dopo: La Partenza (Nascita Della Nazione Sannita)