ARMAGEDDON: Necromantic Celebration

ARMAGEDDON: Necromantic Celebration

Der Rezensent ahnt Schlimmes anhand des höchst austauschbaren Bandnamens. Allein Encyclopaedia Metallum zählt, sage und schreibe, zwanzig Kapellen unter dem Suchbegriff ARMAGEDDON. Und auch das Coverartwork kommt wenig originell daher, denn Ziegenböcke, die okkulten Riten beiwohnen, kennt man spätestens seit BATHORYaus den Achtzigern. Allerdings mag ich der Grafik nicht jegliche Wirkung absprechen, denn so austauschbar auch die Szenerie sein mag, so erkennt man doch ein gewisses Können, das hinter der Strichführung und der düsteren Farbgebung steckt. Tatsächlich hat sich das Ein-Mann-Projekt aus Frankreich die Dienste von Lemmys Hof-Grafiker Joe Petagno sichern können, der auch schon für Extreme-Bands wie VITAL REMAINS oder KRISIUN tätig war und damit seine Fußstapfen unabdingbar in der jüngeren Rockgeschichte hinterlassen hat.

Musikalisch gesehen bewegt man sich auf Necromanitc Celebration jedoch weder im beinharten Death Metal noch im Whisky-durchzogenen Hard Rock Business. Hauptsächlich steht Oldschool Thrash Metal mit kleineren Ausflügen in die Black Region auf der Tagesordnung. Dieser altbewährte Mix schafft es erwartungsgemäß natürlich weder innovativ, noch augenblicklich überraschend um die Ecke zu kommen. Mal hört man deutliche Teutonen Thrash-Referenzen (I am your Torment), ein andermal tönt es nordisch kühl wie IMMORTAL – doch wirkliche Abwechslung sucht man, bis auf den leicht orientalisch angehauchten Track The Curse of Akhmenra, auf Albumlänge leider vergebens. Das ist schade, denn beherrscht Silvere Catteau seine eigens eingespielten Instrumente erfreulich gut und lässt ab und zu einen gelungen Drumtakt oder ein bangbares Riff (The Shadow of the Beast) ertönen, sodass man sich fragt, warum er diese offensichtlich vorhandenen Fähigkeiten im Oldschool Sumpf untergehen lassen hat.
Soviel Potenzial wie die instrumentale Darbietung auch erkennen lässt, so mittelprächtig kommt allerdings der Gesang daher, der zwar hasserfüllt authentisch in bester VENOM-Manier aus den Boxen schallt, sich jedoch in einem sehr engen Tonkorsett befindet und es kaum erlaubt prägnante Momente zu schaffen.
Für Oldschool Fans, die auf der Suche nach Mehr vom Gleichen sind und denen die Klassiker von DESTRUCTION und Konsorten nicht ausreichen, kann diese Scheibe somit durchaus ihren Reiz entwickeln, denn sie atmet mit jeder Pore den Geist alter Thrash Glanztage. Musikhörer, die jedoch eher im Hier und Jetzt leben und nicht nach dem hundertsten Aufguss altbekannter Sounds gieren, brauchen dieser Veröffentlichung jedoch keine weitere Aufmerksamkeit schenken.

Veröffentlichungstermin: 01.12.2011

Spielzeit: 47:21 Min.

Line-Up:
Silvere Catteau – Guitars, Drums, Vocals

Label: Emanes Metal Records

Homepage: http://armageddon.online.fr/

Tracklist:
01. Necromantic Celebration
02. Pact With Darkness
03. The Shadow Of The Beast
04. I Am Your Torment
05. The Curse Of Akhmenra
06. Killing Grounds
07. The Serpent King Returns
08. Haunting The Grave
09. Evil Inside Of Me
10. Branded & Exiled (Running Wild Cover)