SILBERMOND against EARTHSHAKER

SILBERMOND against EARTHSHAKER

Eins vorweg: Ich bin 34 Jahre alt, gehe seit 19 Jahren auf Konzerte, war schon auf ca. 30 Festivals und bei über 200 Hallengigs. Vor einigen Wochen bin ich nach London geflogen, um MEGADETH zu sehen.

Ich muss mich also nicht schämen, dass ich am Sonntag ein SILBERMOND-Konzert besucht habe. Warum ich dort überhaupt hin bin? Weil ich mich am Donnerstag – bei genaueren Blick aufs Billing des EARTHSHAKER-Festivals – doch dazu entschlossen habe nach Kreuth zu fahren. Zwar nur für einen Tag, aber MASTERPLAN , KREATOR und TESTAMENT waren Grund genug. Deshalb verpasste ich auch eine Familienfeier – als Gegenleistung musste ich aber mit zu SILBERMOND, welche vorgestern vor meiner Haustür spielten.

An diesem Wochenende ist mir wieder einiges klar geworden. Die Metalszene krankt. Da steht einen Tag vor Beginn des Festivals auf der Homepage, dass man es in die Halle verlegt hat, weil es ja ein Gewitter geben könnte. Klar, es hätte mich und viele Fans gefreut, wenn die Veranstalter genug Eier gehabt hätten und einfach geschrieben hätten: Tut mir leid, der Vorverkauf war weit hinter den Erwartungen. Um das Minus in Rahmen zu halten finden die Konzerte in der Halle statt. Zuviel verlangt.

Egal. Losgefahren. Alles reibungslos geklappt und – es war ja nicht viel los – natürlich auch gleich einen Parkplatz gefunden. Selbstverständlich gerne die 10 DM Parkplatzgebühren für einen Tag bezahlt und auch nicht der Security widersprochen, die mich zurück zu meinem Auto geschickt haben, um es 10 cm weiter rechts zu parken. Der Parkplatz war Nachts zur Hälfte gefüllt…

Tagestickets gekauft. Laut Homepage sollten diese 70 DM kosten. Tatsächlich zahlten wir 84. Begründung der Frau an der Kasse: Keine Ahnung. Egal, sie kann ja nichts dafür. Für AC/DC, METALLICA , QUEENSRYCHE und MÖTLEY CRÜE habe ich vor 15 Jahren übrigens ein Drittel weniger bezahlt…

Übers Gelände gelaufen und gleich mal in die Halle geschaut. Naja, eine volle Halle schaut anders aus.
Übrigens standen vor drei Wochen beim BATTLE OF METAL in Geiselwind bei PARADISE LOST und BLACK LABEL SOCIETY ein paar hundert Leute vor der Bühne. Die Veranstalter selbst sprechen von einem vollen Erfolg…
Ich erinnere mich noch gerne an das Jahr 2000. Da hatte ich mein Hard-Union-Ticket und war der Mohammad Ali der Festivalsaison. Mittlerweile gibt es jedes Wochenende von Mai bis September Festivals.

FREEDOM CALL fangen in ein paar Minuten an. Nicht unbedingt meine Cup of Tea. Aber so ein Platz auf der Tribüne wäre schon angenehm, um das Konzert im Sitzen zu beobachten. Leider war die Tribüne geschlossen.

Nach vorne gelaufen und nach 3 Minuten fluchtartig die Halle verlassen. Selten so einen matschigen und lauten Sound gehört. Erstmal Taschentücher für die Ohren besorgt. Der Sound war eine Frechheit und zwar eine bodenlose. Die nächste Band haben wir uns geschenkt und sind ein bisschen übers Gelände gebummelt. 0,4l Bier 7 DM. Der Liter also fast 18. Longdrinks 13 DM und eine Bratwurst im Hambuger-Brötchen 7 DM. Pommes mit Ketchup 7 DM (Wucher) und ein Döner mit viel Zwiebeln und wenig Fleisch 8. Wahnsinn.

Dann zurück in die Halle um MASTERPLAN anzusehen. Endlich mal eine Band, die ich noch nie live erlebt habe. Ich freute mich…für ein paar Minuten, denn ich erkannte den ersten Song nicht. Es war so furchtbar laut, dass ohne Oropax oder ähnliche Hilfsmittel der Gig definitiv keinen Spaß machte. Der Auftritt war solide, der neue Sänger gut, aber irgendwie nicht für die Bühnen dieser Welt bestimmt. Bei GAMMA RAY waren auf einmal viele Leute in der Halle und bei KREATOR ging der Sound einigermaßen. Der Auftritt war gut, Mille war so richtig angepisst und die legendäre Ansage vor Flag of Hate stelle ich in den nächsten Tagen in Youtube rein. Dann kamen TESTAMENT und ich werde das nie verstehen. Warum ist eine Band, die seit 1999 keine Platte mehr veröffentlicht hat, immer wieder bei Festivals Headliner? Warum spielen die nach KREATOR? Warum sind die Co-Headliner in Balingen (2004)? Warum brauchen die immer so lange für ihren Soundcheck, dass sie nie ihre volle Zeit spielen? Netter Gig, nicht mehr und nicht weniger und es war auch wieder deutlich weniger los.

Was das jetzt alles mit SILBERMOND zu tun hat? Dort war auch ein großer Parkplatz. Ich fragte den Anweiser was es kostet. Antwort: Wieso soll das was kosten, wenn sie ihre Auto hier abstellen? SILBERMOND spielten so lange (130 Minuten) wie THIN LIZZY dieses Jahr beim Rock-Hard-Festival plus WHITESNAKE (in Balingen 2006), und einen halben TESTAMENT-Gig obendrauf. 0,5l Bier kosteten 5 DM und der Sound war 1a.

Liebe Festivalveranstalter: Schrumpft euch wieder gesund und hört endlich auf, uns für doof zu verkaufen!