WEAREOFF: Objects In Motion

WEAREOFF: Objects In Motion

Bevor Tobias Noormann (MIKROBOY) und Angus Baigent (THE COMMON DOWN) 2010 dazu kamen, waren WEAREOFF „nur“ ein Nebenprojekt der beiden ehemaligen TIGERBEAT-Mitglieder Stefan Nielsen und Daniel Schlott. Kaum vollzählig, veröffentlichten die Hamburger auch schon ihre ersten Tonaufnahmen. Eine selbstbetitelte EP, die von den New-Wave-Indie-Poppern nun im Zuge der Veröffentlichung ihres ersten Longplayers „Objects in Motion“ (gibt es hier im Stream / zu kaufen) zum freien Download bereitgestellt wurde.

Anno 2013 präsentieren sich WEAREOFF deutlich gereift, gerade in Punkto Songwriting. Die Hamburger klingen homogener, aufgeräumter, bestimmter. Wie eine Band, die ihren Sound gefunden hat oder zumindest sehr nah dran ist. Ein Teamerfolg, entschied man sich doch zur erneuten Zusammenarbeit mit Produzent Udo Böckmann (u.a. ALIAS CAYLON, FINN), der das Quartett auf „Objects in Motion“ auch bei den Arrangements und Synthies unterstützt hat. Eine gute Wahl. Das Ergebnis spricht für sich. Gerade der zurückgenommene Einsatz der Synthies, die sich mit ihrem neuen, bassigeren Klanggewand gleich viel homogener in den Bandsound einfügen, wirkt Wunder. Als wolle man die eigene Entwicklung dokumentieren, wurde mit „The Pain Remains The Same“ auch ein EP-Song in leicht überarbeiteter Form aufs Debüt genommen, der hier, seines alten Ballasts entledigt, gleich eine viel bessere Figur macht.

„And so I state my case in an age of ambition and endless possibilities / When I fail to see through the veil we hung high upon this soulless travesties / We´re objects in motion We´re lost souls larger than life Always in motion we´re spinning out of sight“ (aus „Objects In Motion“)

Über den eingängigen, größtenteils tanzbaren Songs – insbesondere die erste Single „Chymera“, „Breahtless“ wie auch die beiden rockigeren Nummern „Objects in Motion“ und „Miracle“ (bleibt als einziger Song unter der Vier-Minuten-Marke), laden zum schwofen ein -, liegt ein dunkler Schleier, der dem Album trotz einiger poröser Stellen im Stoff jederzeit eine düstere Atmosphäre verleiht. Diese Geschlossenheit wird auch in den Lyrics deutlich, welche die Verzweiflung, die Einsam-/ Orientierungslosigkeit und die Suche des Einzelnen nach seinem Platz im (post)modernen, von Schnelllebigkeit und zahlreichen anderen Wahnwitzigkeiten geprägten, Leben thematisieren.

„Seems like the way it goes the one who cares less is in control / Seems like the way it goes the one who cares less is always in control“ (aus „From End To Start“)

Die tragenden Säulen des Albums bilden der düstere Opener „Where There`s No Light“, das fast schon epische, sich wunderbar aufbäumende „Sound By Silence“ und das große Finale „The Wait“. Lediglich „Breathless“ und „As Long As We Remember“ wollen bei mir nicht richtig zünden. Die ansonsten starke Gitarrenarbeit tritt hier einfach zu sehr in den Hintergrund. Dafür kann die etwas schwächere zweite Albumhälfte, der eine weitere flottere Nummer gut zu Gesicht gestanden hätte, mit „From End To Start“ nochmal richtig Punkte machen – die geschmackvollen Gitarren und der super eingängige Refrain gehen runter wie Öl. Gleiches gilt für Stefan Nielsens meist getragenen, genretypisch mit einer guten Portion Hall angereicherten Gesang, der im Abgang ruhig etwas kratzen dürfte – hinsichtlich der Dynamik und Launigkeit im Vortrag gibt es noch ungenutzten Spielraum.

Generell könnten WEAREOFF noch etwas abwechslungsreicher und verspielter sein. Die über die gesamte Albumlänge gelungenen Arrangements lassen bei allem Minimalismus aber auch so nur selten irgendwelche Längen aufkommen.

„It used to be so real, we used to live on borrowed dreams / This craving for something more will it ever…will it ever end?“ (aus „The Wait“)

Dass WEAREOFF insbesondere dem Wave der 80er Jahre verfallen sind, ist nicht zu überhören – zu den populärsten Inspirationsquellen der Band zählen THE CURE und NEW ORDER. „Objects in Motion“ ist aber kein Doppelgänger, sondern die erste große, zeitgemäße Liebeserklärung, die WEAREOFF mit der Welt teilen. Weiter so!

PS: Sofern sie das mögliche Kleingeld zusammenbekommen, werden WEAREOFF „Objects in Motion“ auch auf Vinyl pressen lassen. Wer die Band dabei unterstützen möchte, kann dies in unterschiedlicher Art und Weise auf deren Crowdfunding-Seite bei SellaBand tun.

Veröffentlichungstermin: 10.05.2013

Spielzeit: 47:57 Min.

Line-Up:
Stefan Nielsen – Vocals, Guitar
Daniel Schlott – Synth, Bass, Vocals
Angus Baigent – Guitar, Vocals
Tobias Noormann – Drums

Produziert von Udo Böckmann
Label: Af-Music

Homepage: http://www.weareoff.net
Mehr im Netz: https://www.facebook.com/WEAREOFF

Tracklist:
Tracklist:
1. Where There´s No Light
2. Chymera
3. Objects In Motion
4. Miracle
5. Bound By Silence
6. From End To Start
7. Breathless
8. The Pain Remains The Same
9. As Long As We Remember
10. The Wait