TWILIGHT: III Beneath Trident´s Tomb

TWILIGHT zelebrieren mit Thurston Moore ihr Ende und beschreiten zum Abschied noch einmal neue Wege
Abschiede sind Tore in neue Welten. Und so schließt sich mit III: Beneath Trident´s Tomb das Kapitel von der Band TWILIGHT. Dass man sich bereits im Vorfeld des Releases von der musikalischen Bühne zurückzieht, mag ungewöhnlich sein, doch um neue Anstellungen brauchen sich die Musiker kaum zu sorgen. Denn jedes Mitglied spielt vorzugsweise in einer anderen Band (u.a. LEVIATHAN, KRIEG, NACHTMYSTIUM, THE ATLAS MOTH) und so kann man das Line-Up getrost als Supergroup titulieren. Auch die Kollaboration mit 90s-Hero Thursten Moore von SONIC YOUTH, der die Nachfolge von Aaron Turner (ISIS) antritt, stellt ein spannendes Novum sowohl für die Band, als auch für den Meister des Feedbacks dar. Offen blieb einzig die Frage, inwieweit sich der noisige Sound im experimentellen Black-Metal-Mix behaupten könne.
Bereits nach den ersten Sekunden von Lungs kennt man die Antwort. Der Sound von TWILIGHT hat sich im Vergleich zum Vorgänger Monument To Time End radikal geändert. Wo einst Post-Metal-Strukturen im Vordergrund standen, brechen nun gewaltige Noise-Wellen über den Hörer herein. Thurston Moore hat der Band überraschend stark seinen Stempel aufgedrückt – es quietscht und dröhnt an allen Ecken. Und tatsächlich, die Vermählung der beiden Musikstile funktioniert und fasziniert bis zu einer gewissen Schmerzgrenze. Denn zugänglich ist das Material auf Beneath Trident´s Tomb keineswegs geworden. Viel mehr nimmt man den Hörer mit in den Abgrund. Oft dominieren mechanische Industrial-Beats, die mit den sperrigen Gitarrenklängen und den teilweise suizidalen Schreien eine unheilige Symbiose eingehen. Nur selten gibt es greifbare Melodien oder Riffs zu hören wie im doomigen Intro von Swarming Funeral Mass, meist liegt der eigentliche rote Faden unter meterdicken Krach-Fundamenten begraben. Dennoch macht gerade dies einen Großteil der Faszination aus, diese Suche nach Halt im völligen Chaos (Seek No Shelter Fevered Ones). Die Songs sind einzeln betrachtet nicht unbedingt hörenswert, doch funktioniert das Album am Stück erstaunlich gut. Die morbide Atmosphäre mit seinen bizarren Soundcollagen übertüncht dabei einige Schwächen im Songwriting, wie zum Beispiel die aufgesetzt wirkenden Blast-Passagen in A Flood of Eyes. Und auch die Produktion sitzt zwischen den Stühlen. Logischerweise versucht man nicht zu glatt zu klingen, hat dann aber im Mix nicht immer die Konsequenz, die Gitarre in den Vordergrund zu rücken, sondern fokussiert sich auf die eher durchschnittlich dargebotenen Vocals von Imperial. 
TWILIGHT zelebrieren mit III: Beneath Trident´s Tomb ihr Ende und beschreiten zum Abschied noch einmal neue Wege. Die Musik ist durch und durch sperrig geraten und hat nur am Rande etwas mit Black Metal zu tun. Abfeiern muss man dieses Experiment nicht zwangsläufig, dafür sind zu viele Längen und zu wenig Höhepunkte in den Songs vorhanden, doch zumindest sollte man diese Veröffentlichung als Gesamtkunstwerk honorieren. Denn wirklich neue Ansätze und Stilvermischung gab es im Black Metal in letzter Zeit leider viel zu selten. 

Veröffentlichungstermin: 17.03.2014

Spielzeit: 41:10 Min.

Line-Up:

Imperial – Vocals
Wrest – Drums, Bass, Vocals
Stavros Giannopoulos – Guitars, vocals
Sanford Parker – Keyboards
Thurston Moore – Guitars, Vocals

Label: Century Media Records
Mehr im Netz: https://www.facebook.com/TwilightBlackMetal?fref=ts

Tracklist:

01. Lungs  
02. Oh Wretched Son  
03. Swarming Funeral Mass
04. Seek No Shelter Fevered Ones
05. A Flood of Eyes
06. Below Lights