THE SPECTRE BENEATH: The New Identity of Sidney Stone

In der Gesamtbeschau macht das Krimi-Albumkonzept von THE SPECTRE BENEATH mit leicht theatralischem Progressive, Heavy, Power und Thrash Metal durchaus Sinn.

Was soll ich sagen: Weder der Bandname THE SPECTRE BENEATH, noch der Albumtitel “The New Identity of Sidney Stone” oder das Cover-Artwork wirken aufs Erste so richtig einladend. Doch die Musik, die sich dahinter verbirgt, ist besser als die Erwartungshaltung – und straft die Nichtbeachtung, als dass die Band aus dem englischen Runcorn durchaus etwas drauf hat. Gerade in seiner progressiv theatralischen Nische macht das Albumkonzept Sinn.

THE SPECTRE BENEATH punkten mit progressivem Spannungsaufbau

Das fängt bereits beim Opener “Clockwork Heart” an, der Drive entwickelt und auch in Sachen Spannungsaufbau dem cineastischen Krimi-Aspekt des Albums Rechnung trägt. Auch sonst stechen einzelne Elemente hervor, wenn THE SPECTRE BENEATH mit der Dramatik spielen – und das eingebettet in einer Mischung aus Progressive, Heavy, Power und Thrash Metal. So gefällt der Auftakt zu “20 Shillings a Town” ebenso wie derjenige zu “The Criminal” oder das flottere “The Exhumation”. Und selbst das etwas zähe “The Premature Burial” punktet mit diesem progressiven Spannungsaufbau.

Gesanglich gibt es dagegen ein paar Abstriche zu machen. Da wirkt die Abstimmung der mehrspurigen Vocals in “Broken” etwas ungeschickt und auch sonst vermisst man bei L. Lockser die richtige Metal-Röhren-Power. In den ruhigeren Nummern – ob balladesk oder bluesig (“Last Light in the House”) – macht die Sängerin eine bessere, ja sattelfestere Figur.

Auf “The New Identity of Sidney Stone” sollte nicht ganz vergessen werden

An den Instrumenten wird trotz progressiver Ausrichtung nicht brilliert – gerade die Gitarren-Soli könnten stellenweise (weit) spannender sein. Auf der anderen Seite lässt sich dadurch sagen, dass die Instrumente schlicht songdienlich agieren. So richtige Abstriche sind dagegen beim Sound zu machen, als dass insbesondere die Gitarren im Mix, aber auch bei der Aufnahme-Qualität vernachlässigt wurden. Und dennoch, wäre es irgendwie schade, ganz auf “The New Identity of Sidney Stone” vergessen zu haben. Schließlich haben die Engländer einen kleinen Thriller musikalisch recht ansprechend umgesetzt.

Veröffentlichungstermin: 28.05.2021

Spielzeit: 61:33 Min.

Line-Up:
L. Lockser – Gesang
Pete Worrall – Gitarre, Bass & Klavier
Constantine Taylor – Schlagzeug

Gast-Musiker:
Vinícius Assis – Gitarre

Label: Wormholedeath

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/TheSpectreBeneath/
Mehr im Netz: https://thespectrebeneath.bandcamp.com/

THE SPECTRE BENEATH “The New Identity of Sidney Stone” Tracklist

1. Clockwork Heart (Lyric-Video bei YouTube)
2. Voice in the Static (Video bei YouTube)
3. Broken
4. Have you waited for the world to change?
5. 20 Shillings a Town
6. The Last Light in the House
7. The Criminal
8. The Funeral
9. The Premature Burial
10. The Phone Call
11. The Exhumation