SUNS OF THYME: Fortune, Shelter, Love, and Cure

SUNS OF THYME: Fortune, Shelter, Love, and Cure

Fortune, Shelter, Love, and Cure – was will man mehr?, denke ich mir, als ich beginne, mich mit dem gleichnamigen Debutalbum von SUNS OF THYME auseinanderzusetzen. Mal sehen, inwieweit der Vierer aus Berlin es schafft, mit seinem Erstling bei der werten Hörerschaft ebenjene Gefühle zu wecken.

Die Scheibe beginnt so sachte, als wolle man die Welten des Psychedelic-/Alternative-Rock erst einmal vorsichtig ausloten. Sphärische Klänge plätschern aus den Lautsprechern, Gesang, Instrumente und Background scheinen ineinander zu verschwimmen – ein Gefühl, das bereits auf dem Albumcover visuell vorweggenommen wird, auch hier sind surreal vermischte Welten angedeutet. SUNS OF THYME zelebrieren ein Gefühl der Entschleunigung, zum Schweben und Welt-Entfliehen. Schon die blumigen Namen der Stücke (Blue Phoenix Tree, Soma (God for Gods)) laden zum Fantasieren ein, asiatische und orientalische Einflüsse sorgen für musikalische Abwechslung.

Das Tempo wird nach dem zaghaften und etwas eintönigen Beginn der Platte etwas angehoben, eingängige Gitarrenmotive (One Song, Cataclysm 2084) hängen sich sofort ins Ohr und verlangen nach dem Repeat-Knopf. All das tut der entspannten Gesamtstimmung keinen Abbruch – sie zieht sich durch alle zehn Songs des Albums. Die Stimme von Tobias Feltes bleibt über die gesamte Albumlänge hinweg bedächtig und angenehm ruhig, teils tranceartig und drängt sich nie in den Vordergrund. Natürlich kann er auch anders: Am Ende von The Years We Got Are Not Enough ahmt Feltes Gitarrenlaute nach, bei Asato maa scheint seine Stimme sich gar in ein Didgeridoo zu verwandeln, welches das (beinahe) gleichnamige indische Mantra brummt: Om Asato ma Satgamaya – führe mich von der Unwirklichkeit zur Wirklichkeit.

SUNS OF THYME nehmen das wörtlich: Earth, Over. heißt der zehnte und letzte Song der Platte. Alles aussteigen, genug geträumt, geschwebt, geduselt. Welt an. Der 40-minütige musikalische Schwebezustand, den SUNS OF THYME dem Hörer mit Fortune, Shelter, Love, and Cure gewähren, ist zu Ende. Aber man kann ihn ja jederzeit neu starten.

Gastreview von Alina Sauer

Veröffentlichungstermin: 12.07.2013

Spielzeit: 39:00 Min.

Line-Up:
Tobias Feltes – Guitar, Vocals
Tim Hoppe – Guitar
Gregor Amadeus Rosenkranz – Bass
Jascha Kreft – Drums, Vocals

Label: Electric Magic
Mehr im Netz: https://www.facebook.com/SunsofThyme

Tracklist:
1. Violent Eyes
2. The Way
3. One Song
4. Soma (God for Gods)
5. The Years We Got Are Not Enough
6. Blue Phoenix Tree
7. Cataclysm 2084
8. Asato Maa
9. Interlude
10. Earth, over.