REBAELLIUN: Annihilation

REBAELLIUN: Annihilation

Ay Karamba! Bei den Brasilianern Rebaelliun klingt es nicht nach Karneval und nicht nach Samba – im Gegenteil! Die vier Jungs aus Porto Alegre verfallen auf ihrem zweiten Album „Annihilation“ in mörderische todesmetallische Raserei, dass man ihre Namen in einem gekeuchten Atemzug mit den unüberhörbaren musikalischen Vorbildern Deicide, Morbid Angel und Slayer stammeln muss.

In bedrohlichen brausenden Stakkatoriffgewittern mäht ein Doublebass- und Blastbeat-Sperrfeuer über 38 Minuten ohne Ladehemmungen, als müssten die brasilianischen Rebellen ganze himmlische Heerscharen am Zuckerhut ausbluten lassen. Ausgefeilte morbide Leads durchdringen wie Leuchtspurmunition das Inferno, darüber brüllt der neue Frontmann Lohy Fabiano stimmgewaltig seine Kommandos.

So far, so good – so weit im Westen nichts neues. Denn von Ansatz, Intensität und Ästhetik könnte man „Annihilation“ auch als die „Panzerdivision Marduk“ des Death Metal durchgehen lassen. Die Brasilianer Rebaelliun beschreiten diesen leuchtenden Pfad bereits seit ihrer ersten Mini-CD „At War“ konsequent und haben ihren Stil immer weiter verfeinert. So bewegen sie sich mittlerweile selbst in Hochgeschwindigkeitsbereichen auf einem beeindruckendem technischen Niveau – gerade im Vergleich mit den selbsternannten schwedischen Sturmführern. Auch die Produktion aus den Händen Andy Classens besticht mit einem brutal-druckvollen Sound und verleiht so der musikalischen Vernichtung eine zusätzliche, grausame Qualität.

Dennoch: Was bleibt ist mehr Kult als Klassiker. Rebaelliun haben zweifellos eines der brutalsten und schnellsten Alben aller Zeiten abgeliefert, eine würdige Hommage an die oben genannten Vorbilder; doch über die gesamte Spielzeit gesehen bieten sie erneut (vgl. das Debütalbum „Burn The Promised Land“) zu wenig Abwechslung. Alter Prügelfehler: Das Höllentempo, in dem Annihilation eingezimmert wurde, wird über die gesamte Spielzeit kaum variiert. Die Lieder verschwimmen, haben wenig Wiederkennungswert. Nur die wahnwitzigen Leads und vereinzelte Kreator/Slayer-Riffs („Unleash the Fire“) bleiben hängen.

Wenn ihr dann im August vor der Qual der Wahl steht, welche Samba-Scheibe ihr beim brasilianischen Folklore-Dealer eures Vertrauens ersteigern sollt – Krisiun oder Rebaelliun? Greift zur Vernichtung: „Annihilation“ ist schneller, härter, herausragender!

Line-Up:

Lohy Fabiano – Gesang, Bass

Fabiano Penna – Gitarre

Ronaldo Lima – Gitarre

Sandro Moreira – Schlagzeug

Tracks:

Annihilation

Rebellious Vengeance

Steel Siege

Red Spikes

Unleash the Fire

Unborn Consecration

God of a Burned Land

Bringer of War

Defying the Plague

Spielzeit: 38:07 Min.

Produziert von Andy Classen
Label: Hammerheart Records

Homepage: http://www.rebaelliun.com