PARAPHILIA: Primordium of Sinister Butchery [EP] [Eigenproduktion]

Die vorliegende EP “Primordium of Sinister Butchery” repräsentiert das Debüt des Duos PARAPHILIA aus Portland. Der Promo kann entnommen werden, dass die beiden Akronyme “SP” und “KPP” in einigen anderen Kapellen musizieren. Viel mehr, als dass Fans von DEVOURMENT, HATE ETERNAL und CANNIBAL CORPSE auf ihre Kosten kommen sollten, erfahren wir nicht. Holla die Prügelfee, da wird die Messlatte aber hoch angelegt.

Das Werk selbst bietet mit drei Songs und einem Coversong eine Laufzeit von knapp 16 Minuten. Die Produktion ist für eine Eigenproduktion ganz amtlich – kein Hochglanz aber genug Transparenz, um alle Instrumente und das infernalische Geröchel differenziert herauszuhören. Es dürfte nach persönlichem Gusto aber gerne etwas mehr Druck transportiert werden.

Eher MORBID ANGEL als DEVOURMENT

Der Opener “Pocks of Frothing Rut” beginnt erstmal majestätisch walzend – diese Erhabenheit erinnert an frühe Werke von MORBID ANGEL. Es ist nicht ersichtlich, wessen Organ die Szenerie beschmutzt, aber es klingt abgrundtief böse und passt wie die Faust aufs Death Metal-Auge. Der Fokus liegt ganz auf dem Riffing, dem genügend Raum gegeben wird, um sich zu entfalten. Der Rhythmus wirkt fast hypnotisch und wiegt den geneigten Hörer in trügerischer Sicherheit. Nach ein paar Variationen ist dann aber endgültig vorbei mit gemütlich, denn ab der Marke 02:40 wird das Tempo angezogen. Gegen Ende wird das Eingangsmotiv wieder aufgegriffen und der Song mit Blasts und Breaks zum Ende getragen. Ein guter Einstand; allerdings auch nicht weltbewegend.

Intensiv – mit wenig Eigenständigkeit

Song Nummer 2, “Catalytic Heaving”, lässt sich am besten mit dem ersten Song beschreiben, nur in deutlich gesteigerter Intensität. Härtere Breaks, stärker Groove, schnelleres Tempo – insgesamt von allem mehr – es verirrt sich sogar die eine oder andere Melodie in den Klangkosmos von PARAPHILIA – nur um diese dann wieder gnadenlos umzuballern. Der letzte Song aus eigener Feder, “Patterns of Invigoration”, verlässt das bisherige Schema und ist durchgängig im Up-Tempo angesiedelt. In Minute 1:15 wird ein Solo gezündet, das Erinnerungen an VITAL REMAINS weckt. Ansonsten grundsolide Kost – nicht mehr und auch nicht weniger. Überraschungen gibt es sonst keine.

Mit der Auswahl des Covers von “They are the Children of the Underworld” der Teufel von DEICIDE hat man sich vermutlich keinen großen Gefallen getan. Denn der Song klingt so, wie man sich die anderen Stücke von PARAPHILIA gewünscht hätte. Das Gefälle der Songqualität wird hier leider deutlich.

Puristen greifen lieber zum Original

Alles in allem – und das muss man gestandenen Musikern auch sagen dürfen – wird hier zu wenig Eigenständigkeit geboten, um aus der Masse der Releases hervorzustechen. Laune macht das Teil auf jeden Fall – Fans von HATE ETERNAL oder DEVOURMENT werden hier aber definitiv nicht abgeholt. DEICIDE Fans greifen besser zum Original – sollten die beiden aus Portland aber auf dem Schirm behalten.

VÖ.: 23.04.2021

Label: Eigenproduktion

Lineup:
SP: Instruments, Vocals
KRP: Vocals, Lyrics

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PARAPHILIA “Primordium of Sinister Butchery” Tracklist

01 Pocks of Frothing Rut (Audio bei Bandcamp)
02 Catalytic Heaving
03 Patterns of Invigoration
04 They Are the Children of the Underworld (DEICIDE Cover)

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