LYNYRD SKYNYRD: God And Guns

Als LYNYRD SKYNYRD-Fan bekommt man ein ordentliches Album, das nicht wirklich enttäuscht. Absolut begeistern wie viele der alten Klassiker kann "God And Guns" jedoch nicht.

LYNYRD SKYNYRD waren für mich immer irgendwie der Adler unter den Southern-Rock-Vögeln. Sie schwebten erhaben über all dem, was kam, nachdem LYNYRD SKYNYRD maßgeblich den Südstaaten-Rock geprägt hatten. Mal ganz weit oben, zeitweise auch in nicht mehr ganz so majestätischen Höhen unterwegs, sind sie nun mal die Urväter dieses Sounds. Die Hoffnung, dass sich die Tendenz zum Schunkelrock verflüchtigen würde, war groß, wird aber leider nicht ganz erfüllt.

Es gibt ein paar gute Southern-Rocker mit reichlich Rock`n´Roll und Countrysound. Sicher, ein Song wie Southern Ways oder Unwrite That Song ist schön, verbreitet Südstaatenflair, wie ihn LYNYRD SKYNYRD nun mal selbst erfunden haben. Von alten Gänsehautballaden wie Tuesday´s Gone, Simple Man oder All I Can Do Is Write About It bleibt man aber um Grand Canyon-Breite entfernt. Wird es rockiger, dann meint man die Handschrift von Rickey Medlocke zu erkennen, so manches Riff würde man so auch bei BLACKFOOD erwarten wie bei Skynyrd Nation. Die Stimme von Johnny Van Zant hört man immer wieder gern, die Band spielt routiniert, aber ohne große Höhepunkte. Beim Opener Still Unbroken oder bei Little Thing Called You kann man sich immer noch wunderbar als cool rockender Cowboy oder bäriger Trucker fühlen, es haben sich aber auch Songs eingeschlichen, die dem Status der Southern-Pioniere nicht ganz gerecht werden. Einen faden Beigeschmack bekommt die Sache, wenn man liest, dass LYNYRD SKYNYRD auf die Hilfe von externen Songwritern zurückgreifen müssen. Hallo? Die Herren haben dieses Genre wie kein anderer geprägt, und es reicht heute nicht mal mehr für eigene Songs? Braucht es einen Country-Experten für noch mehr Cowboy-Feeling oder einen John5 (ROB ZOMBIE, MARILYN MANSON) für mehr Pepp in den Songs? Wenn es soweit ist, dann hat der Adler bereits ordentlich Federn gelassen. Und wenn ich mir die jungen Southern-Bands allein in meiner aktuellen Todo-Liste anschaue, dann ist bei den Vorzeige-Südstaatenrockern doch langsam Götterdämmerung angesagt.

Als LYNYRD SKYNYRD-Fan bekommt man ein ordentliches Album, das nicht wirklich enttäuscht und gern mal im Player landet. Absolut begeistern wie viele der alten Klassiker kann God And Guns jedoch nicht.

Veröffentlichungstermin: 25.09.2009

Spielzeit: 49:34 Min.

Line-Up:
Johnny Van Zant – Vocals
Gerry Rossington – Gitarre
Mark Matejka – Guitar
Rickey Medlocke – Guitar
Robert Keans – Bass
Peter Keys – Keyboards
Michael Cartellone – Drums
Dale Krantz Rossington – Backing Chorus
Carol Chase – Backing Chorus

Produziert von Bob Marlette
Label: Roadrunner Records

Homepage: http://www.lynyrdskynyrd.com

MySpace: http://www.myspace.com/lynyrdskynyrd

Tracklist:
1. Still Unbroken
2. Simple Life
3. Little Thing Called You
4. Southern Ways
5. Skynyrd Nation
6. Unwrite That Song
7. Floyd
8. That Ain´t My America
9. Comin´ Back For More
10. God And Guns
11. Storm