ELF QUEEN: Requiem [Eigenproduktion]

Auch wenn “Requiem” von ELF QUEEN nicht ganz so tief, wie es der Titel erhoffen ließe, unter die Haut zu dringen vermag, lässt sich das Dark Classical / Nordic Folk Album gut anhören.

Ein trauriger Hintergrund gab den Anlass zum neuen ELF QUEEN-Album “Requiem”: Josette Thea Nordman, die Verlobte von Gitarrist und Songwriter Hauk Heimdallsman verstarb im Krankenhaus, kurz nachdem die Band aus Los Angeles ihr Debütalbum “Glory to the Brave” veröffentlicht hatte. Neben dem dadurch begründeten Requiem-Setting des neuen Albums finden sich auf dem Album auch Interpretationen der Edda-Gedichte “Voluspa”, “Havamal”, “Voluspa en Skamma” und “Hrafnagaldur Odins”.

“Requiem” lebt von gut komponierten Vocal-Lines

Mit dieser Ausgangslage ist die musikalische Basis gewissermaßen gelegt: Dark Classical / Nordic Folk mit ein bisschen Rock / Metal-Einschlag, als dass es doch Drumming und E-Gitarren gibt. Mitunter hat man gar Rap-Elemente wie in “Voluspa Part 2” eingebaut, was aber deplatziert wirkt, als dass Sängerin Kelsey alles andere als eine Rapperin ist. Ihre reguläre Singstimme wirkt zudem etwas dünn, was dem Album insofern schadet, als dass es sehr auf die Vocals setzt. Die Vocal-Lines an sich sind allerdings gut komponiert – mit Ausnahme des etwas wackeligen “Voluspa Part 4 Ragnarok” – und haben ein interessantes Maß an Melodik (“Voluspa Part 1”). Weiterhin schön anzuhören sind so manche Chor-Arrangements oder Weltmusik- / Kehlkopf-Gesang-Passagen (“Taking Up the Runes”).

ELF QUEEN setzen auf variantenreiche instrumentale Ausstattung

Auch sonst sind die Kompositionen trotz ihrer Einfachheit gelungen. Denn oft genügt es, einzelne Klavier-Anschläge für die Dramatik zu nutzen. Weiterhin positiv anzumerken ist die instrumentale Ausstattung mit Viola, Oboe, Violine oder Flöte, die nicht vom Band sondern ganz klassisch eingespielt wurde.

Von einem Triple A-Release ist im Falle von “Requiem” aber sicherlich nicht zu sprechen und das Album hat auch seine Längen (“Voluspa Part 5”) und vermag nicht ganz so tief, wie es der Titel erhoffen ließe, unter die Haut dringen. Allerdings stechen manche Passagen heraus und brennen sich nach wiederholtem Hören sogar ins Gedächtnis ein.

Veröffentlichungstermin: 28.07.2022

Spielzeit: 44:50 Min.

Line-Up:
Kelsey – Gesang
Uncle Hauk- Gitarre, Keyboard & Gesang
Abby Smith – Viola
Soli Jones – Oboe
Chrysa Kovach – Flöte & Piccolo
Molly Chandler – Violine

Label: Eigenproduktion

Mehr im Netz: https://elfqueen.bandcamp.com/
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ELF QUEEN “Requiem” Tracklist

1. Overture 03:44
2. Voluspa Part 1 06:01
3. Voluspa Part 2 03:23
4. Voluspa Part 3 05:21
5. Taking Up the Runes 04:51
6. Hymn to Heimdall 04:53
7. Voluspa Part 4 Ragnarok 06:02
8. Voluspa Part 5 05:20
9. Outro “Cattle Die…” 04:46