AUTUMN CLAN: Requiem To The Sun

AUTUMN CLAN: Requiem To The Sun

Zu hören, dass eine Gothic-Band gänzlich ohne weiblichen Gesang und so gut wie ohne Keyboards auskommt, ist wie Balsam für die Ohren. Wenn dann noch fette Gitarren und ein wuchtiges Schlagzeug (mit Doublebass) das Fundament des Sounds ausmachen, sollte eigentlich einem Hörgenuss, der sich wohltuend vom weichgespülten Gothic-Pop von HIM und Konsorten absetzt, nichts im Wege stehen.

Doch so einfach ist die Rechnung im Falle AUTUMN CLAN nun leider doch nicht. Auch wenn es über weite Strecken gelingt, durch packende Refrains und Arrangements, tolle Stimmungen aufzubauen, so schleichen sich über die Distanz von 53:45 Minuten doch einige Längen ein. Dies ist vor allem dem noch ausbaufähigen Gesang zuzurechnen, der durch fehlende Variationen auf Dauer ziemlich anstrengend und monoton wirkt. Das Album hat seine besten Momente dann, wenn der Vierer mit verschiedenen Gitarrensounds experimentiert und die Vocals dann doch variiert werden, nachzuhören bei Hate Tunes, Desire, Abuse Me und Dissonant Trip. Aber auch der Rest des Materials kann bis auf wenige Durchhänger (Hollow, Dream Sequence, Through) durch eine gesunde Portion Härte überzeugen. Ob das Fehlen einer Ballade positiv oder negativ zu bewerten ist, stelle ich einfach dem Zuhörer anheim.

Trotz der Kritikpunkte ist unseren östereichischen Nachbarn ein starkes Album gelungen, welches sicherlich den Weg in etliche CD-Player finden wird.

Spielzeit: 53:45 Min.

Line-Up:
Jens P. Hermann (Gesang, Gitarre)
Franz Franky Baumann (Gitarre)
Markus Mexx Kicker (Schlagzeug)
Gabriel Kiri (Bass)

Produziert von Boban Milunivic
Label: W.A.B./Napalm Records

Tracklist:
1. New Gothicism
2. Hollow
3. Requiem To The Sun
4. Turnin´Away
5. Dream Sequence
6. Hate Tunes
7. Garden Of Eden
8. Abuse Me
9. Desire
10. Symphony Of Sadness
11. Mortal
12. Dissonant Trip
13. The Lack Of Inventive Genius
14. Through