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	<title>1476 Archiv | vampster - Metal Magazin</title>
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	<description>Dein Metal Webzine. Seit 1999.</description>
	<lastBuildDate>Mon, 31 Jul 2023 06:37:03 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
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	<item>
		<title>1476: In Exile</title>
		<link>https://vampster.com/cd-reviews/1476-in-exile/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Holz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Jul 2023 06:37:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[1476]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit ich mich mit unheimlich-emotionaler Musik beschäftige und meine Vorliebe dafür kundtue, wird mir eine gewisse Affinität zum Kitsch nachgesagt. Doch was ist Kitsch, und warum soll es bitte schlecht sein, wenn blumenbekränzte Gruselgestalten mit Schwertern in der Sonne stehen auf dem Cover eines Albums, dessen Artbook-Edition dann gefüllt ist mit Fotos, die überwiegend auch aus einer Sommer-Edition des „Landlust“-Magazins stammen könnten (oder „Geo Saison“, von mir aus)? Eben. Ist doch schön! Große Kunst! Oder etwa nicht?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das frage ich mich ehrlich gesagt, seit ich „In Exile“ vorliegen habe. Das vor sechs Jahren erschienene Vorgänger-Album <a href="https://vampster.com/cd-reviews/1476-our-season-draws-near/">„Our Season Draws Near“</a> bedeutet mir wegen seiner romantischen Verklärung von Isolation und Widerständigkeit eine Menge; „In Exile“ &#8211; der Titel verrät‘s bereits – bietet im Grunde das gleiche Thema, aber künstlerisch anders aufbereitet: Statt Winter gibt es Sommer, und das Konzept ist differenzierter, ambitionierter: Jeder Song soll uns in die Welt einer Gottheit entführen, die wiederum für einen Weg steht, wie wir mit dem fortschreitenden Niedergang der Welt umgehen können – jede Gottheit lebt in ihrem eigenen Exil sozusagen.</p>
<p>Weiter werde ich nicht in das Konzept des Albums einsteigen, denn ich vermute, dass nur Bandkopf Robb selbst versteht, was er da so in seinen Meditationen erdacht und erfühlt hat – oder da ist gar nichts Großartiges, sondern vor allem Symbole, Bilder für recht banale Fragen der menschlichen Existenz wie die danach, was ich morgens anziehe, wem ich meine Aufmerksamkeit schenke oder in welcher bürgerlichen Existenzform ich meine Gesundheit ruiniere. Jedenfalls darf man sich freuen, dass <a href="https://vampster.com/cd-reviews/1476-our-season-draws-near/">mein damaliger Wunsch an die Band</a> sich offenbar erfüllt hat: Man hat nicht den Kopf in den Sand gesteckt oder sich im Narzissmus verloren, sondern man hat was draus gemacht, aus dem Leben (und leider direkt ein Lied darüber geschrieben, dass am Ende immer alles gut wird: &#8222;Beyond The Meadows, Beyond The Moors&#8220; passt zwar auf die Platte, ist für sich genommen aber wirklich grausam drüber).</p>
<p>Musikalisch ist „In Exile“ generell nicht unbedingt der große Wurf – jedenfalls nicht auf den ersten Blick. Der Klang ist zu undifferenziert und klirrend, es fallen Spielfehler auf, in „Tristesse in Exile“ ist gar ein ärgerlicher Mix-Fehler enthalten (plötzlich bricht der linke Kanal weg, wie bei einem Wackelkontakt), der Gesang ist im Grunde eine Zumutung, eine wirkliche künstlerische Weiterentwicklung sucht man trotz der sechs Jahre zwischen zwei Alben vergebens, und alles in allem verlassen sich <a href="https://vampster.com/bands/1476/">1476</a> halt auf große Gesten, die man als kitschig brandmarken kann, wenn man denn möchte.</p>
<h2>&#8222;In Exile&#8220; ist ein anachronistisches Vergnügen für Nostalgiker und Melancholiker</h2>
<p>Aber halt, ist das nicht genau das, was sich der Metal-Punk Andi Holz immer wünscht? Verkopft, perfektionistisch, langweilig soll es doch bitte nicht sein, sondern emotional, unperfekt, spannend? Genau: Die Band wirkt im Grunde wie ein Ausflug in die Anfangszeiten von Prophecy Productions, als Bands wie <a href="https://vampster.com/bands/empyrium/">EMPYRIUM</a> und <a href="https://vampster.com/bands/paragon-of-beauty/">PARAGON OF BEAUTY</a> noch voller jugendlichem Sturm und Drang schlecht produzierte, ungefilterte Melancholie-Epen für die Ewigkeit geschaffen haben. „In Exile“ wirkt mit seinem hohen Anspruch und dem Scheitern daran wie ein einziger Anachronismus, und es ist wohl mit meinem mittlerweile doch wohl endgültig nicht mehr jugendlichen Alter zu erklären, dass ich mich frage, ob ich sowas eigentlich immer noch gut finde.</p>
<p>Die Antwort ist natürlich: Ja, verdammt! Ich liebe es. Jedes Mal, wenn ich „In Exile“ anmache, schwelge ich erneut in der schwungvollen Wehmut, die aus dem Album suppt wie Sauce aus einem richtig geilen Burger, und unter all dem Tand und Prunk ist ja doch auch filigranes Können versteckt: Am Schlagzeug nämlich tobt sich mit Neil DeRosa jemand aus, der genau weiß, wie man Rhythmen einsetzen muss, um einen Song interessant zu halten und richtig gut werden zu lassen, und auch die Gitarren legen das ein oder andere schmissige Solo aufs Parkett. Und egal, in welchem Stil man sich gerade bewegt – überwiegend mit Crust und Shoegaze gewürzte Black-Metal-Gefilde, aber 1476 verarbeiten auch immer wieder ihre Vorlieben für Neofolk und guten alten Folk Punk aus UK und Irland -, man ist immer als 1476 zu identifizieren; selbst auf der etwa 25-minütigen Bonus-CD „Lost Souls“, die thematisch zum Album gehört, aber musikalisch doch zu anders geraten ist, weniger metallisch-rockig, mehr esoterisch-sphärisch; es war eine gute Wahl, diese Songs auszusortieren, denn hier wirkt der Gesang besonders unbeholfen drüber, und es fehlt das Sturm-und-Drang-Element, das 1476 in ihren besten Momenten glänzen lässt.</p>
<p>Die größte Schwäche der Band ist also ihre größte Stärke: Sie ist unverwechselbar, leidenschaftlich, ungefiltert emotional und so richtig schön bunt (meine Güte, ist das Artwork bunt!). Deshalb: wer an dezent schiefem Hals- und Herzschmerz-Gesang, cleverem Drumming, ausgiebiger Naturmystik und großen Gefühlen Gefallen findet, wird „In Exile“ mögen oder gar lieben. Trotzdem komme ich nicht umhin mich zu fragen, ob die Band nicht mit etwas mehr Perfektionismus und Nüchternheit noch einen entscheidenden Schritt weiter kommen könnte &#8211; in hoffentlich deutlich weniger als sechs Jahren.</p>
<p>Spielzeit: 61:55 Min.</p>
<p>Veröffentlichung am 7.7.2023 auf Prophecy Productions</p>
<h2>1476 “In Exile” Tracklist</h2>
<p>1. Lost in Exile<br />
2. Lapis Fire: Through the Mist<br />
3. Tristesse in Exile<br />
<a href="https://www.youtube.com/watch?v=gwAvfRT7WUg" target="_blank" rel="noopener">4. Jade Fire: A Paragon (Video bei YouTube)</a><br />
<a href="https://youtu.be/_N2Cxa0uS3M" target="_blank" rel="noopener">5. When Comes the Dawn? (Video bei YouTube)</a><br />
6. May Mountains Never Fall<br />
<a href="https://www.youtube.com/watch?v=NM9CiELacRg" target="_blank" rel="noopener">7. Where Kings Fall (Lyrics-Video bei YouTube)</a><br />
8. A Queen in Exile<br />
9. Beyond the Meadows, Beyond the Moors<br />
10. Carnelian Fire: The Gallows<br />
11. Where Are You?</p>
<h2>&#8222;Lost Souls&#8220;-Bonus-CD</h2>
<p>1. Emerald Fire: Northern Lights<br />
2. For A Thousand Ages<br />
3. Obsidian Fire: In Shadows<br />
4. The Nightingale<br />
5. A Dream In Exile</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[1476]]></band>
<genres><![CDATA[Post Punk, black metal, post rock, Crust]]></genres>
<wpid>311345</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>1476: drittes Video zum neuen Album &#8222;In Exile&#8220;</title>
		<link>https://vampster.com/news/1476-neues-album-in-exile/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[andrea]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Jun 2023 06:00:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[1476]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 7. Juli 2023 veröffentlichen die Okkult-Rocker 1476 ihr neues Album &#8222;In Exile&#8220;. Mit einem Video zu &#8222;Jade&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 7. Juli 2023 veröffentlichen die Okkult-Rocker <a href="https://vampster.com/bands/1476/" target="_blank" rel="noopener">1476</a> ihr neues Album &#8222;In Exile&#8220;.</p>
<p>Mit einem <a href="https://www.youtube.com/watch?v=gwAvfRT7WUg" target="_blank" rel="noopener">Video zu &#8222;Jade Fire: A Paragon</a>&#8220; haben 1476 nun einen weiteren Song der Platte im Netz gezeilt.</p>
<p>Reinhören kann auch seit April man in die erste Single<a href="https://youtu.be/_N2Cxa0uS3M" target="_blank" rel="noopener"> &#8218;When Comes the Dawn?&#8216; bei YouTube</a>, im Mai folgte der zweite Vorabtrack in Form eines <a href="https://www.youtube.com/watch?v=NM9CiELacRg" target="_blank" rel="noopener">Lyrics-Video zu &#8222;Where Kings Fall&#8220;</a>.</p>
<blockquote><p> &#8218;When Comes the Dawn?&#8216; handelt von der Gefühllosigkeit unserer Tage. Die anderen Songs des Albums beschreiben ganz andere Welten, die vielleicht als Ausweg dienen können&#8220;, erklärt Sänger und Multiinstrumentalist Robb Kavjian. &#8222;Der Song erforscht, wo wir vielleicht falsch laufenund sollte eigentlich der Eröffnungstrack von &#8218;In Exile&#8216; werden. Aber er landete in der Mitte des Albums, weil er dort einfach viel besser klang. Wir sind sehr glücklich, diesen Song stattdessen als erste Single zu präsentieren.&#8220;</p></blockquote>
<h2>1476 &#8222;In Exile&#8220; Tracklist</h2>
<p>1. Lost in Exile<br />
2. Lapis Fire: Through the Mist<br />
3. Tristesse in Exile<br />
<a href="https://www.youtube.com/watch?v=gwAvfRT7WUg" target="_blank" rel="noopener">4. Jade Fire: A Paragon (Video bei YouTube)</a><br />
<a href="https://youtu.be/_N2Cxa0uS3M" target="_blank" rel="noopener">5. When Comes the Dawn? (Video bei YouTube)</a><br />
6. May Mountains Never Fall<br />
<a href="https://www.youtube.com/watch?v=NM9CiELacRg" target="_blank" rel="noopener">7. Where Kings Fall (Lyrics-Video bei YouTube)</a><br />
8. A Queen in Exile<br />
9. Beyond the Meadows, Beyond the Moors<br />
10. Carnelian Fire: The Gallows<br />
11. Where Are You?</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[1476]]></band>
<genres><![CDATA[gothic, psychedelic rock]]></genres>
<wpid>302199</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>1476: Our Season Draws Near</title>
		<link>https://vampster.com/cd-reviews/1476-our-season-draws-near/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Holz]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Feb 2018 15:47:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[1476]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://vampster.com/?p=153181</guid>

					<description><![CDATA[Verschnörkelte Bilder, romantisch-melancholische Melodien, Ohrwürmer, die sich erst nach fünf Durchläufen offenbaren, wilde Punk-Ausbrüche]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es mag ungewöhnlich erscheinen, ein Album etwa ein Jahr nach seinem Erscheinen zu rezensieren, aber für mich fühlt es sich ganz natürlich an. Ich höre viel Musik, <a href="http://balkon.blogsport.de">sehr viel</a>, und nie ist mir ganz klar, weshalb mir ein Album (gerade zu einem bestimmten Zeitpunkt) so viel gibt &#8211; oder warum ich es eben ein Jahr lang verdränge und dann gar vergesse, bis es plötzlich da ist und nicht mehr gehen will. Immer ist die Reflektion darüber, was ich wann höre und was das für Emotionen auslöst, eine Reflektion über mich selber, und vielleicht ist es das, was Musik für mich so wichtig macht: dass sie das perfekte Werkzeug zur Introspektion und Selbstreflektion ist.</p>
<p>&#8222;Our Season Draws Near&#8220; von <a href="https://vampster.com/bands/1476/">1476</a> ist auf Prophecy erschienen, dem Label, das mir vor mehr als zwanzig Jahren einen neuen Kosmos an emotionaler Musik eröffnet und so sehr viel zu meiner Identitätsbildung beigetragen hat. Und es handelt selbst von Intimität &#8211; die Jahreszeit ist der Winter, die Zeit, in der wir uns zurückziehen, Wärme suchen in uns selbst oder bei jenen, die uns lieb sind. Im Falle von Robb Kavijan, Sänger und Texter des Duos aus New England/Kanada, führt das Zurückgeworfensein auf ihn selbst offenbar vor allem zu der Erkenntnis, dass er einsam ist. Das verraten nicht nur die in der Deluxe-Buch-Version enthaltenen Liner Notes in irritierender Deutlichkeit, auch die Texte sind zu großen Teilen alles andere als schwer zu entziffernde Botschaften der Einsamkeit, Resignation und Verzweiflung. Das Album spannt dabei einen Bogen von Kampf und Hoffnung auf ein goldenes Zeitalter (&#8222;Ettins&#8220;), über die Beschäftigung mit dem individuellen Gefühl der Fremdheit und Isolation auch und gerade unter Menschen (&#8222;Solitude (Exterior)&#8220;, die Erkenntnis des nostalgischen Trugschlusses auf die Vergangenheit (&#8222;Sorgen (Sunwheels)&#8220; &amp; &#8222;Solitude (Interior&#8220;)) bis hin zur trotzigen Resignation und inneren Emigration (&#8222;Winter Of Wolves&#8220; &amp; &#8222;Our Ice Age&#8220;): &#8222;Who was I to long for change?&#8220;</p>
<h2>&#8222;Our Season Draws Near&#8220;: Verzweiflung angesichts des nahenden Weltuntergangs</h2>
<p>Welche Veränderung Kavijan dabei meint, bleibt übrigens nur teilweise im Dunkeln. Er benutzt eine für einen antifaschistisch engagierten Deutschen verstörende Symbolik &#8211; germanische Runen &amp; Mythologie und den Bezug auf den Zweiten Weltkrieg -, um sein Gefühl der Isolation und Entfremdung auszudrücken. Das ungemein kämpferische &#8222;By Torchlight&#8220; (was für ein Hit!) lässt mich dabei am meisten stirnrunzeln: Hier beklagt der Mann, dass &#8222;the spirit of &#8217;39&#8220; uns alle dem Vergessen überlasse, wir den &#8222;World War II of here&#8220; nicht stoppen können und uns somit mit unserer Verzweiflung angesichts des nahenden Weltuntergangs (&#8222;a world choked by malaise&#8220;) abfinden müssen. (In &#8222;Winter Of Wolves&#8220; singt er dann noch quasi diese Bilder ausführend ganz deutlich, dass er die Welt und alles, an das er früher mal geglaubt hat, halt abgeschrieben hat und alles scheiße finde. Immerhin, will man ihn beglückwünschen!)</p>
<p>Man kennt derartige apokalyptisch-apolitische Fantasien aus dem Nefolk und Black Metal (und in letzter Zeit leider auch aus dem DIY-Hardcore-Punk), und ich tendiere dazu, sie als eine Art Hilfeschrei zu verstehen, als Hilfeschrei verzweifelter, depressiver Menschen nämlich, die sich nie die Mühe gemacht haben, mal ein gutes Buch in die Hand zu nehmen, um sich die Welt zu erklären &#8211; und nein, die &#8222;Edda&#8220; oder die Werke von Ernst Jünger sind nicht gemeint. Wer die Welt von links, materialistisch und dialektisch im Sinne von Marx und Engels etwa, analysiert und kritisiert, kommt nicht so schnell auf die Idee, dass alles zum Untergang verdammt ist, sondern der weiß, warum es aktuell in Richtung Untergang geht &#8211; und dass dieser Vorgang (noch) umkehrbar ist.</p>
<h2>Für die Deluxe-Edition haben 1476 das Stück &#8222;Brim-Runar&#8220; auf eine Extra-CD gepresst</h2>
<p>Warum mir &#8222;Our Season Draws Near&#8220; dennoch so gut gefällt? Nun &#8211; einerseits bietet es mir ein hohes Identifikationspotential aufgrund der Musik und Ästhetik (Leuchttürme! Einsamkeit! Verzweiflung, Leidenschaft, Meer! Verschnörkelte Bilder, romantisch-melancholische Melodien, Ohrwürmer, die sich erst nach fünf Durchläufen offenbaren, dann aber wochenlang bleiben, wilde Punk-Ausbrüche, eingefrorene Pflanzen und &#8211; omg, sogar ein Bild von Theodor Kittelsen!), andererseits genug Reibungsfläche, um daran wachsen zu können. Die Musik wirkt zunächst unscheinbar (vor allem der tiefe Gesang wollte mir zunächst so ungeschliffen gar nicht gefallen), erblüht dann aber unweigerlich zu einer Pracht, die keine Freundin, keinen Freund wehmütiger und leidenschaftlicher Rock-/Metal-Musik kalt lassen kann. Was kann man von einem guten Kunstwerk bitte mehr erwarten? Die ganze Herangehensweise &#8211; einen intimen, schonungslos verletzlichen Spagat zwischen DIY und Art-Rock-Konzept zu wagen &#8211; ist mir zudem ausgesprochen sympathisch, und ich finde es geradezu rührend, wie 1476 die Prophecy-Vorgabe &#8222;Her mit dem Stoff für ein Deluxe-Special-Edition-Artbook&#8220; umgesetzt haben: Die Edition bietet neben den schon angesprochenen Liner Notes und Bildern lediglich ein paar (noch?) nicht verwendete Songtexte und das eher schwache 5-Minuten-Stück &#8222;Brim-Runar&#8220; auf einer extra CD.</p>
<p>Abschließend: Vor allem der nicht verwendete Chorus von &#8222;Winter Of Winds&#8220; macht deutlich, dass in der inneren Emigration neben der totalen Vereinsamung noch eine weitere Gefahr liegt; nämlich die, sich selbst als Konsequenz aus Enttäuschungen und Resignation so sehr zu überhöhen, dass der Zugang zur Außenwelt dauerhaft verschlossen bleibt. Dann will man andere Menschen, andere Wege, auch Widersprüche und Ambivalenzen, nicht mehr verstehen, sondern bleibt in seinem Loch, verbittert und zerstört, und unterhält sich nur noch wonnevoll mit seinem Spiegelbild. Das wünsche ich 1476 nicht &#8211; ich wünsche ihnen, dass sie die Hoffnung, die auf &#8222;Our Season Draws Near&#8220; vor allem musikalisch immer wieder zum Ausdruck kommt, nicht verlieren und weitermachen: Immer vorwärts.</p>
<p>Veröffentlicht am 31.3.2017</p>
<p>Spielzeit: 56:36 Min.</p>
<p>Label: Prophecy Productions<br />
Facebook: <a href="https://www.facebook.com/1476cult/">https://www.facebook.com/1476cult/</a></p>
<p>1. Our Silver Age<br />
2. Ettins<br />
3. Winter Of Winds<br />
4. Solitude (Exterior)<br />
5. Odessa<br />
6. Sorgen (Sunwheels)<br />
7. Solitude (Interior)<br />
8. By Torchlight<br />
9. Winter Of Wolves<br />
10. Our Ice Age</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[1476]]></band>
<genres><![CDATA[Post Punk, gothic metal, dark metal, death rock, wave]]></genres>
<wpid>153181</wpid>
	</item>
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