SLIPKNOT: Disasterpieces [DVD]

SLIPKNOT: Disasterpieces [DVD]

Ich mag SLIPKNOT vom musikalischen Standpunkt her wirklich nicht besonders. Für mich sind das alles nur PANTERA-Riffs, zu denen ein Mike Patton-Soundalike singt, kreischt, schmachtet und brüllt. Aber die Band ist hart, brutal, aggressiv und unheimlich intensiv. Bevor das Interesse an SLIPKNOT nach dem globalen kommerziellen Misserfolg der „Iowa“-Scheibe gen Null tendiert, die Band sich aufgrund interner Streitereien auflöst oder die Musiker merken, dass sie mit ihren Nebenprojekten (STONE SOUR mit Shouter Corey Taylor, MURDERDOLLS mit Drummer Joey Jordison) mehr Erfolg/Spaß haben, erscheint nun die Digi-Pak-Doppel-DVD Disasterpieces (FSK 16). Zu sehen/hören (in Stereo und Dolby 5.1 und 4:3-Bildformat) ist der ausverkaufte Gig vom 16. Februar 2002 in der Londoner Arena, der mit dreißig Kameras (die zum Teil auch auf den Masken der Musiker angebracht waren) gefilmt wurde, womit klar ist, dass die Bildführung alles andere als eindimensional ausgefallen ist. Dieses visuelle Dauerfeuer wird zwischendurch immer wieder mal von kurzen (nicht störenden) Einspielern vom Bühnenaufbau, Soundcheck und Maskenanprobe unterbrochen. Das Publikum ging begeistert mit und verschmolz – so ein Gefühl hatte ich beim Anschauen – an diesem Abend mit der Band zu einem funktionsfähigen Ganzen. Das Konzert war 100 Minuten Bewegung pur. Die Zuschauer hüpften sich einen Wolf und auch die Bandmitglieder waren ohne nennenswerte Ruhepausen in Dauerbewegung (der wirklich gute Drummer Joey dreht sich zwar mit seinem Drumset in sämtliche Richtungen um bis zu 90 Grad, was wirklich sehr geil aussieht, doch für mich als alten Tommy Lee-Fan ist auch das ein alter Hut). Dass bei nur zwei veröffentlichten Alben die Songauswahl nicht schwer fallen und sein dürfte, ist klar. So gibt es hier die Liveversionen der vermeintlichen Highlights von „Slipknot“ (z.B. „Wait and Bleed“, „(Sic)“, „Spit it out“, „Surfacing“, „Liberate“) und „Iowa“ (z.B. „People = Shit”, “Disasterpiece”, “The Heretic Anthem”, “Left Behind”, “New Abortion”, “Gently”) und auch wenn ich die Band bzw. ihre Musik wie erwähnt nicht sonderlich mag, so kann ich ohne Probleme anerkennen, dass eine SLIPKNOT-Liveshow wohl zu den intensivsten Momenten gehört, die man erleben kann. Ich frage mich nur, wie die Amis diesen Auftritt noch toppen wollen. Desweiteren sind hier alle bisher abgedrehten Videos der Band zu sehen, darunter nicht nur „Wait and Bleed“ und „Spit it out“, sondern auch das animierte Video zu “Wait And Bleed”, das bisher genauso unveröffentlicht war, wie der hier zu hörendene exklusive Audio-Track Purity. Ansonsten gibt’s noch das Übliche wie verschiedene Kameraperspektiven und eine umfangreiche Foto-Gallerie. Naja, wer’s braucht. Aber ansonsten ein wirklich überragendes Package. Und wenn ich als Nicht-Fan schon die Bezeichnung „überragend“ verwende, welchen Superlativ wollen dann erst echte Fans für „Disasterpieces“ finden?

Spielzeit: ca. 120 Min. Min.

Line-Up:
Corey (#8) – Vocals

Mick (#7) – Guitar

Sid (#0) – Turntables

Paul (#2) – Bass

Shawn (#6) – Custom Percussion

Joey (#1) – Drums

Chris (#3) – Custom Percussion

James (#4) – Guitar

Craig (#5) – Samples/Media

Produziert von Matthew Dillon
Label: Roadrunner Records

Homepage: http://www.slipknot1.com

Tracklist:
Live-Konzert :

People = Shit

Liberate

Left Behind

Eeyore

Disasterpiece

Purity

Gently

Eyeless

My Plague

New Abortion

The Heretic Anthem

Spit It Out

Wait And Bleed

(sic)

Surfacing

Special Features:

alle SLIPKNOT Videos, inclusive des bisher unveröffentlichten Puppet Videos zu “Wait And Bleed”

umfangreiche Foto-Gallerie

Backstage Aufnahmen

Behind-the-scenes” Material

Multi-angle Kamera Perspektive