ED HUNTER (IRON MAIDENs PC-Spiel)

ED HUNTER (IRON MAIDENs PC-Spiel)

Auch ich gehöre zu den Leuten, die den Lobpreisungen von IRON MAIDEN über deren PC-Game ‚Ed Hunter‘ verfallen sind und gleich am offiziellen Erscheinungstag blind bei dem Game zugegriffen haben.

Und was war ich enttäuscht, als ich mich die ersten paar mal an Stage 1 (von insgesamt 5) versucht hatte und feststellen mußte, daß sich das, was von MAIDEN als ein grandioses Actionspiel angepriesen wurde, als einfachstes Shoot `em up – Game erwies, ja nicht mal von einem 3-D-Shooter kann man hier sprechen.

Okay, das Introfilmchen zu Stage 1 mit Eddie in der Gummizelle (‚Piece of Mind‘) ist wirklich sehr schön animiert und gemacht, aber stellt euch für das Game einfach mal folgendes vor:

Ihr seid verwöhnt von hochklassigen 3-D-Shootern, die damals mit ‚Doom‘ ihren Anfang nahmen und mit Games wie ‚Quake‘ immer besser wurden; besser, was die Qualität der Grafik anbelangt, die Feinheit in der Steuerung und Aktionsmöglichkeit und vor allem die Intelligenz der Gegner. Plötzlich kommen nun ein paar Spielemacher auf die lustige Idee, ein Game zu entwickeln, das all diesen Errungenschaften trotzt und zurück zu der Einfachheit alter Arcade-Games kehrt. Und ausgerechnet diese Spieleentwickler bekommen auch noch den Auftrag dazu von einer berühmten Metal-Band, die von der Idee begeistert zu sein scheint und eine riesige Werbetrommel rührt für eine der größten Rückschritte in der Geschichte des PC-Games und genau dieses Game nennt sich nun ‚Ed Hunter‘.

An dem Game kann ich wirklich fast nur einen positiven Aspekt finden und dieser ist die wirklich großartig geränderte Grafik der verschiedenen Gegner. Diese sind sehr flüssig animiert und auch sehr detailliert dargestellt, man schaue sich nur mal die Mumien in Stage 3 oder die Zombies in Stage 2 an.

Aber der Rest des Games ist echt unterste Schublade und ich frage mich, wie MAIDEN mit diesem Game evtl. nicht-metallische PC-Spieler auf die Band aufmerksam machen wollten und vor allem, wie sie es vermeiden wollten, daß sich diese angewidert beim Hören des Bandnamens abwenden.

Genug allgemeines Gelaber, kommen wir endlich zum Spiel ansich:

Als mies würde ich die Steuerung bezeichnen, die es in diesem Sinne eigentlich nicht gibt. Der Weg des Spielers ist über alle Stages vorgegeben und die Aufgabe besteht lediglich darin, die vor einem auftauchenden Gegner und deren Geschosse abzuschießen.

Hierbei ist eine Steuerung sowohl mit Maus als auch mit Game-Pad, bzw. Joystick möglich. Diese erweist sich aber als sowas von unpräzise, schwierig und ermüdend, daß man sich auch nach einiger Gewöhnungszeit an das Steuerungsprinzip immer noch sehr schwer tut.

Der Joystick muß quasi ständig auf Spannung gehalten werden und die Richtungen oben und unten sind selbstverständlich vertauscht, damit man sich auch daran erst gewöhnen muß. Beim Spiel mit der Maus kam das Game mit meiner Klickgeschwindigkeit einfach nicht so richtig mit, so daß ich immer wieder Treffer einstecken mußte, nur weil bei mir kein Schuß ausgelöst wurde. Das ganze könnte jetzt natürlich auch an meiner Maus liegen, bisher hatte ich aber noch nie Probleme mit dieser und nur für das eine Game kaufe ich mir sicher keine für 100 DM oder mehr.

Das Spiel ansich gestaltet sich dann sowas von einfallslos, daß die Motivation sehr schnell flöten geht.

Der Spieler hat vier Leben, mit denen er im Prinzip bis zum Spielende durchkommen muß. Hat man alle Leben verloren, fängt das Game von vorne an. Speichermöglichkeiten sind nicht vorhanden, nur wenn man einen Stage schafft, ohne ein Leben zu verlieren, speichert das Spiel dies automatisch und man kann direkt mit dem nächsten Stage beginnen. Und kein Leben verlieren heißt bei ‚Ed Hunter‘ auch kein Leben verlieren, ein verlorenes kann durch ein wiedergewonnenes (durch Abschießen von Köpfen der Bandmitglieder oder ab 100.000 Punkte) nicht ausgeglichen werden. Daß die Möglichkeit dieser ‚Speicherung‘ besteht, hat man dann auch noch dummerweise vergessen, in der Spielanleitung zu erwähnen und so kam ich erst durch die offizielle (immerhin!) ‚Ed Hunter‘-Page drauf, was zu tun ist.

Was ich an dem Spiel aber dennoch am meisten vermisse, ist der Anspruch, denn Schwierigkeit wird wirklich nur durch eine Masse an Gegner, eine ermüdende Steuerung und durch den Trick, den Spieler künstlich in Hektik zu versetzen, erzeugt. Sowas hat der PC-Spieler von heute echt nicht mehr nötig!

Es gibt also keine Rätsel zu lösen, das Spiel ist eine reine Ballerei, bzw. ein stufenweises Auswendiglernen, in welcher Reihenfolge die Gegner erscheinen.

Einzige Motivation für mich, um immer weiter zu spielen war letztlich nur der Hintergrund des Games, der ja bekanntlich aus den Covern verschiedener MAIDEN-Scheiben besteht und die Neugierde, was Eddie wohl noch so alles treiben wird.

Diese Motivation erledigte sich dann aber bei Stage 4, nachdem ich es nach stundenlangem Probieren nicht geschafft hatte, in einem Guß durch Stage 3 zu gelangen und beim letzten Versuch daran scheiterte, daß mein PC zuviel rechnete und ich aufgrund des Stockens der Grafik am letzten, eigentlich billigen Gegner scheiterte. Aber was Spiel ich denn auch mit einem Pentium 150?

Ich hatte einfach die Nase voll und legte das Game zur Seite. So was muß ich mir echt nicht antun, auch wenn das Game von MAIDEN ist und zusätzlich noch eine Best-Of-Musik-CD im Preis beinhaltet ist.

Eine echte Enttäuschung und ich frage mich wirklich, wie mies der Vorgänger ‚Melt‘ gewesen sein muß, wenn der schon MAIDEN zu primitiv war…

Fierce
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