CHICKEN RUN – HENNEN RENNEN [Filmkritik]

Nach den drei oscarprämierten "Wallace & Gromit"-Kurzfilmen überzeugt auch der erste abendfüllende Kinobeitrag aus dem englischen Bristol auf ganzer Linie.

Trostlos ist das Leben auf Miss Tweedys Eierfarm wäre da nicht die aufrechte Ginger, die in einem fort vergebliche Ausbruchversuche startet. Als es eines Tages aus heiterem Himmel den stolzen amerikanischen Zirkushahn Rocky in das Barackengehege verschlägt, scheint die große Chance gekommen. Rocky kann fliegen, und genau diese Kunst soll er den schwer leistungsgedrückten Legehennen beibringen. Die Zeit drängt, denn die böse Miss Tweedy hat in der Zwischenzeit eine neue Marktlücke aufgetan: Eine riesige, im Schuppen installierte Todesmaschine droht die aufrechte Hühnerschar zu leckerer Hausmacherpastete zu verarbeiten.

Unter der bewährten Aufsicht von Peter Lord und Nick Park ( Wallace & Gromit ) startet Aardman Animations nach langem Warten endlich ein neues Knetgummiabenteuer, und man kann nur einstimmen in den allgemeinen Jubelchor: Eine goldgelbe Angelegenheit, dieser Streifen! Nach den drei oscarprämierten Wallace & Gromit -Kurzfilmen überzeugt auch der erste abendfüllende Kinobeitrag aus dem englischen Bristol auf ganzer Linie. Scheinbar mühelos wird hier eine spannende Geschichte inszeniert, ohne dass dabei der aardmansche Charme mit seinen zahlreichen Querverweisen zu Filmklassikern wie Flucht aus Alcatraz , Stalag 17 oder Indiana Jones verloren geht. Oder mag das Erfolgsgeheimnis darin verborgen liegen, dass hier völlig unzeitgemäß nach wie vor von Hand modelliert wird?

Dieses Hennenrennen bietet inhaltlich nicht wirklich etwas neues, dafür garantieren rasante Action, brillante Animationen, treffsichere Pointen und eine atemberaubende Liebe zum Detail einmal mehr Unterhaltung vom Feinsten. Eindrucksvoll untermauern die Aardman Studios ihren selbstgeschaffenen Standart und bleiben die Reverenzklasse im Plastilingenre.