QUEENSRYCHE & ASYLUM 45, Eindhoven, Effenaar, 15.08.2007

QUEENSRYCHE & ASYLUM 45, Eindhoven, Effenaar, 15.08.2007

Hey, QUEENSRYCHE spielen morgen in Eindhoven. Lust mit zu kommen? Einen Tag vor dem Konzert erfuhr ich von einem Freund davon, und wir entschlossen uns spontan den Weg nach Eindhoven anzutreten. Also nach der Arbeit ab nach Hause, umziehen und gegen halb sieben los. Gegen halb neun trafen wir nach kurzer Parkplatzsuche am Effenaar in Eindhoven ein und kauften uns an der Abendkasse unsere Tix. Knapp 45 Euro – nicht gerade billig.

ASYLUM
Nicht übel, aber unspektakulär – ASYLUM

Das Effenaar liegt mitten in der Innenstadt. Die Schallisolierung scheint hervorragend zu sein, denn draußen war kein Ton von der gerade spielenden Band zu vernehmen. Also ab nach drinnen, QUEENSRYCHE sollten offiziell um viertel nach neun auf die Bühne. Die letzten zwanzig Minuten der Vorband ASYLUM 45 bekamen wir noch mit. Die Holländer, die einheitlich in Anstaltskleidung auf der Bühne standen, spielten alternativen, leicht progressiven Metal und machten ihre Sache nicht übel, wenn auch unspektakulär. Sie wirkten doch ein wenig zurückhaltend, dabei ist das Effenaar gar nicht mal so groß wie wir erwartet hatten.

Denn immerhin sollten hier heute Abend QUEENSRYCHE spielen. Trotzdem war der wohl etwa tausend Menschen fassende Club nicht ausverkauft. Die besten Zeiten haben die Seattle-Proggies offensichtlich hinter sich. Was würden QUEENSRYCHE an diesem Abend bieten? Vielleicht noch einmal ein Mindcrime-Set? Zumindest an Show-Effekten wurde heute gegeizt. Es gab ein Backdrop, Lightshow und das wars. Mehr wäre in einem Club dieser Größe wohl auch Größenwahn gewesen. Mit gehöriger Verspätung enterten QUEENSRYCHE gegen zwanzig vor zehn die Bühne. Als erstes fiel mir mal auf, dass Geoff Tate auch optisch wieder vom Wir waren doch eh nie Metal-Kurs abrückt und sich scheinbar die Haare wachsen lässt. Aber was sollte diese dämliche Mütze? Junge, Junge…

Queensryche
Geoff Tate wieder mit längeren Haaren – aber was soll diese Mütze?

Mit der Mindcrime-Show sollte es heute nichts werden. Vom ersten Operation Mindcrime gab es drei, vom zweiten mit I´m American und One Foot In Hell nur zwei Songs. Stattdessen war eine Best of-Show mit leicht schmusigem Charakter angesagt. Denn neben Rockern wie dem Höhepunkt The Needle Lies, bei welchem Mr. Tate ein wenig Mühe mit den ganz hohen Parts hatte, gab es so einige Balladen an diesem Abend. So wurde von der Debüt-EP eben auch The Lady wore Black statt Queen Of The Reich gespielt. Von Empire kamen neben dem Titeltrack, welcher ein weiteres Highlight darstellte, Another Rainy Night und selbstredend die Überballade Silent Lucidity zum Zuge. Von Q2K schafften es mit Right Side Of My Mind und Until There immerhin zwei Songs in die Setlist. Die verhasste Hear In The New Frontier sowie Tribe wurden komplett ignoriert. Dafür gab es kleine Leckerlis wie NM 156 von The Warning, mit dem ich an diesem Abend sicherlich nicht gerechnet hatte.

Abgesehen von den erwähnten, kleinen Schwierigkeiten bei den ganz hohen Parts sang Geoff Tate absolut einwandfrei und was die restlichen Musiker angeht kann man ebenfalls nur den Hut ziehen. Insbesondere das Gitarren-Duo Stone/Wilton ließ an diesem Abend mal gar nichts anbrennen, die mächtige Rhythmus-Abteilung um Eddie Jackson und Drum-Uhrwerk Scott Rockenfield stand dem in nichts nach und der absolut perfekte Sound besorgte den Rest. Besonders das letzte Drittel der Setlist war einfach nur umwerfend. Klar, letztendlich hätte ich mir noch so einige andere Songs gewünscht. Best I Can, Roads To Madness oder – Gott bewahre – Suite Sister Mary hätten diesen Abend sicherlich unvergesslich machen können. Und ja, für den stolzen Eintrittspreis von 45 Euro hätte man durchaus etwas mehr bieten können. Eine namhafte Vorband, etwas mehr Showeffekte oder mehr als die knapp neunzig Minuten Spielzeit zum Beispiel. Aber ich will mich nicht zu laut beschweren, denn letztendlich boten QUEENSRYCHE an diesem Abend einen starken Auftritt, der den Trip nach Holland auf jeden Fall wert war.

Queensryche
QUEENSRYCHE-Setlist in Bandsprache:
Whisper, Damaged, Speak, American, NM156, Digital, Bridge, Until There, Lady, Riteside, One Foot, Rainy Nite, Needle, Eyes, Empire, Lucy, Shadows, Flame

agony&ecstasy
Seit 2005 bei vampster und hauptsächlich für CD Reviews zuständig. Genres: Power, Speed und Thrash Metal, Epic Metal, Death Metal, Heavy Rock, Doom Metal, Black Metal.