BANG YOUR HEAD 2003: Der Festivalbericht

BANG YOUR HEAD 2003: Der Festivalbericht

Das Festival

Freitag

Destructor | Bitch | Rob Rock | Amon Amarth | T.N.T. | Annihilator | Dokken | Sodom | Hammerfall | Dio

Samstag

Hirax | Angelwitch | Masterplan | Brainstorm | Pink Cream 69 | Hypcorisy | Y&T | Overkill | U.D.O.| Thin Lizzy| Twisted Sister

Das Festival

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Kontinuität kann etwas sehr positives sein, es kann aber auch etwas sein das es einem Schreiberling sehr schwer macht wirklich einfallsreiche Berichte zu verfassen.

Das Bang Your Head Open Air hat sich über die Jahre hinweg kontinuierlich zu einer der größten und schönsten Metal-Veranstaltungen Deutschlands ent- und vor allem auch weiterentwickelt.

Kontinuierlich haben die Veranstalter an Feinheiten gearbeitet und im Jahre 2003 scheint es so als wären diese ihrer Vorstellung von ihrem Festival sehr nahe. Denn groß verändert haben Horst Odermatt und seine Mannen am Konzept nichts – und das ist auch gut so. Vielmehr hat man versucht an ein paar Feinheiten zu schleifen, dem Publikum aber ohne Einschränkung das zu liefern was dieses an dieser Veranstaltung so lieb gewonnen hat – die großartige, freundliche Atmosphäre, das vorbildliche Securityverhalten (war da überhaupt eine?), die relativ guten Toilettenverhältnisse, die angenehme Publikumsgröße,…. es wäre ein leichtes, an dieser Stelle all das wieder aufzuzählen und zu beleuchten was bereits die letzten Jahre geschrieben wurde. Fest steht auf jeden Fall dass sich auf dem BYH nichts wirklich zum Schlechteren verändert hat, zumindest nicht was vorhersehbar gewesen wäre.

Was so vermutlich nicht in die Planungen eingeflossen ist, ist die Tatsache dass dieses Jahr um einiges mehr Leute bereits am Donnerstag angereist waren als in den Vorjahren, was zunächst mal echtes Festivalfeeling verströmte wie man das von anderen Veranstaltungen zum Teil schon gewohnt ist. Zu einem relativ frühen Zeitpunkt waren bereits die beiden nahe liegenden Campingplätze zu und durch ein unglücklich gewähltes Einweisungs- und vor allem auch Bändchenausgabesystem führte ein Rangierchaos an den Campingplatzeingängen dazu, dass so mancher erst mal zwei Stunden warten musste bis er endlich in das Gelände einfahren konnte, wer Pech hatte stand dann gerade vor verschlossenen Pforten und durfte den Weg zum nächsten Campingplatz antreten. Erste Verstimmungen machten sich breit die man so vom ansonsten durch und durch gemütlichen Bang Your Head nicht kannte.

Die Befürchtungen, dass auch das Bang Your Head nun die annehmbare Publikumsgrenze übertreten hat blieben allerdings unbedeutend….tatsächlich schien eine Kartenlimitierung vorgenommen worden zu sein die mehr als sinnvoll ist und allen Festivalbesuchern zugute kommt. Denn statt beängstigendem Gedränge war genug los (vor allem auch schon zu sehr frühen Zeiten) und dennoch hatte man genug Bewegungsraum ohne Platzangstzustände.

Mit der EMP-Lounge hatte man zusätzlich wieder für einen engeren Star/Publikumkontakt gesorgt – zu vorher festgelegten Zeiten, die man jederzeit einsehen konnte, fanden dort Interviews mit den einzelnen Bands statt inklusive meet & greet und Autogrammstunde. Sehr schön!

So richtig was zum Meckern gab es eigentlich nicht – gewisse Unannehmlichkeiten sind einfach nicht vermeidbar und da wo man sie klein halten konnte wurde dies von den Veranstaltern auch getan. Abgesehen allerdings von den….Essenspreisen, denn die sind auch auf dem Bang Your Head nach wie vor mehr als saftig, wenngleich das Festival sicher nicht die Spitze des Denkbaren darstellt – Festivaldurchschnitt eben. DAS wäre doch echt mal ein Punkt an dem man eine Ausnahmestellung manifestieren könnte.

Thema Bandauswahl/Billing: Wahnsinn! Ein Festival ohne Absagen und Verschiebungen – es ist fast schon unfassbar! Da sieht man es mal wieder: Einfach die alten Profis auf die Bühne holen und man kann mit Professionalität rechnen. Naja, die alten Säcke dürften ja auch froh sein wenn sie überhaupt noch irgendwo auftreten dürfen…….okay, zurück zum Ernst – es war wirklich erfreulich dass jede Band zum vorgesehenen Zeitpunkt auf der Bühne stand UND es war tatsächlich so, dass auffällig viele Künstler des älteren Semesters auf der Bühne standen. Mit DIO, U.D.O., THIN LIZZY, BITCH, T.N.T., DOKKEN, ANGELWITCH, Y&T und natürlich TWISTED SISTER hatte man schon fast die Hälfte des Billings mit alten Recken besetzt. Bei AXXIS, ANNIHILATOR, DESTRUCTOR, PINK CREAM 69, OVERKILL, SODOM und HYPOCRISY handelt es sich auch um altgediente Helden und so richtig aktuelle Bands gab es eigentlich nur mit (bedingt) ROB ROCK, AMON AMARTH, HAMMERFALL, MASTERPLAN und BRAINSTORM. Von einem Billing für altgewordene Rockfans wollte an dieser Stelle aber keiner Reden, zumal inzwischen wirklich genug Metallernachwuchs im wahrsten Sinne des Wortes vor Ort war. Besonders angetan hatte es den Leuten in der Nähe unseres Standorts das kleine (vielleicht 5-7 Jahre alte) Mädchen mit seinen Tarnbermudas, seinem Kinder-Bang-Your-Head Shirt und seinen langen Haaren, das den THIN LIZZY Gig komplett mitbangte und den TWISTED SISTER-Gig genauso kopfschüttelnd auf den Schultern des Vaters mitverfolgte – beide Hände mit dem ausgestrecktem Zeige- und kleinen Finger wacker nach oben haltend! Ein grandioser Anblick!

Ja und ansonsten gab es eben wieder das was man vom Bang Your Head gewohnt ist, das man liebt oder mit dem man sich abfindet (an dieser Stelle seien da als spezielles Beispiel noch mal die zusätzlichen Eintrittspreise für die Clubshows genannt) – vor allem aber das verdammt gute Wetter! An dieser Stelle also wieder einmal – der Kontinuität unserer Berichterstattung folgend – ein herzliches Dankeschön an den Petrus da oben! Und hey – AXXIS wollte von uns eh keiner sehen…. 😉

Freitag, 27. Juni 2003

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DESTRUCTOR

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Augenzeugen zufolge hatten die US-Metaller von DESTRUCTOR bereits am Vorabend im Balinger WOM gut abgeräumt, nun galt es das Bang Your Head Open Air 2003 zu frühen Morgenstunden zu eröffnen. Und auch wenn die Band mit ihrem stellenweise vertrackten und sehr old-schooligen Power/Thrash-Gemisch, das live wie eine Mischung aus ANVIL, geradlinigen und heftigeren MANILLA ROAD und SLOUGH FEG rüber kommt, nicht unbedingt alltägliche Anheiz-Musik lieferten gelang es ihnen doch, das überschaubare aber für diese Zeit beachtliche Publikum gut in Stimmung zu bringen. Old School war aber nicht nur die Musik, auch die Klamotten entsprachen ganz den alten Traditionen – mit Nieten behangene (zum Teil in Kreuzform angebracht) Lederwesten zierten die nackten Oberkörper der offensichtlich bereits in die Jahre gekommenen Herren, denen man deutlich anmerkte dass diese bereits seit vielen Jahren dem Metal verfallen sind, inzwischen aber doch einem geregelten und geordneten Leben nachgehen und nun wieder die Gelegenheit haben auf internationalen Bühnen ihrer Leidenschaft nachzugehen. Eigens für diese ersten Auftritte auf deutschem Boden hatte man sich hier bereits im Vorfeld eine Woche Urlaub gegönnt und dementsprechend fielen natürlich Lobeshymnen auf deutschen Wein, Weib und Gesang. Jawoll! Und diese Begeisterung machte sich auch beim Auftritt bemerkbar, bei dem die Jungs voll nach vorne gingen und die Adrenalinschübe in vollem Zug genossen. Schlagzeuger Matt war zwar alles andere als ein punktgenauer Taktgeber, spielte sein Instrument dafür aber mit aller Wucht und Hingabe, wobei man ihn, als er am Ende des Sets dann aber zum Rest der Bühne vorgestapft kam, fast schon als verirrten und völlig besoffenen Altfan der Band hätte deklarieren wollen. So richtig ab ging es aber auch in der Frontreihe der Band, Sänger und Gitarrist Dave schrie sich die Seele aus dem Leib, nahm sich auch gern mal den Laufsteg zum Publikum hin vor und mit Pat hatte er einen weiteren Gitarristen zur Seite, der sein Instrument auch gerne mal durch die Luft fegte. Die einmalige Chance nutzend ließ sich die Band dann auch am Ende des kurzweiligen, wenn auch nicht überragenden Auftritts so richtig abfeiern und das gönnte man der Mannschaft auch gerne. (Fierce)

BITCH

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Eigentlich war kaum zu erwarten dass viele Besucher mehr als nur den Namen BITCH kennen. Letztendlich fing die Band ihren Set mit Songs vom Debüt „Be my slave“ an und das war 1983 schon nicht der große Hit. Entsprechend etwas zurückhaltend waren dann anfangs auch die Reaktionen. Aus der Metal-Schlampe Betsy Bitch ist eine reife aber durchaus ansehnliche Frau geworden, an ihrem Bikini-Outfit gab es nichts zu meckern. Bei „Make it real“ kommt dann auch etwas Leben in die Leute. Klar, David Carruth war sicher nie der Gitarrenheld und die Songs sind je nach Geschmack entweder schrecklich oder wunderbar altbacken. Beim balladesken Einstieg in „Save you from the world“ beweißt Betsy dass aus dem naiven Schreihals eine anständige Sängerin geworden ist, auf LP klingt die Passage echt grausam. Mit ihrer angedeuteten Deep-Throat-Einlage für den ein stattlicher Lolly herhalten muss macht sich dann auch ein Grinsen zumindest bei den männlichen Zuschauern breit. Allerdings wirken diese Spielchen nicht mehr ganz so echt, dazu passt Betsy`s sympathische und frauliche Ausstrahlung einfach nicht mehr. Trotzdem oder gerade deswegen waren ihre Spielchen mit der Peitsche bei „Life for the wip“ recht amüsant und BITCH wurden mit wohlwollendem Applaus entlassen. Das Betsy immer noch eine echte Rock-Lady ist zeigte sie indem sie bei vielen der Bands am Bühnenrand stand und besonders an Y&T und THIN LIZZY ihren Spaß hatte. (WOSFrank)

ROB ROCK

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Für ROB ROCK fällt mir immer wieder nur eine Formulierung ein: Grundsolide Hausmannskost. Mit einer derartigen Stimme kann man eigentlich nicht viel falsch machen, ich persönlich find es aber immer wieder schade wenn die kompositorische Leistung zumeist weit hinter dieser Gesangsdarbietung bleibt. Aber irgendwie passt eine derartige Zurückhaltung auch zu dem IMPELLITERRI-Frontmann , zumal seine Musik ja alles andere als schlecht, aber eben grundsolide und mit wenig Überraschungsmomenten ausgestattet ist. Und genauso stellt sich auch seine Performance auf dem Bang Your Head dar – keine große Show, keine großen Effekte, einfach nur melodischer Power Metal auf einem sehr hohen Niveau dargeboten. Neben Songs wie In the Night war es vor allem der IMPELLITERRI-Hit Warrior der mit seinen sehr feinen Doppelgitarren, einem Drumsolo und einem Mitsingteil für Begeisterung sorgte. Bei Judgement Day zückte man dann schließlich auch mal noch die Bratgitarren und speziell hier wurde mir klar, dass Robs Stimme bei epischeren Stücken einfach noch mal ein ganzes Stück intensiver daher kommt. Warum die Band dann aber fünf Minuten zu früh die Bühne verließ ist mir bis dato noch nicht bekannt geworden, einen weiteren guten Songs hätten die beiden bisherigen Alben ja auf jeden Fall geboten. (Fierce)

AMON AMARTH

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Auf AMON AMARTH hatten sich offenbar weitaus mehr Leute gefreut als ich zu hoffen wagte – schon vor dem eigentlichen Auftritt füllten sich die Reihen vor der Bühne mit Fans. Enttäuscht wurde keiner, denn erstens sind AMON AMARTH live immer eine Macht und zweites konnten sie diese Behauptung auf dem BANG YOUR HEAD noch mal eindrucksvoll untermauern.

Ganz vorne war zwar der Sound etwas dürftig, die rohe Gewalt der Songs versackte etwas im Klangbrei, dafür konnte man eine Band beobachten, die sich in Punkto Stageacting und Ausstrahlung vom Durchschnitts-Skandinavien-Death-Einerlei abhebt. Frontriese Johan Hegg und seine Nordmannen nahmen sich den Namen des Festivals zu Wikingerherzen und schüttelten für eine knappe Dreiviertelstunde ohne Unterlass die Rübe und den Bart. Andere Bands sehen damit ihren Auftrag erfüllt – doch AMON AMARTH bewegen nicht nur den Kopf, sondern auch den Körper.

Nüchtern betrachtet haben sich die Jungs zwar mal wieder einen Tick zu lange und zu ausgiebig feiern lassen – doch nur ewiger Nörgler werden das der Band vorwerfen. Es sei ihnen gegönnt, den Blick über ein Meer gen Himmel gereckter Fäuste schweifen zu lassen und den Sprechchören zu lauschen – schließlich haben sie auch etwas dafür getan: AMON AMARTH nahmen die Fans mit zu einem triumphalem Marsch durch die Diskographie, wobei alte Kracher genauso wie Songs von aktuellen Album Versus The World zum Zuge kamen. Hegg verzichtet in letzter Zeit zwar leider auf Ansagen in seinem unbeschreiblichen „Michel aus Lönneberga“-Deutsch, Kontakt zum Publikum hielt er trotzdem – vorausgesetzt, er übte sich nicht im Bart-Propellering. Und ganz ehrlich, für Gelaber blieb in den knappen vierzig Minuten ohnehin keine Zeit, denn es galt den Albbewohnern nordische Death Metal Klänge in die sonnenverbrannten Ohren zu blasen – und wer dermaßen viele Hymnen im Reisegepäck hat, kann nur gewinnen. AMON AMARTH siegten auf ganzer Linie und wurden ausgiebigst gefeiert – mit Recht! (vampi)

AXXIS

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Der AXXIS-Gig viel wörtlich gesehen ins Wasser. Der massiv einsetzende Regen forderte die Wahl zwischen dem offenen Schiebedach und dieser Show, gewonnen hat das Auto! Vielen war der Regen aber egal und sie feierten total durchnässt den Happy-Metal von AXXIS. Pünktlich mit der Band hörte dann auch der Regen wieder auf. (WOSFrank)

T.N.T.

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Auf TNT hatten sich sichtlich Viele gefreut – als die Norweger mit dem etwas sperrigen „Gimme a sign“ starten wird es richtig eng vor der Bühne. Aber bei Songs wie „As far as the eye can see“ oder dem Uralt-Rocker „Highway racer“ kann man nur abfeiern. Das poppig-kitschige „Satelite“ hätte nicht wirklich sein müssen bei den tollen Songs die TNT zu bieten haben, aber den Musikern war der Spaß an diesem Lied ins Gesicht geschrieben. Bei „Listen to your heart“ wird wieder abgefeiert, richtig nett waren die drei vielleicht 16jährigen Bubis vor mir in der ersten Reihe die eigentlich viel zu jung waren um TNT zu kennen. Trotzdem sangen sie jedes Wort lautstark mit und feierten die Band wie Götter. Da hatte wohl wer in Papas Plattenkiste gewühlt. Die Ballade „Hey love“ sorgt für etwas Besinnlichkeit und es ist beeindruckend Ronni Le Tekrö`s Gitarrenspiel zuzusehen. Der Mann fiedelt nicht irgendwelche Standardscales herunter, er arbeitet mit seiner Gitarre mit dermaßen viel Feeling dass man nur noch staunen kann. Schlimm dass dieser Mann in den 80ern so unterbewertet war, damals schon hat er wohl jeden der US-Haarspray-Gitarristen blass aussehen lassen. Cool, es folgt „Caught between the tiger“, Sänger Tony Harnell gibt sein Bestes und Basser Morty Black erinnert mich mit seinen Grimassen und dem Dauergrinsen gar an CANDLEMASS´ Lars!

Mit dem folgenden Instrumental zeigt Le Tekrö nochmals was er zu bieten hat, von rasend schnellen Licks über gefühlvolle Gitarrenarbeit irgendwo zwischen Ritchie Blackmore und Dave Gilmour bis hin zum Marsch sorgt er nicht nur bei den anwesenden Musikern für offene Münder. Der Drummer und vor allem der neue und recht junge Keyboarder haben ihren Spaß an der Show, auch wenn der Jüngling oft hilfesuchende Blicke zu seinen Kollegen schickt. Nett auch die Geste von Le Tekrö mit der er sich beim Bühnen-Soundmann für gute Arbeit bedankt. Nix mit überheblichem Stargetue, diese Band ist einfach sympathisch.

Mit dem großartigen „Seven seas“ ist dann leider schon aus die Maus, trotz Zugabenrufe der Meute und dem Bitten der Band gab es keine Chance mehr für das lautstark geforderte „Tell no tells“. Schade, dieser zweieinhalb Minuten-Kracher wäre ein toller Abschluss dieser tollen Show gewesen. Aber TNT ließen es sich nicht nehmen trotz des wieder etwas einsetzenden Regen an den Bühnenrand zu kommen und sich zu verabschieden. (WOSFrank)

ANNIHILATOR

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Preisfrage zu Beginn des Reviews: Welche Musiker gehören aktuell zum ANNIHILATOR-Line-Up? Sorry, ich hab da inzwischen total den Überblick verloren und mit der Mannschaft die ich zuletzt auf dem Wacken Open Air live erlebt habe hat die vom Bang Your Head anscheinend auch nicht mehr viel gemein. Jedenfalls waren die Erwartungen für diesen Festivalauftritt enorm, galt es doch den neuen Frontmann Dave Padden, der erst vor kurzem für den gefeuerten Ex-OVERKILL-Gitarrist/Ex-LIEGE LORD-Sänger Joe Comeau eingestiegen ist, einem Publikum vorzustellen das zum Großteil mit dem 26-Jährigen bislang noch keinerlei Berührungspunkte hatte. Und auch hier teilten sich wieder einmal die Meinungen, für mich persönlich fällt das Urteil allerdings vernichtend aus. Die harten Gesangsteile schreit der Kerl ohne jegliches Gespür für melodiöse Feinheiten einfach raus, die cleanen Parts kommen gut, erinnern allerdings mehr an die Vocals von Bands wie PAPA ROACH und Konsorten und hohe Screams sollte sich der Mann gleich mal ganz verkneifen. Wirklich, ein einziges Rausgepresse von Tönen und nach diesem Liveerlebnis frage ich mich, was eine Band wie ANNIHILATOR mit einem solchen Sänger eigentlich will, zumal dieser auf der Bühne einen recht arroganten und rockstarmäßigen Eindruck hinterlässt – mal schauen was der Kerl so im Studio produziert. Musikalisch und Showtechnisch gab es natürlich wieder einmal ANNIHILATOR pur – will heißen von Ultra Motion (ich glaube es war dieser Song) mal abgesehen war das typische Festivalprogramm angesagt, mit The Box ging es schleppend los, gefolgt von King of the Kill und dem einzigen Song des neuen Albums, eben Ultra Motion. Jeff Waters bewies dabei wieder seinen Ruf als bester und vor allem dauergrinsender Duckwalkmeister der die ganze Bühne auszunutzen wusste, insgesamt aber etwas den Eindruck machte als fehle ihm der richtige Partner/Gegenspieler auf den Brettern und so mehr denn je eine Ein-Mann-Show durchzog. Den Spaß am Spielen sah man ihm aber dennoch an und auch wenn er alles andere als ein einfacher Mensch zu sein scheint: mir ist der gute Jeff einfach sympathisch und an seiner Art des Stageactings wird ich mich wohl nie satt sehen können. Set the World on Fire, Never Neverland, Refresh the Demon, “Fantasmagoria und Alice in Hell (oh Mann, man glaubt gar nicht wie weh es tun kann, wenn bei einem solchen Song der falsche Sänger am Mikro steht) – keine Frage, bei dieser Songauswahl hat man voll auf Nummer sicher gesetzt, was unwillkürlich zu der Frage führt, warum man nicht doch auch mal wieder auf andere heimliche Klassiker – von denen es ja mehr als reichlich in der Discographie gibt – setzt. Beispiele kann man sich da ersparen. (Fierce)

DOKKEN

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DOKKEN finden mit Hits wie „Kiss of death“, The hunter“ und „Into the fire“ gleich einen guten Einstand. Bei „Breaking the chains“ macht Don Dokken noch mal drauf aufmerksam dass die Wiege seiner Band in Deutschland liegt. Seine Stimme ist weitaus besser als bei den letzten Shows, die Band rockt kräftig und sauber aber so richtig packend ist das ganze nicht. Die Musiker, besonders Basser Barry Sparks machen einen ordentlichen Job, aber wenn der Namensgeber und Frontmann fast gelangweilt auf der Bühne rumwandert und höchstens gelegentlich mal mit dem Mikroständer rumwedelt kommt doch schnell Langeweile auf. Da nützen auch die albernen, aufgesetzt wirkenden Witzchen vom tuntigen Drummer „Wild“ Mick Brown nicht viel. Für viele ist der Zeitpunkt gekommen es sich auf dem Steinboden halbwegs gemütlich zu machen. Ungeachtet davon sind die Songs aber vom Feinsten und werden ordentlich abgefeiert, auch im Sitzen kann man schließlich mitschunkeln. Aber bei Klassikern wie „Just get lucky“, „When heaven cames down“ oder „It`s not love“ kann man kaum etwas falsch machen. Und siehe da, als Don es nicht mal schafft den hochgeworfenen Mikroständer wieder aufzufangen kann er sogar über sich selbst lachen.

Bei „Tooth and nail“ zeigt Gitarrist Alex DeRosso dass er ein hervorragender Gitarrist ist, überhaupt scheint er der einzige auf der Bühne zu sein der wirklich Spaß an dieser Show hat. Mit „In my dreams“ und „Paris is burning“ geht ein Auftritt zu Ende mit tollen Songs die dem Publikum sichtlich Spaß gemacht haben, bei der Band bin ich mir da nicht so sicher. Immerhin hat sich Don Dokken nicht im Backstage-Zelt versteckt und war auch noch am Samstag auf dem Festivalgelände zu finden. (WOSFrank)

SODOM

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Um ehrlich zu sein, ich kann mit SODOM einfach nichts anfangen. Irgendwie kommt man an der Band trotzdem nicht vorbei und mit dem letzten Album M-16 haben sie mich dennoch überrascht – auch wenn ich mich nach wie vor nicht zu den allergrößten Fans der Band zähle. Tom Angelripper war nach Balingen gekommen, um etwas Abwechslung in das „Power-Metal-Festival“-Bang Your Head zu bringen, zumindest ließ Sinngemäßes von der Bühne verlauten. Die Sodom-Fans in den ersten Reihen dankten es ihm, vom ersten Song an herrschte gute Stimmung,

SODOM machen zwar seit Ewigkeiten dasselbe, doch warum sollen sie auch von ihrem bewährten Rezept abrücken, wenn da genug Leute vor den Bühnen stehen, die genau wissen, was sie zu sehen und zu hören bekommen und zufrieden damit sind.

SODOM machten auch in Balingen das, was sie immer machen: Spielen und prollige Ansagen. Warum man ausgerechnet zu einem Song namens „Napalm In The Mourning“ eine Party feiern soll, ist mir zwar nicht ganz verständlich, doch der Aufforderung kamen genug nach. Angelripper war ordentlich bei Stimme, und die Setlist bestand aus neueren Songs und alten Schoten wie „Wachturm“, oder „Remember The Fallen“. Um ihr „Klassiker“-Programm kommen SODOM nicht herum und ich werde den Eindruck nicht los, dass selbst eingefleischte SODOM -Fans heimlich nur auf die alten Hits warten, während das neuere Material pflichtbewusst bejubelt wird. Unterm Strich gibt es an dem Auftritt nichts zu bemängeln, die ganz große Sensation blieb ebenfalls aus – da halfen auch die Pyrofeuerchen nichts. Letztendlich haben SODOM wohl alle Erwartungen erfüllt – die der Fans und die der Zweifler. (vampi)

HAMMERFALL

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Okay, Leute, ich versuch`s ganz objektiv, aber erwartet von mir bitte keine Lobeshymnen und vollständige Songlisten. HAMMERFALL haben inzwischen die Größe und den Status um als vorletzte Band beim Bang Your Head auf die Bühne zu gehen – ganz eindeutig. Die Band konnte sich jedenfalls darauf verlassen dass die Reihen zwischen Bühne und Mischpult gut gefüllt sein werden und so wurden die Schweden von einem begeisterten Balinger Publikum empfangen. Überraschend war allerdings, dass HAMMERFALL bei diesem Festivalauftritt – von ein paar Pyros mal abgesehen – auf große Showeffekte verzichteten und dementsprechend bekam man eine solide Show geboten die man von HAMMERFALL kennt. Die Jungs machen ihre Sache inzwischen einfach gut, da kann man zur Musik und den Fertigkeiten der einzelnen Bandmitglieder stehen wie man will. Bassist Magnus Rosen mimt ohne Ende den Gene Simmons und macht einen auf ganz durchgedreht, der Rest der Truppe zieht einfach das persönliche True Metal Ding durch und weiß auch wie man mit dem Publikum umgehen muss dass einem die Fans aus der Hand fressen. Und auch wer mit der Musik nicht derart vertraut ist hat bei den Schweden kein Problem damit mit dieser mitzugehen und den ein oder anderen Refrain bereits bei der zweiten Wiederholung lauthals mitzusingen – Hammerfall, Templars of Steel, Heart on Fire und Crimson Thunder (sorry, aber dieser Refrain *schüttel*), Riders of the Storm, das sind so die Sachen, die einem sofort im Kopf hängen bleiben und auch wenn die Band mal DSHINGIS KHAN zitiert oder (nach wie vor) MANOWAR im Schlussteil kopiert, hat sich die Band angesichts des Publikums ganz klar etabliert und spielt im Metal-Business zumindest vom Bekanntheitsgrad her sehr weit vorne mit (– auch wenn man im Publikum in den 80ern steckengebliebene weibliche Metalfans Tipfox dazu tanzen sieht, höhö). (Fierce)

DIO

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Auf DIO ist einfach Verlass! Auch wenn TENACIOUS D der Meinung sind dass es für ihn inzwischen an der Zeit wäre die Kerze weiter zu reichen – der gute Ronnie James ist einfach nicht tot zu kriegen und das ist auch verdammt gut so. Auf seinen Studioalbum hat die britische Legende zwar inzwischen an Bedeutung für die Metalszene verloren, live wird einem aber auch noch heute bewusst welchen Stellenwert der kleine Mann mit der großen Stimme (Floskel) inne hatte und hat. Wobei auch er sich ankreiden lassen muss, dass er sich über die Jahre in gewisse Live-Klassiker verbissen hat und kaum noch überraschen zu wollen scheint. Von Killing the Dragon, Rock and roll, The Lord of the Last Day mal abgesehen brachte DIO und seine hervorragende Begleitband (Jimmy Bain, Simon Wright, Craig Goldy (!!) und Scott Warren – ein echtes Klassiker-Line-Up halt) das DIO-Best-Of-Programm, das man schon seit Jahren kennt – und das auch mit den Live-Spielereien die seit Jahren dieselben sind. Vom eigentlichen Höhepunkt – der Stimme Ronnie James Dios selbst und dessen grandiosen Songs– abgesehen, waren diese also eher im kleinen zu suchen, wenn DIO seine netten Späßchen bei diversen Ansagen macht, es bei Evil Eye ein Fan auf die Bühne schafft und dieser bevor er von der Security von der Bühne gezerrt wird mit einem Grinsen und Handschlag die Anerkennung des Meisters selbst erhält oder ein Simon Wright sein Drumsolo durch die Einspielung eines klassischen Orchesterstücks aufpeppt und dann dazu seine Felle bearbeitet. Bei Heaven and Hell war da natürlich wieder der famose Big Black Shape-Mittelteil mit sehr coolem Lichteffekteinsatz (Dio von unten ganz in rot beleuchtet), Holy Diver beinhaltete wieder den ausgedehnten nevernevernever-Part und in Man on a silver Mountain kann man auch im Jahre 2003 hervorragend Long live rock´n´roll reinpacken – man kennt das alles und doch ist es geil. Die gesamte Band wirkt dabei stets wie eine Ansammlung von freundlichen, höflichen, in die Jahre gekommenen typischen Briten, deren Gelassenheit sich hauptsächlich im routinierten Stageacting bemerkbar macht und die zurückhaltenden Ansagen und vielen Bedankungen von Ronnie James Dio zeigten eine Legende die auf dem Boden geblieben und auch noch heute in der Lage ist, mehrere tausend Menschen in Begeisterungsausbrüche zu versetzen – allerdings: so zahm wie in den vorderen Reihen ging es wohl das gesamte Festival sonst nicht ab.

Was sonst noch gespielt wurde: Straight through the Heart, Stand up and Shout, Mob Rules, Speed at Night, Dream Evil (gefolgt von einem Gitarren-Keyboard-Solo), Last in Line, Rainbow in the Dark, We Rock. (Fierce)

Samstag, 28. Juni 2003

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HIRAX

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Als Samstagsopener hat man beim BYH meistens das Pech dass die Leute noch nicht aus dem Zelt gekrochen sind/kriechen konnten. So hab auch ich die ersten 2-3 Songs wohl verpasst, aber es war überraschend wie viele Metalheads diesmal schon unterwegs waren obwohl einige ja HIRAX schon in der Clubshow am Donnerstag gesehen haben. „Hate, fear and power“ knallt mir entgegen und ist nach 15 Sekunden schon wieder vorbei. „Bombs of dead“ haut mir die letzte Müdigkeit aus den Knochen. Sänger Katon W. DePenas ist sogar schon fit genug von der Bühne zu klettern und die Fans in der ersten Reihe zu umarmen! Wieder oben angelangt begrüßt DePenas überraschend Jack Starr (VIRGIN STEELE, BURNING STARR) als dritten Gitarristen auf der Bühne, „Not so shure“ mit 3 Gitarren kommt dermaßen heavy das es sicher die letzten Schlafmützen aus dem Zelt haut. Jack Starr hat eine seiner Gitarren zur Verlosung überlassen um sich bei den Fans für den jahrelangen Support zu bedanken, da kann man nur beeindruckt sein! Aber für HIRAX ist leider mit „Angel of death“ entgültig Schluss, auch hier gibt es ein 3-Gitarren-Thrash-Brett vom Feinsten. Und auch bei Tageslicht sieht es immer wieder gruselig aus wenn der farbige DePenas seine Augen verdreht dass nur noch zwei weiße Punkte in seinem dunklen Gesicht leuchten, im Club hat das sicher so manche Gänsehaut bewirkt.

(WOSFrank)

ANGEL WITCH

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Es hätte ein Triumphzug werden sollen, aber die heiß ersehnte ANGEL WITCH-Show stand unter keinem guten Stern. Unter großem Jubel startete die Band mit „Angel of death“ und „Atlantis“ (oder umgekehrt) und die Gitarre von Lee Altus (HEATHEN) war dermaßen verstimmt dass es einfach nur weh tat! Aber irgendwie schien das keiner auf der Bühne zu merken, erst nach „White witch“ versuchte Lee das Problem in den Griff zu kriegen. Ob er es nicht gemerkt hat, keine Ahnung, Mastermind Kevin Heybourne setzte trotzdem zu „Confused“ an. Wie passend, denn das Publikum war wegen der krassen Klänge doch ziemlich verwirrt und musste auch „Gordon“ und „Sorcerers“ in dieser Form ertragen. Was hat mir Lee Altus Leid getan, das Bewusstsein über das klangliche Grauen stand ihm ins Gesicht geschrieben. Aber Heybourne ließ ihm keine Chance und stimmte einen Song nach dem nächsten an. Zeitdruck hin oder her, aber damit hat er den Kultstatus seiner Band sicher nicht festigen können. Wie taub muss man sein um so was zu überhören? Der Soundmann versuchte das Drama etwas zu überdecken indem er den Bass immer lauter machte. Das belegte dann zwar das hervorragende Bassspiel von Jon Torres der aussieht wie ein Gangster aus einem alten Texas-Western, der schrecklich saubere und drucklose Line6-Sound von Heybourne war damit aber auch nicht mehr zu hören so dass ein echtes Drama kaum noch abzuwenden schien. Jetzt erst hatte Lee die Möglichkeit seine Gitarre zu stimmen und siehe da, vom ersten Ton von „Sweet danger“ an war Druck ohne Ende und es kam heftig Bewegung ins Publikum. Von diesem Moment an war die Klasse der ANGEL WITCH-Songs zu erkennen und als die ersten Töne vom Übersong „Angel Witch“ ertönen gibt es kein Halten mehr und das Publikum geht voll ab, leider viel zu spät um diese Show zu dem Hammer werden zu lassen der es hätte sein müssen. Die Band hatte sich vor dem BYH den Wolf geprobt um die alten Klassiker des Debütalbums würdig zu präsentieren. Das so was an einer verstimmten Gitarre (kommt vor) scheitern muss weil der Bandkopf nur mit sich selbst beschäftigt ist (darf einfach nicht sein!) ist wirklich schlimm, hätte die Band statt der bekannten Klassiker die starken neuen Songs gespielt hätte sie sicher ihren Namen ruiniert. Die neuen Mitstreiter Lee, Jon und HEATHEN-Drummer Darren Minter haben mit zutiefst Leid getan, sie hatten sich total auf diese Show gefreut. Vor den Recording-Sessions die diese Tage starten wird es sicher einige Diskussionen geben, auch wenn die brillanten zwei Abschlusstracks für das anfängliche Chaos entschädigt haben. Wäre die Show von Anfang an so gelaufen wäre sie mit Sicherheit der erhoffte Triumphzug geworden. (WOSFrank)

MASTERPLAN

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Insgesamt war das Bang Your Head 2003 für mich nicht unbedingt das Höhepunktreichste was die Bandauswahl und die musikalischen Darbietungen anging. Einen persönlichen Höhepunkt lieferten mir aber eindeutig MASTERPLAN, was aber weniger an dem Melodic/Speed der Band, sondern mehr an einer bestimmten Person festzumachen war: Jorn Lande!!! Nachdem ich den Sänger bislang live noch nie erleben konnte war er es, der diesen Auftritt für mich zu etwas ganz besonderen machte. Und mit dieser Einstellung war ich – wie ich in einigen Gesprächen mit Bekannten aber auch unbekannten Festivalbesuchern feststellen musste – alles andere als allein. Die Musik ist nichts besonderes, aber Jorn gibt dem ganzen neue Dimensionen, so die einhellige Meinung dieser Gleichgesinnten. Und das tat er auch. Die Bandbegründer Kusch und Grapow wirkten da fast schon wie unliebsame Nebenerscheinungen, die es wagten, einer unglaublichen Stimme ein musikalisches Gewand zu verleihen, das dieser so gar nicht würdig schien. Dennoch muss man sagen dass der stellenweise doch sehr an HELLOWEEN erinnernde Melodic Metal dieser Band kombiniert mit Jorns Gesang verdammt gut rüber kommt und das sowohl auf Platte als auch live. Jan S. Eckert (mit auffälliger Fischdesigngitarre) und Roland Grapow machten jedenfalls gut Stimmung und gemeinsam mit dem Rest der Band bereiteten sie die Grundlage für die Show eines echten Meisters seines Fachs. Und dieser machte auch gleich deutlich, dass es jetzt abgehen kann, als er auf die Bühne stürmte und sich erst mal mit voller Wucht seines Mikrofonständers entledigte um dann allen Möchtegern-Vocalakrobaten zu zeigen, dass zu einer fantastischen Stimme eben auch der richtige Ausdruck gehört und so lebte der Norweger jede einzelnen Ton/jedes einzelne Wort auf der Bühne aus. Einfach grandios, auch wenn man zugeben muss, dass auch er inzwischen Gefahr läuft durch zu inflationäres Auftreten in diversen Bands etwas an Originalität zu verlieren (es gibt da sogar mehr-oder-weniger-Underground-Bands die behaupten, heutzutage müsse man nur im Proberaum stehen und plötzlich steht Jorn an der Tür um zu fragen, ob er nicht mitmischen dürfe…). An Songs hatte man nicht die große Auswahl, klar, ein Album ist draußen, dementsprechend wurden auch diese Stücke gespielt wobei wieder einmal deutlich wurde, dass epischere Stücke der Marke Soulburn (auch hier legte Jorn im Mittelteil wieder einmal eine hammerintensive Leistung ab) auch auf der Bühne um einiges mehr Power versprühen als die so gern als Powermetal beschriebenen Melodic-Speed-Stücke wie Spirit never die oder Enlighten me. Insgesamt also ein hervorragender Auftritt einer Band, die mit ihrem Sänger lebt und stirbt. Und dieser hat hier eindeutig unter Beweis gestellt, dass er zur Zeit einen der herausragendsten Künstler im Metal-Bereich darstellt. Da kommt momentan nicht viel was da anstinken kann…. (Fierce)

BRAINSTORM

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Als dann BRAINSTORM die Bühne enterten war zu erkennen, dass sich der Schwabenfünfer in den letzten Jahren ein beachtliche Fangemeinde erspielt hat. Ist ja auch kein Wunder, denn BRAINSTORM boten auch auf dem Bang Your Head 2003 wieder eine erstklassige Performance. Allen voran der sympathische Frontmann Andy B. Franck, der nicht nur gesanglich sehr zu überzeugen wusste, sondern auch ein Entertainer in Reinkultur ist.

Andy B. war ständig in Bewegung und scheute auch nicht davor zurück die Nähe zum Publikum zu suchen und hielt sich des öfteren im Fotograben bzw. am Absperrgitter auf. Der Rest der Combo bot eine solide Leistung, bangte was das Genick hergab und Tracks wie z.B. „Blind Suffering“, „Hollow Hideaway“ oder Stücke des brandneuen Albums „Soul Temptation“ (wie etwa „Highs Without Lows“, „Trinity Of Lust-Shiva´s Tears“) wurden zu einem wahren Triumphzug für BRAINSTORM.

Was mir weniger gefiel war die, meiner Meinung nach, recht peinliche und alberne orientalische Showeinlage mit Tänzerinnen zum ersten Teil der Trilogie „Trinity Of Lust-Shiva´s Tears“. Erstens waren diese in komische grüne Gewänder gekleidet und trugen Masken wie man sie nur zu Karneval sieht. Zweitens wirkten die Tänzerinnen sehr deplaziert zwischen den fünf Musikern, so nach dem Motto: „Ähm…was tue ich hier überhaupt, ist hier nicht der Rosenmontagszug? Naja, wenn ich schon mal da bin, dann bewege ich mich halt ein wenig abseits vom Rhythmus.“ Da sind wir schon bei drittens: Die Performance der Mädels ließ sehr zu wünschen übrig. Von einer orientalischen Show habe ich mehr erwartet, als eine Mischung aus Schuhplattler und Trinkanimationszeichen. Nun, lassen wir es mal dabei…

Ansonsten räumten BRAINSTORM dennoch gut ab, beschenkten die bangende Meute mit Bandshirts und haben sicherlich wieder ein paar Fans mehr hinzu gewonnen. Auch wenn mir persönlich die älteren Songs eine ganze Ecke besser gefallen haben, als die glattgebügelteren, berechenbareren Tracks des neuen Werkes „Soul Temptation“. (Psycho)

PINK CREAM 69

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PINK CREAM 69 hatte ich bisher keine große Beachtung geschenkt, kannte sie nur als Tanzmusik in diversen Rockdiscos. Dementsprechend beeindruckt war ich mit wie viel Power die Jungs „Keep your eye on the twisted“ und „Living my life for you“ von der Bühne knallen. „Higher kind of life“ und „Talk to the moon“ drücken ohne Ende. Schwer beeindruckt bin ich auch von Sänger David Readman, der Mann hat echt Klasse und eine große Stimme! „Break the silence“ und „Lost in illusions“ folgen, der neue zweite Gitarrist tut dem Sound sicher gut. Angenehm ist es auch mal eine Rockband zu sehen bei der die Gitarristen auf bodenständigen Stratocaster/Telecaster-Sound setzen. Bei dem Rockdisco-Hit „Welcome the night“ wird wie bei jedem Song kräftig mitgesungen, nach „Seas of madness“ folgt als Abschluss das lautstark geforderte „Shame“, überall singende harte Männer und noch mehr tanzende Frauen. Ein überzeugender Gig der überall strahlende Gesichter hinterlässt. (WOSFrank)

HYPOCRISY

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Peter Tägtgren, der Mann ohne festen Wohnsitz in den Sommermonaten, hatte in diesem Jahr offenbar auch das Bang Your Head für sich entdeckt. In guter, alter Festivaltradition konnte man heuer also auch in Balingen HYPOCRISY live erleben. Theoretisch dürfte die Band keinen Fan mehr aus dem Zelt locken, schließlich sind ist ständig unterwegs. Es fanden sich aber dennoch genug Leute in den vorderen Reihen ein, auch wenn’s zugegebenermaßen etwas lockerer zuging als sonst.

Mit „Fractured Millenium“ plus zugehörigem Intro hatten HYPOCRISY auch gleich den perfekten Opener am Start, doch die anfängliche Euphorie schlug nicht nur bei mir recht schnell in ein gemütliches Mitwippen um. HYPOCRISY holzten sich zwar sauber durch ihr Greatest Hits Programm und vergaßen dabei auch nicht, den ein oder anderen älteren Song zu spielen – doch so richtig mitreißend war der Gig nicht.

Die Band wirkte seltsam distanziert und der Funke wollte einfach nicht überspringen, lediglich das sehr tighte und düstere „Fire In The Sky“ lockte gegen Ende des Gigs die Meute aus der Reserve –jetzt kam endlich wieder gute Stimmung auf, während ansonsten nur wirkliche Die Hard Fans richtig mitgingen. Dass es davon aber genug gibt, war andererseits nicht zu übersehen. Doch obwohl die Band ausgeschlafen und fit wirkte – war ja auch noch früh am Tag – konnte mich der Auftritt nicht hundertprozentig überzeugen. Auch DESTRUCTION –Frontmann Schmier, der von Tägtgren mit den Worten „please welcome my good ol´ friend Schmier“ auf die Bühne geholt wurde, konnte das Ruder nicht herumreißen. „Na, Balingen – alles fit im Schritt?!“ – macht 100 Punkte für die uncoolste Ansage des gesamten Festivals. Die anschließende Song-Kooproduktion von „Total Desaster“ war etwas Besonderes, so dass der Auftritt immerhin durch den Gastausftritt im Gedächtnis bleibt. Der Jubel war beim abschließenden Pflicht-Song „Roswell 47“ trotzdem größer. (vampi)

Y&T

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Ebenfalls mit Neugier erwartet wurden Y&T, die immerhin 21 Jahre nicht in Deutschland zu sehen waren. „Open fire“, „Eyes of a stranger“, „Hurrican“, die passende Musik für einen sonnigen Open-Air-Tag. „Dirty girl“, „Meanstreak“ und „Come on“ folgen und machen einfach nur Spaß. So was nennt man wohl zeitlose Rockmusik, man hört den Songs nie an dass sie schon uralt sind, immerhin gibt es Y&T bereits seit 1970. Die Band rockt mit viel Spielfreude, nur bei „Black tiger“ übertreibt es Drummer Leonard Haze etwas mit den Timingproblemen. Aber der Mann ist voll sympathisch und es bereitet ihm sichtlich Freude in die Kessel zu hauen. Auch Gitarrist John Nymann und Basser Phil Kennemore fühlen sich wohl und Mastermind Dave Meniketti weiß sich jede Sekunde in Szene zu setzen, als alter Stadion-Rocker dürfte das BYH für ihn richtig familiär erscheinen. Bei Y&T ist auch heute erstmals der Bühnenrand reichlich gefüllt mit Musikern der anderen Bands, selbst Dee Fucking Snider und Heavys wie HIRAX bestaunen die Sunnyboys.

Bei der Megaballade „I believe in you“ wünscht “Mann” sich in eine kalifornische Show-Arena umgeben von braungebrannten Bikinischönheiten. Aber ok, man kann nicht alles haben, mitsingende sonnenverbrannte Metalheads sind ja auch ganz nett. Mit „Hell or high water“ und „Forever“ endet diese Show viel zu früh, es gibt noch ohne Ende Songs die ich hören wollte! (WOSFrank)

OVERKILL

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Nachdem OVERKILL ihrem Gig auf dem Bang Your Head 2002, aufgrund des Gehirnschlags von Frontmann Blitz, einen Tag vor der Balingen-Show absagen mussten, kamen wir ein Jahr später in den Genuss der amerikanischen Abrissbirne.

Das warten hat sich gelohnt, denn die New Yorker präsentierten sich in Höchstform. Sänger Bobby „Blitz“ Ellsworth stellte wieder einmal den Dreh- und Angelpunkt des Quintetts dar und durch sein professionelles Auftreten fraß ihm die „Wrecking-Crew“ aus der Hand. OVERKILL machten über die gesamte Spieldauer ordentlich Druck und ließen die tobende Anhängerschaft kaum Zeit zum Atmen. Klar war schon von vornherein, dass OVERKILL wegen der kurzen Spielzeit den ein oder anderen Klassiker außen vor lassen mussten. Jedoch gibt es im Songrepertoire eigentlich fast keine Ausfälle und die Showtime wurde optimal mit u.a. „Thunderhead“, „Elimination“, „Necroshine“, „In Union We Stand“ oder auch „Fuck You“ gefüllt, so dass das Publikum, wie auch die Band, mit einem fetten Grinsen auf allen vier Backen das Konzert genossen. OVERKILL ließen keine Wünsche offen und stehen für mich in der Top 10 der besten Live-Acts des Metals.

Nach OVERKILL wünsche ich mir vom Bang Your Head-Team zu Weihnachten für das nächste Jahr einen weiteren Thrash Metal-Klassiker im Billing, wie etwa TESTAMENT oder eine FORBIDDEN-Reunion! (Psycho)

U.D.O.

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Udo Dirkschneider ist auch einer der 80-er-Metal-Ikonen, die inzwischen in einer Reihe gemeinsam mit anderen Künstlern wie Doro Pesch oder Paul Di Anno steht und mehr oder weniger Gefangene ihrer Vergangenheit darstellen. Das könnte man von einem DIO natürlich ohne weiteres auch behaupten, ein Udo Dirkschneider wirkt in seiner Rolle allerdings eher traurig und seine Ausbruchversuche aus diesem Gefängnis scheinen bis heute gescheitert. Auch er versuchte natürlich zu Beginn des Sets mit Man and Machine und Private Eye dem Publikum seine aktuellen Machenschaften schmackhaft zu machen, doch gerade diese Songs machten deutlich, dass der gute Mann in einer kreativen Sackgasse steckt aus der er nicht mehr entrinnen kann. Und so spielte er was das Publikum verlangte, was er nach wie vor hervorragend rüber bringt und womit er berühmt geworden ist: die einzigartige und in Tarnhosen gekleidete Reibeisenstimme von ACCEPT. Und zugegebenermaßen gehöre auch ich zu den Leuten, die von einigen Songs der ersten drei Soloscheiben mal abgesehen (Animal House hätte ruhig gespielt werden können!!!) einfach nur die alten Klassiker hören will. Und sich dieser Tatsache bewusst brachten U.D.O erstklassige Versionen von Metal Heart, Midnight Highway, Living for tonight, Princess of the Dawn, Balls to the Wall, I´m a Rebel und Fast as a Shark (das Ansingen von Heidiheidoheida wirkte fast schon etwas gelangweilt), einzig unterbrochen von einem weiteren Ausrutscher in die Neuzeit namens Holy. Auch ein U.D.O.-Auftritt ist eine durch und durch solide Angelegenheit, Erfahrung kann man eben durch nichts in der Welt ersetzen. Es macht nach wie vor Spaß, einem Udo Dirkschneider in seiner einmaligen Art des Stageactings zu beobachten und die alten ACCEPT-Klassiker zu hören – solange man denn nicht auf JEDEM Festival mit ihm bombardiert wird. (Fierce)

THIN LIZZY

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Hab ich mich auf diesen Auftritt gefreut, die unvergessliche Clubshow von 2000 noch in Erinnerung war ich nervös wie ein kleines Kind vorm Weihnachtmann. Aber erst mal durften wir den Stageman im schicken Britney Spears-Shirt bewundern, so kann man sich der Beachtung des Publikums sicher sein! Los geht es mit „Jailbreak“, gefolgt von „Waiting for an alibi“. Vom ersten Takt der Show an wird überall mitgesungen und getanzt, es ist traumhaft. „Don`t believe a word“ und „Chinatown“ werden mit soviel Leidenschaft gespielt dass ich kurz vorm Wahnsinn steh. Man merkt mit jedem Ton die Liebe die John Sykes und Scott Gorham diesen Songs entgegenbringen, und wenn John sagt dass diese Show Mister Philip Lynott gewidmet ist nimmt man ihm das ab. Hier ist nicht das Geld Thema Nummer 1, da wäre mit einer WHITESNAKE-Reunion sicher mehr zu holen. Hier geht es um die Liebe zu den Songs und die Verehrung und Freundschaft zu Phil, dessen Tod 1986 nicht nur in mein Herz ein riesiges Loch gerissen hat. „Cold sweat“ folgt, Drummer Michael Lee macht einen tollen Job, auch wenn er aussieht wie mein alter Lateinlehrer (und der war auch Lizzy-Fan). „Bad reputation“ und „Killer on the loose“ rocken das Messegelände und es macht Spaß zu sehen wie Sykes und Gorham sich brilliante Twin-Guitar-Duelle liefern. Einzig Basser Gary Leiderman ist etwas zurückhaltend, was aber kaum an fehlender Leidenschaft liegen kann, er ist halt ein sehr ruhiger Mensch. Und wenn ihm dann doch mal ein Lächeln rausrutscht ist es ihm fast peinlich, echt nett! Über John Sykes Gitarrenspiel zu reden wäre sicher überflüssig, und seine Stimme kommt sehr nahe an die von Phil, glaubwürdig bringt er die lyrischen Worte dieses Helden rüber.

Richtig schlimm wird es dann als THIN LIZZY „Still in love with you“ zelebrieren. Wenn man hier die Augen schließt hört man kaum dass nicht Phil auf der Bühne steht, sein Geist ist allgegenwärtig, seine Gegenwart fast körperlich spürbar. Wenn man das Glück hatte TL mit Phil live zu sehen und mit ihm Pommes aus einer Tüte zu essen dann…. F..k, hoffentlich sieht jetzt keiner die Träne kullern…. „Are you ready“ holt mich wieder zurück gefolgt vom „Cowboy song“. Gerade John Sykes steht ins Gesicht geschrieben wie sehr es ihn freut den Leuten Phil`s Songs darbieten zu können, sein ehrliches Lächeln ins Publikum kann man nur erwidern. Nach nur wenigen Takten geht ein Jubeln durch die Menge, als Schlusstrack gibt es wie zu erwarten „The boys are back in town“ und das Publikum feiert, singt und tanzt und kann diese Band nicht einfach gehen lassen. Als erste Zugabe gibt es „Rosalie“ und nach kurzer Diskussion was man denn spielen soll beendet „Black Rose“ einen fantastischen Gig den sicher alle Anwesenden nicht vergessen werden. (WOSFrank)

TWISTED SISTER

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Bei TWISTED SISTER kommt es nicht auf filigrane Technik oder tiefgreifende Lyrics an, hier geht es um Party und Spaß! Vom ersten Takt von „You don`t know“ an ist das BYH am kochen. „The kids are back“, herzlich willkommen! „Stay hungry“, ausgehungert nach TS wird die Band und vor allem natürlich Mr. Dee Snider abgefeiert wie die verlorenen Söhne, äh, Töchter. Kein Wunder, waren TS doch schon ein paar Mal angekündigt worden und letztendlich sind nur ein paar Dee Snider-Shows draus geworden. „Destroyer“ dröhnt herrlich heavy von der Bühne, mit „Knife in the back“ und „Under the blade“ lassen die bunten Herren den Rock`n`Roll-Hammer kreisen. Sicher sind das hier nicht mehr die durchgeknallten Schwestern die im Herbst 1980 als Support für KISS ihr Deutschlanddebüt hatten. Herr Snider ist total aus der Puste, hat dafür aber seine Stimme erstaunlich gut im Griff und wuselt fleißig über die Bühne. Der Rest ist dann doch etwas Hüftsteif, aber egal, man schaut eh meistens auf die Fronttunte. Trotzdem wirkt die Band gut eingespielt, spektakuläre Ausfälle gibt es nicht zu beklagen. Jay Jay French und Eddie Ojeda klampfen sich tapfer durch das Programm, nach einer Band wie THIN LIZZY haben sie da eh nichts mehr draufzusetzen, Mark „Animal“ Mendoza prügelt immer noch auf seinen Bass ein und wie damals ist es A.J. Pero der mit seinen deftigen Grooves den Druck macht. „You can`t stop Rock`n`Roll“ und „ I am, I`m me” folgen, es gibt das zu erwartende Best Of-Programm. Allerdings haben TWISTED SISTER dermaßen viele coole Songs dass sie kaum etwas falsch machen können. Bei „The fire still burns“ gibt es zu jedem „Fire“ zwei amtliche Feuerpyros zu bestaunen.

Dee gönnt sich eine nötige Pause und begrüßt in einer langen und ehrlichen Ansprache das Publikum. Er hatte vor 2 Jahren versprochen mit TS wiederzukommen und dieses Versprechen hat er gehalten. Um seine Stars des Abends zu ehren lässt er das Publikum beleuchten, und überall sieht man hochgereckte Fäuste. Irgendwie glaubt man diesem Mann dass er es mit dieser Reunion ernst meint, dass sie in erster Linie für die Fans gedacht ist.

Weiter geht es mit „Live to ride, ride to live“, Shoot em down“ und „We`re not gonna make it”. Als dieser Song zu Ende geht singt das Publikum einfach weiter, vor und auf der Bühne macht sich eine Gänsehaut breit. Und noch mal und noch mal setzt die Menge zum Refrain an, Dee kann es sich nicht nehmen lassen Jay Jay, den Gründer der Band und der Reunionbremse zu zeigen auf was er solange verzichtet hat, wie sehr die Band vermisst wurde. Sichtlich gerührt setzen sich die Musiker an den Bühnenrand und spielen die Ballade „The price“, überall singen und schunkeln die Menschen. Nach „I believe in you“ und „Burn in hell“, hier ist die Bühne am Anfang in gespenstisches Rot getaucht, folgt ein wirklich nicht notwendiges Drum-Solo, sicher auch um Dee noch mal eine Pause zu gönnen. Der Höhepunkt ist dann auch als das Drumkit einmal nach oben gefahren wird und zurück. Nett aber ist die Lady neben mir die vom ersten TS-Takt an unentwegt mit der gleichen Tanzbewegung abhottet und sogar das Drumsolo mittanzt! Welch Wunder, als Rausschmeißer gibt es „I wonna rock“, bei dem Balingen noch mal richtig durchgerüttelt wird. Und wieder sind es die Fans die mit lauten „We`re not gonna make it“-Gesängen für eine unbeschreibliche Stimmung sorgen. So wird die Band gezwungen nochmals zum Spielen zu erscheinen, „Come out and play“ ist angesagt. Abermals bedankt sich Dee herzlich bei den Fans und auch Jay Jay kommt nicht umhin sich zu bedanken und darzulegen dass er niemals damit gerechnet hätte solch einen Support zu bekommen, er hatte die Beschwörungen von Dee nie wirklich ernst genommen. Mit „S.M.F.“ ist dann aber Schluss, um das zu festigen beginnt auch schon mitten im Lied das Abschluss-Feuerwerk sodass die Blicke immer wieder von der Bühne zum Himmel wandern, und als das TS-Logo auf der Bühne in Flammen steht weiß Jeder das nun leider Feierabend ist. So machen sich die Meisten auf den Weg zum Auto oder Zelt und überall erklingen immer wieder fröhliche „We`re not gonna make it“-Gesänge.

Es bleibt zu hoffen das TWISTED SISTER nicht zur Festival-Attraktion verkommen und uns mit einer schweißtreibenden Clubtournee beglücken werden. (WOSFrank)

Fierce
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