CANNIBAL CORPSE: Blutige Fantasien – Listeningsession und Interview zum Neuen Album ´The Wretched Spawn´

Unser Bericht von der Listeningsession zum im Februar 04 erscheinenden CANNIBAL CORPSE Album plus ein Interview mit Jack Owen.

Wenn man wochenlang auf einen Großbaustelle haust, ist irgendwann jeder Vorwand recht, um dem Chaos aus Bauschutt, Bohrhämmern und Fliesenscherben zu entgehen. Listeningsession? Klar, sofort mit größtem Vergnügen – schließlich lockt neben einem ersten Eindruck von neuen CANNIBAL CORPSE Album auch der Gedanke an irgendein aufgeräumtes, ordentliches und schnuffig-warmes Ambiente sehr schnell von der Leiter. Doch ging es für uns vom Regen in die Traufe: Metalblade hatten sich etwas besonderes einfallen lassen und karrten die Schreiberschar zu einem alten, verlassen Fabrikgelände, wo in einer untapezierten, sehr an einen Rohbau erinnernden Werkshalle das neue Album „The Wretched Spawn“ (VÖ 8. März 2004) erstmals vorgestellt wurde. Nun, die anfängliche Ernüchterung über die Atmosphäre, die wieder Erwarten doch etwas an das noch nicht ganz fertig renovierte Zuhause erinnerte, verflog schnell, denn das neue CANNIBAL CORPSE Album stellte sich als rundum gelungen heraus.

Mit zwei typischen CANNIBAL CORPSE Stücken, die die eher technisch-verfrickelte Seite der Band zeigen, geht’s los: „Severed Head Stoning“ ist durch und durch ein CANNIBAL CORPSE Song, wie man ihn sich erhofft. „Psychotic Precision“ – wie der Opener aus Pat O´Briens Feder – sezt nochmal einen drauf. Mit fiesen Giattrenquitschern und Tempiwechseln rumpelt ein Abwechslungsreichtum aus den Boxen, der bei einmaligen Hören gar nicht erfasst werden kann – doch trotz den vielen Breaks hat der Song eine klare Linie und die heißt Brutalität.

Bei „Decency Defied“ kann man sich von der geballten Technik-Attacke erholen, der Song ist weitaus gradliniger und groovbetonter als die Vorgänger – mit Sicherheit einer der Songs, mit denen die Band bei Liveshows gut abräumen kann. Der Refrain eignet sich praktisch nach einmaligem Hören zum Mitgrölen. „Frantic Disembowlement“ ist das perfekte Kontrastprogramm zum Groovemonster zuvor: Jeder der Musiker scheint schneller sein zu wollen als der Rest der Band, zusammengehalten wird die Raserei von gewohnt tief-guturralen Vocals des Corpsegrinders. „Rotted Body Landslide“ erinnert zu Beginn an „From Skin To Liquid“ und schleppt sich erstmal zäh und träge aus dem Boxen – was aber keinesfalls abwertend gemeint ist, denn die sägende „Melodie“ gewinnt so an Wirkung. Nach dem eher langsamen Stück geht’s mit „Cyanide Assassin“ wieder auf die Überholspur, Holterdipolterschlagzeug, Blastparts und sich überschlagende Gitarren prügeln sich in einen Geschwindigkeitsrausch bis ein membran- und nervenzerfetzender Schrei die Sache etwas verlangsamt; der Song ist eine der komplexeren Nummern, aber immer in sich stimmig.

„Festering In The Crypt“ ist wieder einer der straighteren Songs – wenig Einzelparts und wo sich die Songschreiber Pat O`Brien und Alex Webster mit technischen Finessen, Breaks und Gefrickel überbieten, bevorzugt Jack Owen, der diesen Song geschrieben hat, den geraden Weg: Fast schon eingängig und gleichzeitig sehr bedrohlich ist der Song, sehr, sehr langsam, erdrückend und bis aufs Äußerste brutal.

„Nothing left to mutilate“ schlägt in dieselbe Kerbe, überrascht aber mit ungewöhnlichem Schlagzeugspiel und einem wahren Killerrefrain, der aber nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass der Song ein wenig zu lang und auch ein wenig zerfahren wirkt.

Bei „Blunt Force Castration“ wird das Tempo wieder angezogen, ein Song wie ein schlechtgelaunter Hofhund, der unruhig darauf wartet, endlich von der Kette gelassen zu werden, um dann alles, was sich ihm in den Weg stellt, zu verwüsten.

Der Titeltrack bietet überraschende Wendungen – hier gibt es ganz viel zu entdecken: massive und gleichzeitig raffiniert eingesetzte Gitarren sowie akzentuiertes Schlagzeugspiel, das besonders im Mittelteil aufhorchen lässt. „Slain“ erinnert wieder an die frühen CANNIBAL CORPSE, die wirre Melodie und das wiederum einfallsreiche Schlagzeugspiel sind zwar erwähnenswert, insgesamt zieht sich der Titel aber doch etwas.

„Bent Backwards and Broken“ scheint im ersten Moment eine recht simple, straighte Nummer zu sein, doch der Eindruck täuscht. Bei diesem Song passiert viel im Hintergrund, die Vielschichtigkeit ist aber nicht übermäßig aufdringlich – man muss schon genau hinhören.

Mit der Abrissbirne „They Deserve To Die“, die mit ansonsten eher spärlich eingesetzten Schreien nicht geizt und einem kleinen Solo-Basslauf beinhaltet, endet dann ein insgesamt sehr abwechslungsreiches Album, das sich trotz aller Komplexität und Tiefe keinen Millimeter außerhalb der Genre-Grenzen bewegt. Eigentlich sollten alle CANNIBAL CORPSE Fans mit „The Wretched Spawn“ zufrieden sein, denn es findet sich aus allen Perioden der Bandhisotry etwas in den Songs – wer es vertrackter mag, ist mit dem Songs von Alex Webster und Pat O´Brien gut bedient und diejenigen, die es eher straight mögen, werden mit den Jack Owen-Stücken glücklich werden.

Jack Owen, der gespannt die Reaktionen auf „The Wretched Spawn“ verfolgte, widerstand den Versuchungen des Büffets und beantwortete noch ein paar Fragen – was als kleines Vorab-Interview geplant war, entwickelte sich dann doch zu einem längeren Gespräch, bei dem der sympathische Gitarrist sehr geduldig und ausführlich antwortete.

Mein erster Eindruck von „The Wretched Spawn“ ist, dass sich CANNIBAL CORPSE auf das konzentrieren, was die Band ausmacht – keine Experimente, aber auch kein Stillstand. Die Entwicklung ging mit den drei letzten Alben ein bisschen in Richtung mehr Komplexität und auf dem Album finden sich neben klassischen, old-school Rumplern wiederum auch komplizierte Stücke.

Man sieht an dem Album, wie sich die Band entwickelt. Alex (Webster, Bass), Pat (O´Brien, Gitarre) und ich schreiben die Songs – das heißt es gibt drei Songwriter bei CANNIBAL CORPSE, von denen jeder seinen eigenen Stil hat. Das kannst du auch hören – es gibt ziemlich viele verschiedene Dinge auf dem Album: Old-School Riffs, typische CANNIBAL CORPSE Songs aber auch neuere Sachen, die eher groovy sind. Für jeden etwas.

Mit „Decency Defied“ habt ihr auch einen eher „eingängigen“ Song gemacht – wobei „Eingängigkeit“ in Bezug auf CANNIBAL CORPSE nicht gerade einfach zu definieren ist. Der Song geht in Richtung „Hammer Smashed Face“ oder „The Spine Splitter “ – ist es Absicht, dass sich auf fast jedem Album einer dieser Earcatcher findet, der den Einstieg in das Album vereinfacht?

Ich denke, das ist wirklich so. Die ersten beiden Songs sind sehr schnelle, technische Stücke, das Album beginnt im übertragenen Sinne mit einer Explosion. Der dritte Track ist dann ein wenig einfacher. Wenn wir alle Songs fertig haben, suchen wir nach einer Reihenfolge, die dem Album einen Fluß gibt. Das Album „The Wretched Spawn“ ist schnell, langsam, wieder schnell und dann richtig langsam, und am Ende wird’s nochmal richtig schnell.

Wie fühlt ihr euch im Vorfeld dieser Veröffentlichung? Ich könnte mir vorstellen, dass ihr mehr Druck als sonst verspürt, denn ihr habt jetzt eine Million Platten verkauft – steigen bei dieser Größenordnung da die Erwartungen nicht erheblich?

Nun, es ist unsere Arbeit, mit der wir Geld verdienen – es ist der beste Job der Welt. Aber es ist auch wie bei jedem anderen Job, man will und muss sein Bestes geben. Aus meiner Sicht ist es so: Ich mache das, was ich für gut befinde. Wenn es anderen gefällt, ist das wunderbar. Sollte es anderen nicht gefallen, ist das auch kein großes Ding. Wir sind Künstler – wenn du ein Bild malst, weißt du ja auch nicht, ob es anderen gefallen wird oder nicht. Ich fühle keinen großen Druck auf mir lasten. Wir vertrauen auf die Songwriting-Fähigkeiten innerhalb der Band, wir vertrauen dem Produzenten, dass das Album einen vernünftigen Klang haben wird, und wir vertrauen dem Coverzeichner, dass er ein Artwork entwirft, das das Album repräsentieren kann.

Ihr habt wieder mit Neil Kernon gearbeitet, gilt die alte Regel „never change a winning Team“ also auch für CANNIBAL CORPSE?

Die Aufnahmen zu „Bloodthirst“ bei Colin Richardson haben uns so gut gefallen, dass wir eigentlich auch „Gore Obsessed“ mit ihm aufnehmen wollten. Collin hatte allerdings keinen Termin frei, also hat Neil Kernon den Produzentenjob übernommen – und da „Gore Obsessed“ wirklich gut wurde, sehe ich gar keine Alternative zu ihm. Es war keine Frage, dass wir wieder mit ihm zusammenarbeiten. Wir können ins Studio marschieren und müssen nur sauber spielen – um den Sound kümmert sich der Profi, das ist optimal.

Interessanter weise haben es CANNIBAL CORPSE geschafft, die oft sehr eng gesteckten Erwartungen der Fans, die die Band seit Anfang an begleiten, zu erfüllen und gleichzeitig den eigenen Stil weiterzuentwickeln. Dennoch könnte ich mir vorstellen, dass Du die engen stilistischen Grenzen, in denen sich CANNIBAL CORPSE bewegen, manchmal als Einschränkung empfindest.

Ja, das stimmt irgendwie schon. Was die Arrangements der Songs angeht, müssen wir uns schon an Grenzen halten, doch ich denke in musikalischer Hinsicht haben wir uns schon weiterentwickelt. Das Songwriting wird besser, da bewegen wir uns vorwärts. Aber es ist ein natürlicher Prozess, mit jedem Album besser zu werden – wir benutzen andere Spieltechniken, machen etwas Neues, verbessern uns an unseren Instrumenten. Ich denke in dieser Beziehung gibt es im Death Metal keine Limitierung, es muss halt schnell, brutal und heavy sein.

CANNIBAL CORPSE sind für viele Bands ein Vorbild – ich frage mich, was es für ein Gefühl ist, wenn man eine CD einer anderen Band hört, die so klingt wie das, was man selbst vor Jahren aufgenommen hat.

Nun, jede Münze hat zwei Seiten. Oft hören wir bei Bands, denen nachgesagt wird, dass von uns beeinflusst sein sollen, keine Ähnlichkeiten. Ich weiß nicht, es ist verdammt cool, dass wir schon so lange dabei sind und als Einfluss angegeben werden. Wir haben auch Einflüsse, SLAYER, früher MORBID ANGEL, METALLICA. Eigentlich ist Musik wie ein Supermarkt, du nimmst das mit, was du magst. Wir hatten keine eigene Richtung als wir begonnen haben – andere bestimmt auch nicht. Es dauert eine Weile, bis man seinen eigenen Stil, seine eigenen Technik und seinen eigenen Sound gefunden hat. Aber es ist eine Ehre, wenn man als Einfluss genannt wird, ganz egal ob es sich um eine ganz kleine Band handelt oder ob SLIPKNOT das sagen.

Ihr hört euch privat allerdings nicht nur Death Metal an – habt ihr nicht manchmal das Bedürfnis, andere Einflüsse in euren Songs zu verwenden?

CANNIBAL CORPSE sind schon etwas eingeschränkt, die Arrangements sind klar geregelt. Andere Einflüsse könnten wir bei Side-Projects ausleben – wenn wir Zeit dazu haben. CANNIBAL CORPSE Songs zu üben kann ein wenig frustrierend zu sein, denn es gibt kaum Variationsmöglichkeiten. Ich habe in der Vergangenheit ein bisschen mit Paul (Mazurkiewicz, Schlagzeug) und ein paar anderen Jungs gejammt, dabei hatte ich viel mehr Freiheiten. Die Songlänge konnte dabei zwischen drei und sieben Minuten liegen, abhängig davon, wie viel wir improvisiert haben. Auslöser dafür war tatsächlich, dass ich bei CANNIBAL CORPSE limitiert bin.

Wer weiß, was in der Zukunft kommt.. vielleicht mache ich ein Black Metal Projekt – oder Country Music.

„The Wretched Spawn“ erscheint mir relativ lang

Ja, das Album hat eine Spielzeit von fast 46 Minuten. Wir haben 14 Songs geschrieben, aber nur 13 verwendet. Wir versuchen meist, um die 35 Minuten zu bleiben – aber dann heißt es wieder das Album sei zu kurz Ist es länger, heißt es dann, es sei zu lang. Deshalb haben wir und dazu entschieden, einfach alle guten Songs auf die Platte zu nehmen. Den übrig gebliebenen Track können wir immer noch für eine EP oder etwas in der Art verwenden. Hätten wir alle Songs verwendet, wäre das Album 50 Minuten lang – und das ist wirklich zu viel des Guten.

Wobei auch eine Dreiviertelstunde ist hart, wenn die Musik so intensiv ist wie die von „The Wretched Spawn“. Allerdings gibt es ja auch ein bisschen Abwechslung. Pat und Alex schreiben eher komplexe, technische Songs, während meine Beträge zu dem Album eher groovy und simpel sind. Das gibt einen guten Kontrast – es geht rauf und runter, es passiert nicht immer dasselbe.

Diese Abwechslung erhöht auch die Langzeitwirkung des Albums – die groovigen Sachen eignen sich gut zum Einstieg und die komplexen zur weiteren Beschäftigung. Ich denke besonders beim Titelsong geht viel im Hintergrund ab.

Der Song ist recht vielschichtig. Es gibt vier Gitarrenspuren auf dem Song, zwei im Vordergrund und zwei im Hintergrund. Das macht es natürlich interessanter. Der Song ist typisch für Alex – er trägt seine songwriterische Handschrift. Er versucht den alten CANNIBAL CORPSE Sound in einen technischen, komplexen Song zu integrieren. Pat hingegen schreibt Songs, die von vornherein sehr, sehr frickelig sind, ich bin eher für die Ohrwürmer zuständig – ich werfe die Wiederhaken aus.

Die Songs haben also einen individuellen Charakter – ist es schwierig, diesen individellen Charkateren den CANNIBAL CORPSE-Stempel aufzudrücken? Letztendlich müsst ihr ja zusammenkommen, um ein stimmiges Album abzuliefern.

Irgendwie schon, aber eigentlich ist es egal, denn im Endeffekt klingt alles, was einzelne von uns einbringen, nach CANNIBAL CORPSE. Ich denke, dass besonders Paul von sehr vielen Leuten unterschätzt wird und nicht die Anerkennung bekommt, die ihm gebührt. Er ist der CANNIBAL Sound, egal welche Riffs da sind, durch sein Druming wird ein Song zu einem CANNIBAL Song. Wenn wir zum Beispiel AUTOPSY- oder SLAYER-Riffs spielen und er dazu Schlagzeug spielt, klingt es nach CANNIBAL CORPSE. Er ist das verbindende Element, das alles zusammenhält – egal von wem die Songs stammen. Wir stellen die Songs der anderen auch nicht in Frage, wir sind auf gewisse Art und Weise Fans voneinander.

Aber es muss doch auch Vorschläge von einzelnen geben, die vielleicht nicht hundertprozentig in das Konzept „CANNIBAL CORPSE“ passen – auch weil eben jeder von euch dreien seine eigenen Songs schreibt.

Nun, wir kennen die Grenzen – jeder von uns kennt sie. Wir wissen, was CANNIBAL CORPSE ausmacht, egal um was es geht, ob das nun das Artwork oder die Musik ist. Wir wissen, wohin wir gehen können und wir wissen auch, welcher Weg nicht für uns in Frage kommt. Balladen, unverzerrte Parts oder Lovesongs wirst du von CANNIBAL CORPSE nicht hören.

Auf Gore Obsessed gab es einen Song namens „When Death Replaces Life“, der viel offenkundiger ein anti-religiöses Statement abgibt, als man das von euch gewohnt war. Der Song fällt aus dem sonst üblichen Guts n´ Gore Schema.

Wir haben auch schon in der Vergangenheit kleine Anspielungen auf religiöse Themen gemacht. Dieser Song ist allerdings der erste, der sich ausschließlich mit dem Thema befasst. Es geht darum, was Religion will: Blinde Menschen führen. Ich habe den größten Teil des Textes geschrieben. Ich war verheiratet, und meine Frau wandte sich irgendwann einer Religion zu. Ich tat das nicht und somit waren Spannungen das Resultat. Ich habe beschrieben, was ich mit Religion verbinde. Es brauchte Jahre, bis ich erkannt habe, dass Religion eine einzige Geldmaschinerie ist, die ihren Anhängern nichts Gutes tut. Der Text hat sich einfach aus meinen persönlichen Erfahrungen ergeben.

Umso interessanter, dass du einen Text geschrieben hast, der persönliche Erfahrungen widerspiegelt – die meisten CANNIBAL CORPSE Texte sind überzogen fiktiv. Ist es ein großer Unterschied, ob Du einen fiktionalen oder einen persönlichen Text schreibst?

Nun, damals war ich einfach nicht dazu inspiriert, einen dieser Guts n´ Gore Texte zu schreiben. Beim aktuelle Album, für das ich vier Songtexte geschrieben habe, war es ähnlich. Ich habe Freunde gefragt, ob sie eine Idee hätten – diese Ideen habe ich dann umgesetzt. In „Decency Defied“ geht es um einen Alptraum: Stell dir vor, jemand reißt dir deine Tatoos von Körper, weil er auf den verrückten Gedanken kommt, eine Sammlung tätowierter Menschenhaut anzulegen.

Die Inspiration zu den Texten kann von überall herkommen – man braucht aber schon eine ziemlich blutige Fantasie dafür. Wir sind als Texter auch besser geworden, früher waren wir an einem Punkt, an dem die Texte schon zu extrem waren, um wirklich werden zu können. Sie waren zu extrem, um eine ohnehin erschreckende Realität abbilden zu können. Beim zweiten und dritten Album gibt es durchaus Anspielungen auf Serienkiller – manchmal ist die Realität erschreckender als etwas, was man sich ausdenkt. Wir versuchen heute, zu jedem Song eine kleine Kurzgeschichten zu schreiben, quasi unser eigenes kleinen Stephen King Ding, haha.

Tja, und somit sind wir auch bei einer Frage, die hier einfach kommen muss. CANNIBAL CORPSE Platten stehen in Deutschland auf dem Index.

Ja, aber damit gehen wir mittlerweile ganz praktisch um. Natürlich fühlt man sich in so einer Situation bevormundet, aber was will man machen. Wir werden nicht aufgeben und nachgeben – denn es ist vollkommen egal, was wir machen, es wird ohnehin indiziert. Das heißt auch, dass wir machen können, was wir wollen.