X-DREAM: Terms Of Paradise [Eigenproduktion]

Ungewöhnlich und herausfordernd. Nichts für schwache Nerven!

X-DREAM, eine aus dem Raum Ravensburg – genau, dort wo auch die Puzzles herkommen – stammende Combo, die sich einem durchaus individuellen Stil verschrieben haben. Dies äußert sich in unvorhersehbaren Songstrukturen und einigen soundtechnischen Überraschungen. Für einen derartigen Stil ist präzises Spiel unabdingbar und die vier Herren aus Oberschwaben beweisen, dass sie diese Fertigkeiten besitzen. Nicht umsonst sind sowohl Gitarrist als auch Schlagzeuger in Musikschulen für die Ausbildung neuer hoffnungsvoller Talente zuständig.
Zurück zur Musik: Zum Einstieg wird uns mit dem Titelsong gleich ein heftiges Brett vorgelegt. Mit einer gehörigen Portion Doublebass walzen sich die Herren durch den Opener. Das nachfolgende My master erweist sich als kraftvoller Groover, der den Hörer sehr stark an RAGE denken lässt. Weiter geht´s mit einer Herausforderung, sowohl für die Band als auch für den Zuhörer. Der Song Instrumetal ist ein Instrumental….. ja ne, is klar! Darin beweisen die Musiker ihre Fähigkeiten an den Instrumenten einmal mehr. Was hier zum ersten Mal so richtig stört, ist die klangliche Komponente, mit der das komplette Demo versehen wurde. Natürlich, es ist nur ein Demo, aber von Herrschaften, die laut Beschreibung selbst an Musikschulen tätig sind und nahezu täglich mit Musik und allem was dazugehört zu tun haben, könnte man schon eine bessere Produktion erwarten, auch wenn es sich, wie gesagt, nur um eine Demo-CD handelt. Wäre der Sound besser, würden sich die verschiedenen Stimmungen dieses durchaus gelungenen, knapp 8-minütigen (!!!) Instrumentals viel facettenreicher und emotionaler entfalten. Daran anschließend lässt Years of passion mit einem für Heavy Metal-Verhältnisse ungewöhnlichen Riff aufwarten. Größtenteils bewegt sich diese Komposition in Alternative Rock-Gefilden, allerdings eben mit einem virtuosen, aggressiven Drumming und gar nicht nach Alternative klingendem Gitarrensound. Der Refrain geht gut ins Ohr. Und wieder eine Stilkorrektur. Isla del afortundo bewegt sich in Crossover-/New Metal-Gefilden. Ein Song für Freaks, die sich an den instrumentellen Fertigkeiten begeistern können. Alle anderen werden dies nur als hektisches, anstrengendes und schwer erträgliches Gewurschtel zur Kenntnis nehmen. Weniger gewurschtelt und mehr gestampft wird dann nochmal im abschließenden Never been a saint, das zwar zum Teil auch sehr schräg daher kommt, aber durchaus eine gewisse Wucht erzeugen kann. Sprach ich gerade von abschließend? Es ist noch nicht vorbei. Nach ein paar Sekunden Stille erklingen noch mal Töne aus der Stereoanlage, die den Hidden Track The cage I call my life einläuten. Ein sehr aggressiver Song, der allerdings die chaotische Schlagseite auch nicht zu kurz kommen lässt und deshalb schwer zugänglich ist.
Nun ja, zuerst nochmal Revue passieren lassen, was man gerade vernommen und sich zweimal hintereinander reingezogen hat. X-DREAM sind auf jeden Fall nichts für schwache Nerven. Zu jeder Sekunde wird der Zuhörer gefordert, manchmal aber leider auch überfordert. Wie heißt es so schön ausgelutscht: Manchmal ist weniger mehr. Allerdings muss man den vier Schwaben zugestehen, dass sie einen sehr individuellen Weg beschreiten und durchaus kreativ zu Werke gehen, auch was das Einfügen von Samples angeht. Was allerdings wirklich Abzüge mit sich bringt, ist der Klang der Scheibe. Wie gesagt, von professionellen Musikern darf man diesbezüglich etwas mehr erwarten, Demo hin oder her. Ein angemessenes Soundgewand würde den Songs viel mehr Tiefe verleihen. Empfehlen würde ich Terms Of Paradise all denjenigen, die progressive Klänge bevorzugen und sich gerne von Musik herausfordern lassen. Wer eingängige Musik bevorzugt, sollte lieber die Finger davon lassen.

Veröffentlichungstermin: 2006

Spielzeit: 32:29 Min.

Line-Up:
Gesang: Jorgoz
Gitarre: Jan Rockrohr
Bass: Teo Gherman
Schlgazeug: Stephan Runge

Produziert von X-DREAM
Label: Eigenproduktion

Homepage: http://www.x-dream-music.net

Tracklist:
1.Terms of paradise
2.My master
3.Instrumetal
4.Years of passion
5.Isla del afortundo
6.Never been a saint
7.The cage I call my life (Hidden Track)