VREID: Kraft

"Kraft" ist ein wahrlich glanzvoller Zeuge dafür, dass VREID der Phönix aus der Asche WINDIRs ist…

Wie bereits früher verkündet, handelt es sich bei VREID um die Nachfolgeband von WINDIR. Nach dem Tod Valfars haben sich die restlichen Mitglieder—allen voran Bassist Hvàll, der auch als Hauptsongschreiber amtet—dazu entschlossen, sich neu zu formieren und weiterhin Schwarzmetallgeschichten zu schreiben. Das erste Kapitel nennt sich „Kraft“ und darf mit gutem Gewissen als Phönix aus der Asche WINDIRs bezeichnet werden. Bereits nach einigen Takten von „Wrath of Mine“ schimmert die musikalische Vergangenheit deutlich hervor—und erscheint doch in einem ganz anderen metallischen Licht.

Das erste, was auffällt, ist die neugewonnene Aggression im Opener. Hier zitieren VREID gekonnt den Zorn, den man von älteren BURZUM-Werken kennt und rasen reichlich böse durch ihre Klanglandschaft. Liebliche Akkordeonklänge à la „Arntor“ Fehlanzeige. Die Produktion von „Kraft“ ist ebenfalls transparent und authentisch ausgefallen, es werden weder die Demotape-Tage noch klinische Langeweile heraufbeschwört. Auch die Basslines grooven gehörig mit (etwa im über sieben Minuten langen „Helvete“). Obschon VREID insgesamt auf den ersten akustischen „Blick“ einen weniger verträumten, nostalgischen Eindruck machen als WINDIR, so verzichten auch sie nicht gänzlich auf Keyboards oder unverzerrte Klänge—und immer wieder blitzt auch mal eine Gitarrenmelodie auf, die nur aus einer WINDIR-beeinflussten Feder stammen kann. Gewisse Anleihen an ältere ENSLAVED-Werke sind auf dem verzerrten Weg ebenso auszumachen wie während dem melancholischen „Empty“, das einen enormen Gänsehautfaktor sein eigen nennt. Hier werden VREID ganz still und nachdenklich, man kann sich dem Sog von „Empty“ schlicht nicht entziehen. Erst danach erinnert man sich daran, dass man eine solche „Kraft“ schon bei PINK FLOYD oder ANATHEMA verspürt hat.

Selbst wenn WINDIR seit diesem Jahr für immer der Vergangenheit angehören, so zeigt VREID doch, dass diese Vergangenheit die Macht besitzt, in der Gegenwart eindrucksvolle Spuren zu hinterlassen. „Kraft“ ist der Beweis dafür.

Veröffentlichungstermin: 18.10.2004

Spielzeit: 40:14 Min.

Line-Up:
Hvàll: Bass

Sture: Vocals, Gitarre

Ese: Gitarre

Steingrim: Drums

Produziert von Hvàll (1184 Studio), Subsonic Society Studio (Oslo)
Label: TABU Records

Homepage: http://www.vreid.no

Email: vreid@vreid.no

Tracklist:
1. Wrath of Mine

2. Raped by Light

3. Helvete

4. Unholy Water

5. Eldast, utan å gro

6. Evig Pine

7. Empty

8. Songen åt Fangen