UPHILL BATTLE: Wreck of Nerves

UPHILL BATTLE: Wreck of Nerves

Nervenwrack Captain Chaos schreibt über die neue UPHILL BATTLE und spricht nerventechnisch aus Erfahrung. Immerhin sind die Glimmstängel seit neun Tagen aus dem Leben des Reviewers verschwunden und auch wenn die Sucht mehr und mehr nachlässt, es tut gut zu wissen, dass auch andere Menschen was aushalten müssen. Und welche Musik ist besser um einen Entzug zu verkraften, als die, bei der man sich zu einhundert Prozent konzentrieren muss? Eben.

Gut, das selbstbetitelte Debüt vor gut anderthalb Jahren war noch um einiges chaotischer und ungestümer als Wreck of Nerves, dennoch sollten zartbesaitete Gemüter dem vertracktem Gekloppe und Gekreische eher aus dem Weg gehen. Zu sperrig ist die Musik auch anno 2004, der Mix aus SLAYER und CONVERGE macht jedoch großen Spaß und fördert die Konzentrationsfähigkeit derjenigen, denen auch die anderen Bands des Labels gefallen. Doch UPHILL BATTLE zeigen sich ein wenig zahmer als THE END bespielsweise, denn auf Wreck of Nerves konzentriert sich die Band mehr auf Hooklines und eingängige Riffs als erwartet.

Dennoch ist die Musik sehr anspruchsvoll, was in erster Linie am Duo Danny Walker (Drums) und Adi Tejada (Gitarre und Gesang) liegt, die als Songwriting-Team auch schon zuvor sehr gut harmonierten. Ihre neuen Mitmusiker sind wohl nicht unschuldig daran, dass UPHILL BATTLE sich deutlich weiterentwickelt haben, sei es durch die cleanen Gitarren im abschließenden Conceptual Frame, das eingängige Riffing im Mini-Hit Tear Everything Down oder die zweistimmigen Leadgitarren in Still Born. Äußerst facettenreich und originell sind UPHILL BATTLE also noch immer, sogar noch mehr als noch auf dem Debütalbum, wenngleich sie nicht mehr so destruktiv und verstörend zu Werke gehen. Müsste ich wählen, welche Scheibe des kalifornischen Quartetts ich mit auf die Insel nehmen würde, ich glaube Wreck of Nerves würde knapp gewinnen.

Wird jetzt noch geraucht? Nein, außer dem Kopf raucht nach dieser Achterbahnfahrt nichts mehr…

VÖ: 15. März 2004

Spielzeit: 37:42 Min.

Line-Up:
Adi Tejada – Guitar, Lead Vocals

Wes Caley, Guitar, Vocals

Casey Shropshire – Bass, Vocals

Danny Walker – Drums

Produziert von Matt Bayles
Label: Relapse Records

Homepage: http://www.uphillbattle.org

Tracklist:
1. Self Inflicted

2. Tear Everything Down

3. Lingering Existence

4. Another Step

5. Wreck of Nerves

6. Shifting Pain

7. Thresh Hold

8. Breaking Down

9. Cross Hatching

10. Still Born

11. Conceptual Frame

Captain Chaos
Ehemann, Vater, Musikenthusiast, Plattensammler, Trauerbegleiter, Logistiker, Autor, Wandergeselle