UNDERGROUND ATTACK: Sleazy Dream [Eigenproduktion]

UNDERGROUND ATTACK: Sleazy Dream [Eigenproduktion]

UNDERGROUND ATTACK, das ist eine finnische Band, die aber mal gar nicht in das finnische Power Metal Raster passen will. Genauer gesagt, die gehören da überhaupt nicht hin. Wie es uns der Albumtitel Sleazy Dream bereits andeutet, tendieren die 4 Musiker aus Helsinki in eine rockige, ja sleazige musikalische Richtung. Wer UNDERGROUND ATTACK nun aber in eine Schublade mit ihren Landsleuten HANOI ROCKS, den schwedischen THE HELLACOPTERS oder ähnlichen üblichen Verdächtigen steckt, der kennt nur die halbe Wahrheit.
Warum? Naja, weil die Band – dezent formuliert – nicht ganz so schnörkellos vorgeht wie die oben Genannten, d.h. dass sie öfters mal in Jams abdriftet, dass sie einige nicht alltägliche Überraschungen serviert (z.B. bezüglich der Instrumente) und dass man als Zuhörer zu keiner Sekunde weiß, wie sich der Song in den nächsten Sekunden entwickeln wird.
Um Interessierte aber nicht gleich durch unerwartetes Liedgut abzuschrecken, rockt sich der Opener T.B.G.O verhältnismäßig eingängig in die Ohren. Aber bereits Titel Nr. 2 (Alienation) bringt ein buntes Potpurri an Stimmungslagen mit sich. Auch einen ersten Instrumental-Teil hält das Stück bereit, aber – und das ist das interessante an diesem Album – das war erst der Anfang einer unterhaltsamen ca. einstündigen Listening-Session. Weiter geht`s mit Life undone. Dieser anfangs dezent noisige Song mausert sich zu einer modernen Alternative Rock-Nummer und wartet im Mittelteil mit einer Jam-Session auf, die von einem verzerrten Bass angetrieben und durch diverse Percussions veredelt wird, ehe sie in einen witzigen A Capella-Part mündet. Kinnlade wieder in Position bringen und bilanzieren: Einfach nur cool!!!
Cool ist bemerkenswert Vieles auf Sleazy Dream, z.B. auch Sweet summer tease, das sich chillig-swingend seinen Weg bahnt und es vermag gute Laune zu versprühen…und das obwohl die Stimme von Sänger Piiska an sich nicht dafür prädestiniert zu sein scheint.
Was heißt hier eigentlich prädestiniert? Im Prinzip gilt für die Vocals das gleiche wie für das musikalische Gesamtbild. Sie sind schwer einzuordnen und hält überraschende Töne respektive Klänge bereit. Die mit ruhigen Akustikklängen beginnende Ballade The last lässt einen dies leicht nachvollziehen… Konventionell klingt definitiv anders!
Ja, und wenn schließlich der Rausschmeißer (Ciao!) mit einem passenden, hüftschwung-kompatiblen Congarhythmus eingeleitet wird, dann kann man nur noch eins konstatieren: Respekt vor soviel Kreativität, sowohl hinsichtlich der Theorie als auch der Praxis! Langeweile kommt in dieser Stunde Musik zu keiner Sekunde auf – im Gegenteil, immer wieder drängt sich ein anerkennendes Ahhhh! in den geistigen Vordergrund und man hat einfach Spaß, diesem Album zu lauschen.
Ergo: Wer`s gerne zugleich rockig abwechslungsreich und durchaus anspruchsvoll mag, der liegt mit UNDERGROUND ATTACK goldrichtig!!!

Veröffentlichungstermin: 11.09.2008

Spielzeit: 63:33 Min.

Line-Up:
Gesang, Tambourine, Shaker, Akustikgitarre, Piano: Piiska
Gitarre, Horn, Congas, Shaker, Tambourine: Juhis
Bass, Djembe, Congas, Tambourine, Shaker: Arska
Schlagzeug: Pete

Produziert von Piiska, Juhis und Arska
Label: Eigenproduktion

Homepage: http://www.ugattack.com

MySpace: http://www.myspace.com/ugattack

Tracklist:
1.T.B.G.O.
2.Alienation
3.Life undone
4.Devil in me
5.Broken dreams
6.Sweet summer tease
7.Caroline
8.The last
9.Tangle
10.Tease the flames
11.Savage side
12.Ciao!