TRISTE TERRE: Grand Oeuvre

TRISTE TERRE: Grand Oeuvre

Les Acteurs de L´Ombre Productions haben ja ein Händchen für eine nicht ganz einfach gestrickte Musik. Dies setzt sich mit “Grand Oeuvre”, dem Debütalbum von TRISTE TERRE, fort. Die grundsätzlich als Solo-Projekt geltende Band aus Lyon bewegt sich zwischen Avantgarde Black Metal und Funeral Doom und lässt dabei insbesondere in den flotteren Passagen ihre Muskeln spielen.

TRISTE TERRE-Mastermind Naâl bediente sich bei den Aufnahmen zu “Grand Oeuvre” der Unterstützung von A.Varenne, der den Kontrabass bedient, und Session-Drummer Lohengrin. Beide geben dem Album jedoch nicht zwingend viel Input. Insbesondere vom Kontrabass-Einsatz hätte ich mir persönlich etwas mehr erwartet. Denn dieser kommt einzig im etwas strukturierteren “Nobles Luminaires” zum hörbaren Tragen.

TRISTE TERRE geben sich unbequem

Ansonsten bestimmen die Ideen und Umsetzungen von Naâl das Geschehen. Diese Ideen muten mitunter unbequem und kakophon an. Das macht vor allem der Opener “Oeuvre au Noir” deutlich, der auch mit Orgel-Tönen angereichert ist und im schleppenden Tempo bedrohlich dahin schreitet. Dazwischen legen TRISTE TERRE immer wieder einmal den Schalter in Richtung Blast Beats um, was insbesondere in “Grand Architecte” zu gefallen weiß.

Geradlinigere Highlights auf “Grand Oeuvre”

Am besten kommen TRISTE TERRE dann zur Geltung, wenn sie von den wirren Sound-Collagen etwas Abstand nehmen und für ihre Verhältnisse geradliniger agieren. So ist der angeschwärzte Rausschmeißer “Tribut Solennel” durchgehend flotter und das vorherige “Lueur Emérite” stellt das Highlight auf “Grand Oeuvre” dar. Hier gibt es unter anderem einen sakralen Männerchor und vor allem der dramatisierende Steigerungslauf nach gut zwei Minuten packt den Hörer auf Anhieb.

TRISTE TERRE haben Luft nach oben

Kann man etwas mit LYCHGATE oder LOCUST LEAVES anfangen, so kann man auch der etwas langsameren und französischeren Version namens TRISTE TERRE etwas abgewinnen. Zwar ist “Grand Oeuvre” kein angenehm zu hörendes Album, doch offenbart es in einzelnen Segmenten seinen Reiz. Gelingt es Naâl, die überlangen Tracks dann noch etwas tighter zu gestalten und somit besser auf den Punkt zu kommen, ohne dabei auf die Avantgarde verzichten zu müssen, dann ist von TRISTE TERRE noch packenderes Material zu erwarten.

Veröffentlichungstermin: 15.03.2019

Spielzeit: 65:00 Min.

Line-Up:
Naâl – alle Instrumente & Gesang
A.Varenne – Kontrabass

Session-Musiker
Lohengrin (DEATHCODE SOCIETY) – Schlagezug

Produziert von Rob Carson

Label: Les Acteurs de L´Ombre Productions

Homepage: https://tristeterrefr.bandcamp.com

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/tristeterre666

TRISTE TERRE “Grand Oeuvre” Tracklist:

1-Oeuvre au Noir
2-Corps Glorieux
3-Nobles Luminaires
4-Grand Architecte (Video bei YouTube)
5-Lueur Emérite (Audio bei YouTube)
6-Tribut Solennel

Christian Wögerbauer
Christian ist seit 2005 unser Vertreter der Österreicher Metalszene, rezensiert gern im Bereich Symphonic Metal, Doom, Melodic Death und auffallend gern Bands mit Sängerin. Genres: Symphonic Metal, Gothic Metal, Melodic Death Metal, Doom.