TRIGGER THE BLOODSHED: Purgation

TRIGGER THE BLOODSHED: Purgation

Es passt sehr gut, dass die jungen Engländer TRIGGER THE BLOODSHED CRYPTOPSY auf deren nächsten Europa-Tour begleiten. Da haben sich die zwei richtigen gefunden, wie man so schön sagt. Denn nachdem sich CRYPTOPSY mit The Unspoken King reichlich lächerlich gemacht haben, sind auch noch TRIGGER THE BLOODSHED ein Zeichen dafür, wie man Death-Grind am Besten nicht spielt. Immer drauf, ohne Gnade, zumeist ohne Sinn, Verstand und dem richtigen Feeling. Und Ausreden, wie, das sei ja nur ein Debütalbum, zählen einfach nicht. Wer auf großen technischen Macker macht, der muss auch gute Songs draufhaben.

Zwar grooven TRIGGER THE BLOODSHED manchmal ein wenig, selten gehen sie vom Gas und wenn der Drummer etwas anderes macht als kopflos zu blasten, dann geht es sogar mal nicht komplett schief. Aber das passiert in den seltensten Fällen. Stattdessen gibt es das pure Geknüppel zu hören – modern, angesagt, wild, gnadenlos, als hätte man WHITECHAPEL oder JOB FOR A COWBOY auf Speed gesetzt und würde nur die schnellen Parts zu einem ganzen, langen Song verbinden. Entsprechend ermüdend ist Purgation auch geworden, da können auch die kurzen ambientartigen Interludes Hollow und Domicile nichts dran ändern, auch weil diese Stücke ebenso sterbenslangweilig sind wie das restliche Geknüppel.

Zumindest an den Instrumenten wird nicht gepatzt, so sind die Riffs zwar ermüdend, aber gut gespielt. Das Drumming ist extrem schnell, die Blast Beats, die Double Bass, die Snare-Wirbel, alles in Lichtgeschwindigkeit, aber alles andere als songtauglich. Sonderlich beeindruckend ist diese Vorstellung nicht. Der solide Gesang tut sein übriges, dass es in dem ganzen hirnlosen Geballer wenigstens etwas gibt, an dem sich der Hörer festhalten kann. Dass die jungen Musiker schlicht und ergreifend nicht in der Lage sind, anständiges Material zu schreiben, bedeutet, dass Purgation hier nur für die Kids geeignet ist, denen es nicht extrem genug sein kann. Zumindest solange, bis auch sie eine Ahnung haben, wie ein guter Song klingen muss. Hier kann absolut keine Kaufempfehlung ausgesprochen werden, lieber das Geld direkt verbrennen, auch wenn Sarah Jezebel Deva bei zwei Songs im Hintergrund rumzwitschert. Ich befürchte, TRIGGER THE BLOODSHED werden damit viel zu viel Erfolg haben.

Veröffentlichungstermin: 22. August 2008

Spielzeit: 36:53 Min.

Line-Up:
Charlie Holmes – Vocals
Robert Purnell – „Lead“ Guitar
Martyn Evans – Guitar
Jamie Orourke – Bass
Max Blunos – Drums

Produziert von Mark Daghorn
Label: Rising Records
MySpace: http://www.myspace.com/triggerthebloodshed

Tracklist:
1. Inception
2. Merciless Ignorance
3. Laceration
4. Rebirth
5. The Defiled
6. Severed
7. Impregnable Miscreation
8. Hollow
9. Lovers
10. Mortuary Walls
11. Violent Elucidation
12. A Wrechted Betrayal
13. Retribution
14. The Abortive Becoming
15. Domicile
16. Whited Sepulcher
17. A Perfect Casket

Captain Chaos
Ehemann, Vater, Musikenthusiast, Plattensammler, Trauerbegleiter, Logistiker, Autor, Wandergeselle