THE OATH: 4

Fast Food-Black Metal?

Ein Hoch auf die Verschworenheit, auf die Bruderschaft. Den Gedanken der Verbundenheit stellen THE OATH zur Schau – wenn auch leicht versteckt. Das Schwert im alten Bandlogo symbolisiert diese Einheit, ebenso der Albumtitel 4 – warum agieren sie dann nicht auch wie ein richtiges Kollektiv? Zwar ist der Black-Death Metal-Mix der vier Franzosen technisch auf der Höhe, auch sind die Songs griffig, eingängig und aggressiv. Ein wenig wie die Light-Variante von NAGLFAR und DARK FORTRESS mit einem Schuss Death Metal schwedischer Ausrichtung. Nur ist das eben nichts Besonderes, Spezielles. Black Metal-Fast Food? Nicht ganz, denn dafür ist es immer noch zu aggressiv, zu wild, aber eine gewisse Seelenlosigkeit in der Musik ist doch deutlich. Hier wird sauber geballert, mit wildem Drumming, schnellen, teils klirrenden Riffs, epischen Melodien und wütendem Kreischen und Brüllen und hier und da sogar epischem Gesang. Dazu gesellt sich allerdings das Keyboard, das teilweise arg deplatziert und überambitioniert klingt, teilweise viel zu kitschig und belanglos dahinklimpert. Mit progressivem Avantgarde von ARCTURUS in ihrer besten Phase hat das leider nichts zu tun.

Seltsam, aber 4 kann nicht mitreißen, trotz der mächtigen Produktion, trotz dem teils wirklich guten Songmaterials. Dennoch, lieber THE OATH als etwas Pseudoelitäres, Unterproduziertes, man höre nur Stücke wie This Day, Dead Inside und Godless Existence, denn diese Songs reißen mit und sind gut gemacht, aber andererseits eben doch sehr kalkuliert. Das fehlende Herzblut, das Gekünstelte und die omnipräsenten kitschigen Keyboards sorgen dafür, dass 4 viel mehr ein Album für diejenigen ist, denen es auf atmosphärische Dichte und Tiefe nicht so sehr ankommt und die eher unterhalten werden wollen, denen DIMMU BORGIR zu steril und CRADLE OF FILTH zu Gothic-lastig sind. Dank der wirklich guten musikalischen Darbietung von THE OATH erhalten diese Hörer aber 45 Minuten lang zumindest die Vollbedienung, die sie auch kriegen wollen.

Veröffentlichungstermin: 2. Oktober 2008

Spielzeit: 44:59 Min.

Line-Up:
D444 – Vocals, Guitar
Carcharoth – Bass
Tyrael – Drums
Peterpal – Keyboards, Clean Vocals

Produziert von THE OATH
Label: Code666

Homepage: http://www.theoath.org

MySpace: http://www.myspace.com/theoath666

Tracklist:
1. 4
2. This Day
3. Orgasm
4. A Question of Faith
5. Unholy Blood
6. Lifeless Desire
7. Dead Inside
8. The Unborn
9. War
10. Godless Existence