THE AUTUMN OFFERING: Requiem

THE AUTUMN OFFERING: Requiem

…und täglich grüßt der Metalcore. Irgendwie ist es doch immer das Gleiche. Man steht morgens auf, fährt den Rechner hoch und stellt fest, dass im Promo-Pool schon wieder ein ganzer Schwall neuer Metalcore-Veröffentlichungen eingetragen wurde. Das wäre ja eigentlich noch kein Grund zur Klage, solange die Qualität stimmen würde. Aber irgendwie beschleicht mich langsam das Gefühl, dass sich die Metalcore-Gruppierungen Tag für Tag exponential vermehren, während der Anteil an qualitativ hochwertigen Vertretern sich nach wie vor auf einer konstanten Geraden weiterbewegt. Wieso ich das erzähle? THE AUTUMN OFFERING sind eine dieser Bands aus der erstgenannten Kategorie.

THE AUTUMN OFFERING beherrschen ihre Instrumente

Das ist an und für sich noch kein Weltuntergang, zumal ihr Zweitwerk „Requiem“ bei weitem nicht die schlechteste Genreveröffentlichung ist, die dieses Jahr auf meinem Schreibtisch gelandet ist. Nur krankt die Platte eben an den zwei großen Problemen fast aller Metalcore-Alben der letzten Zeit, die da wären fehlende Eigenständigkeit sowie geringe Halbwertszeit. Keine Frage, THE AUTUMN OFFERING beherrschen ihre Instrumente, haben ein paar coole, manchmal schwedisch klingende, Riffs im Gepäck und wissen sogar in gesanglicher Hinsicht mit der bewährten Mischung aus Screams und Klargesang zu gefallen. Doch ist das eben wenig innovativ; die Musik selbst im Stil von ALL THAT REMAINS schon zigfach da gewesen und dementsprechend unspektakulär. Mit Songs wie dem brutalen „Obsidian Halo“ oder dem Albumhit „Bleed Together“ samt Ohrwurmpotenzial gibt es zwar auch ein paar Ausreißer nach oben, der Großteil der Kompositionen geht in der vorherrschenden Gleichförmigkeit jedoch unter und ist nüchtern betrachtet mehr für den passiven als den aufmerksamen Hörgenuss geeignet.

Das sagt die Metalcore-Checkliste

Fassen wir also zusammen:

[x] Druckvolle, aber klinische Produktion
[x] Melodische Gitarrenführung mit Göteborg-Einschlag
[ ] Regelmäßige Breakdowns und/oder Moshparts
[x] Eingängige Songstrukturen
[x] Brutale Screams/Shouts in der Strophe
[x] Zuckersüßer Klargesang im Refrain
[ ] Eigenständigkeit

„Requiem“ ist zu unspektakulär

Kurz gesagt, „Requiem“ ist Metalcore-Fastfood in Reinform. Im Grunde ordentlich gemacht, aber für das Jahr 2009 schlicht viel zu unspektakulär und brav, um angesichts der massiven Konkurrenz nicht unterzugehen. THE AUTUMN OFFERING werden mit dieser Scheibe ihre Fans finden, da bin ich mir sicher. Nur wie lange es letztlich dauert, bis diese „Requiem“ wieder zur Seite legen steht auf einem anderen Blatt Papier.

Veröffentlichungstermin: 12.06.2009

Spielzeit: 37:36 Min.

Line-Up:
Matt McChesney: Vocals
Matt Johnson: Guitar
Tommy Church: Guitar
Mike Poggione: Bass
Brian Sculley: Drums

Produziert von Mark Lewis
Label: Victory Records

MySpace: http://www.myspace.com/theautumnoffering

THE AUTUMN OFFERING „Requiem“ Tracklist

01. The Curtain Hits The Cast
02. Narcosis
03. Venus Mourning
04. Worn Out Wings
05. Fixed Like Medication
06. Obsidian Halo
07. Light of Day
08. Requiem
09. Bleed Together
10. Smut Queen
11. Portrait

Florian Schaffer
Florian hat von 2008 bis 2015 Reviews und Live-Berichte für vampster geschrieben. Seit 2019 ist er wieder mit dabei. Lieblingsbands: AMORPHIS, ARCHITECTS, BARONESS, CULT OF LUNA, DARK TRANQUILLITY, GHOST BRIGADE, IN FLAMES, THE OCEAN. Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.