SYLVA MALA: same

SYLVA MALA: same

Was die Skandinavier können, können wir auch! dachten sich SYLVA MALA aus der Gegend von Neapel und bedienten sich für Bandname und Texte bei den lokalen Sagen und Mythen, die sich in diesem Fall rund um den bösen Wald und den Vesuv ranken. Doch anders als die meistens sich in zweistimmigen Melodieläufen ergehenden Deathmetaller aus dem hohen Norden sind SYLVA MALA auf die heftigere, technischere Variante des Todesbleis ausgerichtet. Frickelgeschredder à la GORGUTS sollte man dennoch nicht erwarten, vielmehr eine von ungewöhnlichen Elementen, z.B. ein Bass-Solo bei Meditation, aufgelockerte Mischung aus forschem, aber stets kontrolliertem Geprügel und fast schon schwarzmetallisch anmutenden Momenten, in denen Sänger Umberto zu finsteren, schnellen Gitarrenmelodien keift. Das Tempo bleibt dennoch weit jenseits der Grindcoreschallmauer, wird sogar eher mal geschickt gedrosselt und gelegentlich von Akustikpassagen wie in A Lore Of Sylva Mala ganz abgebremst.

Soweit die Stilbeschreibung. Was die Umsetzung angeht, so kann man den vier Italienern zwar bescheinigen, daß sie sich Mühe geben, standardisierte Arrangements aufzubrechen und zu variieren, doch wirklich überzeugen können sie noch nicht. Woran liegt das? Zunächst einmal am Mangel an wirklich einprägsamen Momenten und sinnvollen Spannungsbögen. Politisch korrekt stehen alle Parts gleichberechtigt da, was bei der Musik von SYLVA MALA jedoch darin mündet, daß die Dynamik verlorengeht und keine Höhepunkte auszumachen sind. Außerdem sind es gerade die Black Metal-Parts, die sich angesichts der Schwemme an Material aus diesem Bereich im Mittelmaß verlieren und trotz technischer Versiertheit weder Durchschlagskraft noch Wiedererkennungswert aufweisen können. Folglich ist der Gesamteindruck ein ziemlich flüchtiger, SYLVA MALA sollten bei zukünftigen Releases darauf achten, ihre Riffs und Drumpatterns schlagkräftiger auszufeilen. Hier wären gerade die skandinavischen Thrashacts jüngeren Datums vielleicht ein hervorragendes Vorbild.

Wer sich dennoch jetzt bereits mit dem Stand der Dinge im SYLVA MALA-Lager vertraut machen will, der sende einen Zehnmarkschein (inkl. P&V) an Marco Certo, via Gambardella 10, 80058 Torre Annunziata (NA), Italien.

Spielzeit: 33:11 Min.

Line-Up:
Umberto Maria Alfieri – Gesang

Marco Certo – Gitarre

Valerio Nitrato Izzo – Bass

Tony Di Leo – Schlagzeug

Produziert von Maddalena Bellini
Label: Eigenproduktion

Homepage: http://stage.vitaminic.de/sylva_mala

Email: sylvamala@hotmail.com

Tracklist:
Fine Veil

Meditation

A Lore Of Sylva Mala:

I. Maleventum

II. In Sylva

III. Elves´ Anathema (The Voice Of Nature)

The Holy Game (Of Life And Death)