SORTOUT: Conquer From Within

SORTOUT: Conquer From Within

Wenn das Artwork noch nicht deutlich genug war, dann verrät es spätestens der erste Songtitel. Der Begriff „Undertow“ ist so eng mit dem Metalcore verwoben, dass sich sogar schon passende Themen-Playlists auf Spotify finden, die sich ganz der inflationär verwendeten Metapher widmen. SORTOUT sind somit von Beginn an in bester Gesellschaft, auch wenn „Conquer From Within“ weniger der modernen Schule um ARCHITECTS folgt.

Stattdessen erleben wir fast so etwas wie eine kleine Zeitreise. Über weite Strecken orientieren sich die Österreicher an den Spielarten des Genres, die zwischen 2008 und 2012 en vogue waren. Das heißt in erster Linie eine deutlich stärkere Melodic Death Metal-Schlagseite Marke UNEARTH, die in „Relentless“ auch gerne doppelläufige Lead-Gitarren einstreut. „Paragon Of Misery“ lehnt sich wiederum an AT THE GATES an, bleibt nur in Sachen Vocals Metalcore-typisch brachial.

„Conquer From Within“ legt den Fokus auf die wunderbar zusammenspielenden Gitarren

Die Screams und Shouts erfüllen dabei alle Genre-Standards, indem sie sich nahtlos in das melodisch-aggressive Song-Gerüst einfügen. Zwischendurch streuen SORTOUT Klargesang ein („Illusion“, „Blind Eyes“, „Sever The Serpent’s Tongue“ ), der zwar technisch sauber, aber auch wenig charismatisch wirkt. Ein großer Dämpfer ist das letztendlich jedoch nicht, da „Conquer From Within“ den Fokus eindeutig auf die wunderbar zusammenspielenden Gitarren legt.

Angetrieben von einem unnachgiebigen Schlagzeug überbieten sich die beiden Gitarristen Michael Geuze und Aaron Schedler im Laufe des Albums mit melodischer Fingerakrobatik, bevor „Eternal Hate“ sogar vorsichtig mit skandinavischem Death Metal flirtet. Plakative Breakdowns sind für SORTOUT dagegen kein großes Thema und Tempowechsel meist so gut in der Struktur verwoben, dass wir uns nie vor den Kopf gestoßen fühlen.

SORTOUT sichern sich ihren Platz im Genre

Sehen wir vom Klargesang ab, füllt „Conquer From Within“ in seinen besten Momenten die Lücke, die PARKWAY DRIVE seit „Ire“ hinterlassen laben. Das katapultiert SORTOUT zwar nicht direkt an die Genre-Spitze und macht aus einem guten Album kein überragendes, zeigt uns aber auch, warum das Quintett zukünftig einen Platz in einschlägigen Spotify-Playlists sicher haben dürfte – und das nicht nur wegen eines gewissen Songtitels.

Veröffentlichungstermin: 21.2.2020

Spielzeit: 44:07

Line-Up:

Benjamin Herter – Vocals
Michael Geuze – Gitarre
Aaron Schedler – Gitarre
Günter Meusburger – Bass
André Hammerer – Drums

Produziert von Nagel-Studio Alberschwerde; Ekkehard Breuss (Clean Vocals); Daniel Thabet (Mix) und Alan Douches (Mastering)

Label: Dr. Music Records

Homepage: https://www.sortout.org/
Facebook: https://www.facebook.com/sortout/

SORTOUT “Conquer From Within” Tracklist

01. Undertow
02. Relentless
03. Echoes Of Conflict
04. Illusions (Video bei YouTube)
05. Eternal Hate
06. Sever The Serpent’s Tongue (Video bei YouTube)
07. Blind Eyes
08. Monuments (Lyric-Video bei YouTube)
09. Midas’ Gift
10. Paragon Of Misery
11. Law Of Creation
12. A Journey From Within

Florian Schaffer
Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.